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Corona Nadelöhr Kasse

Susanne Klopsch, Markus Wörmann | 24. April 2020
Corona: Nadelöhr Kasse
Bildquelle: Getty Images

Corona verändert auch das Verhalten an der Kasse: Kontaktlos statt Bargeld, Selfscanning statt Anfassen von Kassenband und Warentrenner.

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Kontaktloses Bezahlen, was denn sonst in Corona-Zeiten? Von mehr als 100 Millionen Girocards sind gut 75 Prozent in Deutschland mit der Near Field Communication (NFC) ausgerüstet. Hinzukommen noch etliche Kreditkarten. Doch das kontaktlose Bezahlen ist weiterhin auf 25 beziehungsweise 50 Euro pro Transaktion gedeckelt, die von vielen Kartengebern angekündigte Limiterhöhung nicht flächendeckend umgesetzt. Karteninhaber müssen zudem „spätestens nach fünf Transaktionen oder nach einer Gesamtsumme von 150 Euro wieder die PIN eingeben müssen“, erklären die deutsche Banken und Sparkassen.

Wer nutzt was zum Bezahlen?
Gut 48 Prozent der Bezahlvorgänge im gesamten Einzelhandel wurden 2018 noch in bar geleistet. Nach einer aktuellen Erhebung von POS-Pulse in Zusammenarbeit mit dem EHI Retail Institute sind Barzahlungen in manchen Altersgruppen auf gerade mal 18 Prozent gesunken.

Der Verzicht aufs Bargeld ist jedoch eine Altersfrage: Fast 41 Prozent der Frauen und 34 Prozent der Männer zwischen 18 und 39 Jahren zahlten vor der Corona-Krise bar. Fast genauso oft zückten sie an der Kasse die Karte. Kontaktlos zahlten 17 Prozent der Frauen und knapp 26 Prozent der Männer. Jetzt zahlen nur noch 17 Prozent dieser Altersgruppe mit Bargeld.

Ein ähnliches Bild ergibt sich in der Altersgruppe der 40- bis 59-Jährigen: Mehr als 59 Prozent der Frauen und 31 Prozent der Männer nutzen nun die Kartenzahlung. 24 Prozent greifen zur kontaktlosen Variante, bei den Männern sind es sogar 40 Prozent. Barzahlungen liegen bei etwa 17 Prozent.

Ganz anders hingegen bei Menschen ab 60 Jahren: Sie waren schon vor der Pandemie mit mehr als 60 Prozent diejenigen, die am ehesten zum Bargeld griffen. Allerdings nutzte schon ein Viertel von ihnen die Kartenzahlung, etwa 15 Prozent kontaktlos. Und in der Corona-Krise? Bleibt das Bargeld auch bei jedem Zweiten in dieser Altersklasse das Mittel der Wahl. Die Kartenzahlung, ob kontaktlos oder nicht, stieg nur leicht.

Die Kassenzone ist in Corona-Zeiten ein sensibler Bereich, weil sich Kunde und Personal näher kommen.