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Kühlung Schön temperiert

Susanne Klopsch | 06. Februar 2013

Das Thema Kühlung belegt bei der EuroShop rund 19.000 qm. Präsentiert werden moderne Lösungen, die dem Händler dennoch viel Spielraum für individuelle Konzepte lassen.

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»Im vergangenen Jahr musste nahezu jeder Einzelhändler, nämlich 86 Prozent, höhere Energiekosten tragen. In der EHI-Studie „Energiemanagement im Einzelhandel 2013“ nennen die Befragten auch gleich den größten Preistreiber: der Staat. Staatliche Abgaben wie die EEG-Umlage machen inzwischen, so die Studie, 50 Prozent der Kosten aus. Im Food-Handel fallen laut EHI knapp 63 Euro je qm Verkaufsfläche pro Jahr an – im Nonfood-Handel sind es „nur“ etwa 36 Euro. Mit einem Anteil von 41 Prozent ist die Kühlung der größte Energieverbraucher, gefolgt von Beleuchtung und Klimatisierung mit 27 bzw. 14 Prozent. Da wundert es nicht, dass 64 Prozent der von der Lebensmittel Praxis für den „Trend 2014“ befragten Führungskräfte des Handels in energiesparende Gebäudetechnik investieren wollen. Mit gut 19.000 qm Nettoausstellungsfläche nimmt bei der EuroShop das Thema Kühlung breiten Raum ein.

Bei der Ausstattung, vor allem der Märkte des vollsortierten Lebensmittel-Einzelhandels, haben die Möbelhersteller allerdings einen Spagat zu bewältigen: Auch wenn es ja um das Einsparen von Energie geht – schön sollte es dann aber doch aussehen. Schön und individuell. Kühlmöbelhersteller Remis etwa verweist auf seine Datenbank mit 3.000 Varianten, die Händlern eine maßgeschneiderte Bestückung ihrer Kühlmöbel mit optisch und technisch passenden Türen und Abdeckungen erlauben. In Düsseldorf stellen die Kölner die Isolierglastür Safe Tmax vor: Diese Weiterentwicklung der Safe T soll durch ihre Zweifach-Verglasung und eine sogenannte Low-e-Beschichtung des Glases, die 80 Prozent der einfallenden Wärmestrahlung reflektiere, ein Energiesparpotenzial von mehr als 55 Prozent haben. Laut Vertriebsleiter Bernd Fischer hat diese Scheibe mit einem Wärmedurchgangskoeffizient von 1,2 einen der niedrigsten Produktwerte bei Glastüren überhaupt. Die verbesserten Isolier-eigenschaften gehen dabei, so Remis, nicht zulasten der Transparenz der Scheibe. Die Investitionskosten haben sich laut Fischer innerhalb von drei Jahren amortisiert.

Neben den energetischen Effekten durch neue Möbel verweist Bernd Fischer aber auch auf die moderne Art der Warenpräsentation durch verglaste Kühlmöbel: „Hinter hochtransparenten Glastüren und -abdeckungen werden die Kühlprodukte appetitlich, hygienisch einwandfrei und sicher vor Feuchtigkeit, Staub, Insekten und Kondensat angeboten und entsprechend von den Kunden angenommen.“

Hauser aus Österreich zeigt in Düsseldorf die neue Vitrinen-Serie Veranis: Sie verbrauche weniger Energie dank der Optimierung aller Kältekomponenten sowie der Entwicklung eines neuartigen Luftschleiers, der die Vorteile einer Umluft- und einer Kontaktkühlung vereine. „Die spezielle Luftführung minimiert die Warenaustrocknung erheblich: Wir können unseren Kunden höchste Feuchtigkeitswerte garantieren“, heißt es bei Hauser. Auch hier könne der Kunde aus mehr als 200 verschiedenen Frontdekoren wählen, um die individuelle Lösung für seinen Markt zu schaffen. Für kleine City-Stores oder hochwertige Convenience-Präsentationen sei die Wandregalreihe Rebas RB konzipiert: Sie ist etwas schmaler, sämtliche Metallteile können in verschiedenen RAL-Farben beschichtet werden. Mit speziellem Zubehör wie etwa EC-Ventilatoren oder Nachtrollos könne der Händler zusätzlich bis zu 25 Prozent beim Gesamtenergieverbrauch sparen. Das Warenvorschubsystem von HL lässt zudem die Beschickung von außerhalb des Kühlregals zu, was laut Hauser die körperliche Belastung des Personals reduziere.

Epta präsentiert bei der EuroShop unter anderem die für Kühlmöbel neu entwickelte LED-Lichtlösung IntensLight Advance. Diese garantiere eine optimale Ausleuchtung der Waren bei gleichzeitig geringem Energieverbrauch. In Düsseldorf stellt Epta unter dem Motto „Power up your store“ eine neue Produktlinie von Kühlmöbeln vor, die Lebensmittel effizienter als bisherige Lösungen kühlen soll.

KMW Kühlmöbelwerk Limburg zeigt am Stand unter anderem einen Sensor für Kühlregale, der verbrauchssteigernde Verschmutzungen identifiziert sowie Wartungs- und Reinigungsintervalle individuell für jedes Kühlmöbel anzeigt.

Eine ganzheitliche Lösung für den LEH will Daikin in Düsseldorf vorstellen: das Conveni-Pack. Dieses laut Daikin erste seriengefertigte Kompaktsystem kombiniere Klimatisierung, Heizung, Belüftung, Normal- und Heizungsanlage in einer Anlage. „Damit können Märkte auf eine Heizungsanlage vollständig verzichten, denn die Abwärme aus der Lebensmittelkühlung wird dank Wärmerückgewinnung verlustfrei zur Beheizung des Marktes eingesetzt“, sagt Gunther Gamst, Geschäftsführer Daikin Airconditionieng Germany. Energieeinsparung pro Filiale: ca. 40 Prozent pro Filiale. Individuell nach den Bedürfnissen des Händlers geplant, wird die Anlage quasi steckerfertig geliefert. Interessant für den Händler sei zudem, dass er künftig nur noch einen Ansprechpartner für Wartung und Service der gesamten Anlage habe. Laut Gamst würden im Einzelhandel häufig Einzellösungen verbaut: „Dies macht Montage sowie Wartung unnötig kompliziert.“

In Düsseldorf stellt das Unternehmen für die Gewerbekälte das System ZEAS vor: Dieses ermöglicht den Betrieb unterschiedlicher Normal- oder Tiefkühlzonen (von - 45 bis + 10 Grad Celsius) mit nur einen Außengerät.

Fotos: Daikin, Hauser, Remis