Recht Aktionsware vorrätig

Wer mit Preisreduzierung wirbt, sollte genug Ware vorrätig haben. Oder die Beschränkung kundtun.

Sonntag, 19. Juni 2011 - Management
Susanne Heurung
Artikelbild Aktionsware vorrätig
Bildquelle: Druck

Sehr wundern mussten sich die Kunden zweier Lidl-Filialen, die die Lidl- Werbung in der „Westdeutschen Zeitung“ für „Kerrygold Original Irish Butter“ gelesen hatten. Diese versprach in einer Werbewoche eine Preisreduktion um immerhin 23 Prozent. Doch wer gleich am Montag – allerdings gegen Mittag – ins Geschäft kam, ging leer aus. Die Kerrygold Butter war bereits ausverkauft. Die Kunden mussten die Filiale unverrichteter Dinge wieder verlassen.

„Unzulässig!“ befanden nun in letzter Instanz die Richter des Bundesgerichtshofs (BGH, 10.2.2011, I ZR 183/09). Dabei lag der Wettbewerbsverstoß nicht in der ungenügenden Bevorratung mit Kerrygold Butter, sondern in der ungenügenden Aufklärung über die geringe Bevorratung. Bei einer Werbung mit derart reduzierten Preisen darf der Verbraucher mangels anderer Hinweise in der Werbung davon ausgehen, dass das beworbene Produkt jedenfalls am ersten Tag der Werbeaktion vorrätig ist.

Rechtsanwältin Susanna Heurung rät Händlern daher: „Wer Anhaltspunkte für eine besonders hohe Nachfrage nach einem bestimmten Produkt hat, sollte bereits in der Werbung mit einem Sternchenhinweis klarstellen, dass die Nachfrage vielleicht schon am ersten Tag nicht bedient werden kann. Ein solcher aufklärender Hinweis muss klar formuliert, leicht lesbar und gut erkennbar sein.“

Urteile: