Anzeige

Warenverkaufskunde Weichtiere - WVK Weichtiere: Teil 2

Dieter Druck | 31. August 2018

Weichtiere werden auch als Schalentiere oder Mollusken bezeichnet. Eine sehr heterogene Gruppe. Zu ihnen zählen Muscheln, Tintenfische und Schnecken. In dieser Warenkunde widmen wir uns insbesondere den Muscheln. Sie sind, vielleicht abgesehen von der Miesmuschel, ein Profilierungssegment in der Fischtheke.

Anzeige

Miesmuscheln
Miesmuscheln sind nicht mies! Ihr Name leitet sich ab vom plattdeutschem Mois für Moos. Sie zählen zu den beliebtesten Muschelarten bei uns. Traditionell werden Miesmuscheln in den kühleren Monaten von September bis März / April angeboten. In dieser Zeit – genau genommen vor dem Laichen – sind sie besonders fleischig. Sie schmecken cremig-salzig, leicht mineralisch und erinnern an das Meer. (siehe auch Bouchon-Muschel). Mehr als 90 Prozent der heute verkauften Miesmuscheln stammen aus Zuchten. Charakteristisch sind die blauschwarze Färbung und nahezu gleichförmige Schalenhälften. Einer der Hauptlieferanten im deutschen Markt ist die Niederlande. Zeeland ist einer der Muschel-Hotspots bei unseren Nachbarn.

So läuft der Verkauf

Weichtiere sind für viele Kunden nach wie vor erklärungsbedürftig und müssen aktiv verkauft werden. Sie vermitteln Sortimentskompetenz.

Weich- sowie Schalen- und Krustentiere sind ein attraktiver Produktbereich. Sie liegen im Trend und vermitteln auch so etwas wie Lifestyle. Kauflust besteht insbesondere nach der Urlaubszeit, wenn Kunden beispielsweise in den südlichen Urlaubsländern Muscheln, Tintenfische etc. auf dem Teller hatten. Und das mit dem Verzehr nur in den Monaten mit „r“ relativiert sich heute auch weitgehend, da die Kühltechnik und -logistik inzwischen eine andere ist und Sicherheit gewährleistet. Einige Tipps für das Thekengeschäft:


  • nur lebende Muscheln und Austern dürfen als frische Ware angeboten werden
  • beide Schalenhälften müssen geschlossen sein, geöffnete Muscheln, die sich auf einen Berührungsreiz hin nicht schließen, entfernen
  • Bei den Jakobsmuscheln ist es etwas anders: bei frischen Jakobsmuscheln sind die Schalenhälften leicht geöffnet. Der Frischetest hier: mit einem Messer den Saum berühren, dann sollte ein leichtes Zucken sichtbar sein
  • Bei frischen Muscheln handelt es sich um lebende Tiere, die bei 4 – 7° Celcius in der Theke gelagert werde sollten . Ganz wichtig dabei: kein direkter Kontakt mit dem Eisbett, da sie sonst absterben. Präsentationsgeschirr benutzen, eine Folie reicht meist nicht
  • mit einfachen Zubereitungstipps eventuell bestehende Hemmschwellen abbauen, denn Muscheln sind nicht jedem Kunden geläufig. Zusätzlich mit Rezeptaufsteller, Flachbildschirm beziehungsweise Waagendisplay arbeiten
  • Über aktives Verkaufen Neugierde wecken und auch mal eine Verkostung organisieren
  • Jakobsmuscheln sind ideal, um an der Theke Zusatzverkäufe zu generieren
  • Weichtiere erfüllen den Wunsch nach dem besonderen Genuss, also auch in der Theke durch die Präsentation herausstellen
  • Sind ein sehr renditestarkes und imageträchtiges Sortiment im Lebensmittelhandel
  • Erhöhen das Ansehen beim Kunden, vermitteln in der Theke Sortimentskompetenz und sorgen für ein differenzierendes Frischeprofil
  • Muscheln bieten Vielfalt und Abwechslung. Das sollte auch das Thekenbild zeigen. Und das ist zudem Ansatz für einen vertiefenden Kundenkontakt. Hier eine Muschelpräsentation im französischen Handel.

Wissen checken

Wer aufmerksam gelesen hat, kann die folgenden Fragen beantworten.

Fragen

  1. Welche zwei Hauptarten werden bei Austern unterschieden?
  2. In welchem Temperaturbereich sollen Muscheln gelagert werden?
  3. Was soll der Kunde mit Muscheln machen, die vor der Zubereitung offen sind und sich auch nicht bei Berührung wieder schließen?

Antworten

  1. Unterschieden werden die Europäische Auster und die Pazifische Felsenauster.
  2. Zwischen 4 und 7 Grad Celsius, kein direkter Kontakt zum Eis.
  3. Diese Muscheln entfernen. Das Ganze könnte ein Indiz dafür sein, dass die Muschel nicht mehr frisch ist.

Die Warenverkaufskunde erscheint regelmäßig als Sonderteil im Magazin Lebensmittel Praxis. Wir danken Deutsche See Fischmanufaktur in Bremerhaven für den fachlichen Rat und das zur Verfügung gestellte Material.