Cracker Barrell USA: Aus der Not geboren - Nonfood-Bereich

In der „guten alten“ Zeit war nicht immer alles gut – auch nicht im US-Bundesstaat Tennessee. Trotz gewaltiger Pick-ups und chromblitzender Straßenkreuzer – die Landbevölkerung hatte kaum Einkaufsmöglichkeiten. Deshalb entwickelten sich Landgeschäfte mit Supermarkt und Restaurant. Ein Beispiel: Cracker Barrel.

Freitag, 12. Dezember 2014, 13:40 Uhr
Reiner Mihr
Artikelbild USA: Aus der Not geboren - Nonfood-Bereich
Typisch: Cracker-Barrel-Outlets liegen an Haupt- und Ausfahrtsstraßen oder an großen Kreuzungen.
Bildquelle: Cracker Barrel

Im Nonfood-Bereich finden sich Seifen am Stück, Lotions, Shampoos, Parfum und Duschgels. Darüber hinaus natürlich auch Bekleidung, Accessoires, Kochbücher, Spiele und Spielzeug, Sammlerstücke, Souvenirs sowie Koch- und Küchengeschirr, alles sehr idyllisch und sittlich. Selbstverständlich verkauft man auch aktuelle CDs und Merchandise von Country-Stars, mit denen man eng zusammen arbeitet. Das Verhältnis zwischen Food und Nonfood: fifty-fifty.

Die Restaurants: Hier gibt es traditionelle Südstaaten-Küche in einer rustikalen, „old-fashioned“ Atmosphäre. Jedes Restaurant hat einen zünftigen Kamin, viel Holz, rustikale Sitzmöbel und Einrichtungsgegenstände, eine Außenveranda mit Schaukelstühlen, die man auch käuflich erwerben kann, sowie vielfältige Dekorationsstücke aus der Region. Die Speisekarte bietet ein reichliches Angebot an Speisen zum Mittags- und Abendtisch an. Das Essen ist herzhaft und es gibt für fast jeden Geschmack etwas: Burger und Sandwiches, Fisch, Hühnchen, Hackbraten, Steak und Schinken; dazu die Auswahl unter einer Vielzahl von Beilagen wie Mais, Bohnen, Kartoffeln, Reis, Nudeln, Gemüseplatten oder verschiedene Salate, außerdem gibt es frisch gebackene Muffins und Brot. Um dem zunehmenden Trend gesunde Ernährung Rechnung zu tragen, wurden kalorienreduzierte Gerichte in die Speisekarte aufgenommen. Es werden aber nicht nur Mittag-, und Abendessen angeboten, sondern auch Frühstück. Hi er werden die typischen amerikanischen Pancakes mit Sirup, Eier, Speck, Bratkartoffeln, Würstchen, aber auch Obst, Joghurt und Müsli serviert. Dazu gibt es hausgemachte Muffins, Brot und Biskuits mit Butter und Marmelade.

Die Preise sind moderat, und es gibt Angebote für Kinder und Senioren. Freundliches und hilfsbereites Personal ist selbstverständlich – mit dem typischen Südstaatencharme. Cracker Barrel ist auch bekannt für seine Partnerschaften mit Country-Musikern, wie Dolly Parton, Clint Black und Smokey Robinson, die als Werbepartner und zur PR genutzt werden.

Sandra B. Cochran plant für die Zukunft einen weiteren moderaten Ausbau der Outlets und will diese nicht nur an Highways etablieren, sondern auch verstärkt in Wohngebiete und Innenstadtlagen gehen. Die Restaurants tragen derzeit zu zwei Drittel zum Umsatz bei, um die Supermarktaktivitäten auszuweiten, möchte man verstärkt das Online-Angebot ausbauen. Auch das Frischesortiment in den Supermärkten soll ergänzt werden.

Lizenzierung der Marke: Mittlerweile ist Cracker Barrel auch im Lizenzgeschäft tätig und gibt den bekannten Namen auch an Hersteller von Frischfleisch und Backwaren. Diese Cracker-Barrel-Produkte werden sehr erfolgreich in den amerikanischen Supermarktketten angeboten. Unter den bekannten Restaurantnamen werden Snacks, TK, Desserts und Saucen angeboten.

Mitbewerber: „Rudys BBQ and Country Store“ bietet in seinem Restaurant Barbecue, Burgers und Ribs an. Neben dem Erwerb von T-Shirts, Grillutensilien, Frischfleisch und Saucen hat auch der Kunde auch die Möglichkeit, seinen Wagen voll zu tanken. „Quaker Steak & Lube“ ist nicht nur ein Steak- und Chickenrestaurant, sondern man kann hier Bekleidung, Getränke, Saucen, Gläser und Gewürze kaufen – und einen Ölwechsel machen lassen.

Bilder zum Artikel

Bild öffnen Typisch: Cracker-Barrel-Outlets liegen an Haupt- und Ausfahrtsstraßen oder an großen Kreuzungen.
Bild öffnen Ländlich: Einrichtung erinnert an Kolonialwarenläden und die „gute alte Zeit“.
Bild öffnen Traditionell: rustikale Atmosphäre im Restaurant.

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