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Käse-Star 2014 Käse in Zahlen

Heidrun Mittler | 19. September 2014

Hat die Käsetheke eine Zukunft? Ja. Aber nur in Märkten, die sich profilieren wollen und ins Personal investieren.

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Anhänger der Käsetheke müssen tief durchatmen, wenn sie die neuesten Nielsen-Zahlen lesen: Das Geschäft läuft zu 88 Prozent über das SB-Regal. Nur noch gut 12 Prozent des Umsatzes laufen über die Bedienungstheke. Die Entwicklung hin zum vorgeschnittenen, portionierten und verpackten Produkt, das ohne Wartezeit und ohne Kommunikation den Weg aus der Kühlung in den Einkaufswagen nimmt, findet scheinbar kein Ende. Kein Wunder, schließlich wird der Löwenanteil von Gouda, Maasdamer, Camembert und Co. heute im Discounter gekauft. Außerdem haben ungezählte Supermärkte ihren Käsetresen zur heißen Theke umfunktioniert, wo heute halbe Hähnchen und Fleischkäse im Brötchen verkauft werden.

Doch das ist nur die halbe Wahrheit. Wirft man einen Blick auf die Neueröffnungen, über die wir in unserem Magazin berichten, stellt man fest: Alle Märkte mit Profilierungs-Anspruch setzen weiter auf Käse in Bedienung. Selbst das Unternehmen Friesland Campina, das als Marktführer vom Absatz in der SB-Theke profitiert, unterstützt das Thekengeschäft weiter. Dazu Marketingleiter Nils Döhring: „Die Bedienungstheke wird auch in zehn Jahren noch eine entscheidende Rolle fürs Käsegeschäft spielen. Bei deren Weiterentwicklung zu Marktplätzen der Frische wird sich jedoch weiterhin die Spreu vom Weizen trennen.“

Händler, die auf die Theke setzen und in gutes Personal investieren, können auf den Trend zu Käse bauen. Denn die Menschen essen hierzulande immer mehr davon. Allerdings muss man ergänzen, dass das Plus vom verarbeiteten Produkt kommt, der Käse also auf der Pizza, dem Flammkuchen oder in der Lasagne landet. Wie die nebenstehende Grafik zeigt, haben Pasta-Filata-Käse (wie Mozzarella) zugelegt, der Verbrauch liegt im Schnitt bei über 4 kg pro Person. Ein passionierter Käseverkäufer, eine engagierte Käsefrau – sie bieten die Chance, den Kunden für die Vielfalt im Sortiment zu begeistern und kaufkräftiges Publikum ans Geschäft zu binden. Wie das gelingt, zeigen die Nominierten auf den folgenden Seiten.