Cracker Barrell USA: Aus der Not geboren

In der „guten alten“ Zeit war nicht immer alles gut – auch nicht im US-Bundesstaat Tennessee. Trotz gewaltiger Pick-ups und chromblitzender Straßenkreuzer – die Landbevölkerung hatte kaum Einkaufsmöglichkeiten. Deshalb entwickelten sich Landgeschäfte mit Supermarkt und Restaurant. Ein Beispiel: Cracker Barrel.

Freitag, 12. Dezember 2014, 13:40 Uhr
Reiner Mihr
Artikelbild USA: Aus der Not geboren
Typisch: Cracker-Barrel-Outlets liegen an Haupt- und Ausfahrtsstraßen oder an großen Kreuzungen.
Bildquelle: Cracker Barrel

Cracker Barrel Country Store Inc. ist eine amerikanische Institution. Gegründet 1969 in Lebanon im Staat Tennessee, ist die Kette mittlerweile mit 630 Outlets in 42 Staaten der USA vertreten. Die Mehrzahl der Häuser befinden sich in den Südstaaten der USA, wie Mississippi, Florida, Georgia, Alabama, New Mexiko und Texas.

Der Ausgangspunkt für das Konzept war im Prinzip die Weite des Landes, denn für viele Farmer und ihre Angehörigen war es schlicht nicht möglich, in die Stadt zum Einkaufen zu fahren. Also entstanden „Country Store“-Konzepte – an Haupt- und Ausfahrtstraßen oder großen Kreuzungen, wo man alles für den täglichen Bedarf kaufen kann: Lebensmittel, Haushaltswaren, Körperpflegeprodukte, Geschenke und Kleinmöbel. Und weil man schon mal da war und der Rückweg lang, kehrte man auch zum Essen ein. Viele dieser Country- Stores haben auch eine Tankstelle mit Werkstatt. Diese Kombination aus Restaurant und (Land-)Supermarkt hat sich zu einem Multi-Millionen-Dollar-Konzept entwickelt. 2013 wurden mit 70.000 Angestellten mehr als 2,6 Mrd. US-Dollar (etwa 2,1 Mrd. Euro) erwirtschaftet. Die Aktie von Cracker Barrel wird erfolgreich an der New Yorker Börse (NASDQ) gehandelt.

Sandra B. Cochran, President und CEO von Cracker Barrel, ist seit 2009 im Unternehmen: zunächst als Chief Financial Officer (CFO), 2011 wurde sie President und Chief Executive Officer und ist unter anderem für die weitere strategische Ausrichtung von Cracker Barrel verantwortlich. Sie weiß: „In einer schnelllebigen Zeit suchen die Amerikaner kleine ‚Inseln’ der Geborgenheit. Die finden sie bei uns.“

Cracker-Barrel-Country-Stores findet man auch heute noch vorwiegend an Highways (Interstates) in den USA. Meist im Umfeld von Hotels und Motels, denn hier werden selten Frühstück oder Mittag- bzw. Abendessen angeboten. Cracker Barrel ist eine ländliche Oase der Ruhe in einer hektischen Zeit, mit dem Touch Nostalgie, der an die „gute, alte Zeit“ erinnert.

Die Supermärkte: Die Atmosphäre in den Märkten ist traditionell ländlich und erinnert von der Einrichtung an einen Kolonialwarenladen. Viel Holz, Glasvitrinen, Theken, Weiden- und Holzkörbe und große Einmachgläser mit Bonbons und Zuckerstangen vermitteln einen heimeligen Charakter. Das Food-Sortiment umfasst Tee, Kaffee, Süßigkeiten, Getränke, Kuchen, Plätzchen, Backmischungen, Marmeladen, Chips, Nüsse, Öl, Essig, Gewürze, Saucen und hausgemachte Konserven (süß und sauer). An Frische wird eher wenig angeboten: Saisonobst wie Äpfel, Birnen und Melonen und Trinkjoghurts, keine Tiefkühlkost.

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Bild öffnen Typisch: Cracker-Barrel-Outlets liegen an Haupt- und Ausfahrtsstraßen oder an großen Kreuzungen.
Bild öffnen Ländlich: Einrichtung erinnert an Kolonialwarenläden und die „gute alte Zeit“.
Bild öffnen Traditionell: rustikale Atmosphäre im Restaurant.

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