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MLF Tagung Heimat als Verkaufsmotor

Bettina Röttig | 06. Juni 2014

Erstmals trafen sich die Mitglieder des MLF bei einem österreichischen Kollegen. Gastgeber Jürgen Sutterlüty gab Einblicke in sein Regionalitäts-Konzept.

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Regionalität liegt im Trend, in Deutschland ebenso wie in Österreich. Doch: „Regionalität ist kein Umsatzrenner, sondern eine Herausforderung.“ Frank Hensel, CEO von Rewe International, sprach im Rahmen der 151. Tagung der Mittelständischen Lebensmittel-Filialbetriebe (MLF) den versammelten Händlern aus der Seele. Der Schlüsselfaktor für den Erfolg eines Regionalitäts-Konzepts sei der Kaufmann, so Hensel. Gastgeber Jürgen Sutterlüty ist ein solcher Erfolgsfaktor. Satte 34 Prozent des Umsatzes erwirtschaftete der Kaufmann in seinen 22 Vorarlberger Märkten 2013 mit heimischen Produkten. Das regionale Lieferanten-Netzwerk umfasst 1.500 Partner.

Gespielt wird das Thema auf unterschiedliche Weise. Regionale Produkte werden mit eigenen Siegeln („Ländle“-Herz: Produktion in Vorarlberg; „Ländle Pur“-Herz: alle Rohstoffe aus der Region) gekennzeichnet. Für höchste Qualität aus Vorarlberg steht Sutterlüty mit dem eigenen Namen gerade. Die Produkte der Eigenmarke werden von Bauern und kleinen Produzenten oft nach traditionellen Herstellungsmethoden produziert. In den Märkten sorgen individuelle Platzierungen, Plakate und Fotos für Aufmerksamkeit. Der Clou: Auf Einkaufsbons sowie im Markt werden die Anteile der regionalen Produkte am Gesamteinkauf angegeben.

Eine eigene Bäckerei und ein Produktionsunternehmen für Fleischwaren zählen bereits zum Unternehmen. Ab sofort will Jürgen Sutterlüty auf dem neu erworbenen Klostergut Mehrerau in Bregenz eine nachhaltige, CO2-neutrale Landwirtschaft aufbauen mit antibiotikafreier Milch- und Fleischwirtschaft. 2017 soll es bereits „Vorzeigbares“ geben. Die operativen Geschäftsbereiche wird er sukzessive an seine Geschäftsführer Barbara Außenwöger und Alexander Kappaurer abgeben, kündigte der Kaufmann an.

Weitere Pläne: Bis 2020 will Sutterlüty der Lebensmittelmarkt mit dem kleinsten ökologischen Fußabdruck sein. Neben dem Ausbau des regionalen Sortiments und neuen Energiekonzepten stehen heimische Materialien, Photovoltaik und nachhaltige Bauweise im Fokus. Schon jetzt sparen die neuen Märkte im Vergleich bis zu 50 Prozent Energie.