Warenverkaufskunde Kaugummi - Süß ohne Zucker

Zahnpflege und frischer Atem sind die wichtigsten Argumente für Kaugummi. Wissenswertes zu Produktion und Platzierung am PoS.

Freitag, 30. Januar 2015 - Warenkunden
Heidrun Mittler
Artikelbild Kaugummi - Süß ohne Zucker
Bildquelle: Shutterstock

Inhaltsübersicht

Süß ohne Zucker

Mehr als 90 Prozent aller in Deutschland angebotenen Kaugummis sind zuckerfrei. Welche alternativen Süßungsmittel zum Einsatz kommen, steht auf der jeweiligen Packung. Diese haben eine viel höhere Süßkraft als Zucker, zugleich einen niedrigeren Brennwert – man spart also Kalorien. Außerdem wirken sie nicht kariesfördernd, haben stattdessen einen positiven Einfluss auf die Zahngesundheit. Zum Einsatz kommen Süßstoffe (wie zum Beispiel Aspartam) und Zuckeraustauschstoffe, wie Xylit oder Maltit.

Auf manchen Produkten, die mit Aspartam gesüßt werden (darunter Kaugummi), steht der Hinweis „enthält eine Phenylalaninquelle“. Das hat folgenden Hintergrund:

Aspartam ist ein Süßstoff, der etwa 200-mal süßer als Zucker ist. Bei der Verdauung wird er unter anderem in L-Phenylalanin aufgespalten, eine lebensnotwendige Aminosäure. Sie kommt in der Muttermilch und vielen natürlichen Lebensmitteln wie Fleisch, Fisch, Getreide und Gemüse vor. Bei der Phenylketonurie – einer seltenen Erbkrankheit – wird verhindert, dass der Baustein Phenylalanin normal abgebaut und verstoffwechselt werden kann. Der Hinweis „enthält eine Phenylalaninquelle“ ist also eine wichtige Information für die sehr kleine Bevölkerungsgruppe, die an dieser angeborenen Stoffwechselkrankheit Phenylketonurie (abgekürzt PKU) leidet. Für alle anderen Verbraucher hat dieser Hinweis keine Bedeutung.

Zuckeraustauschstoffe sind süß schmeckende Kohlenhydrate, die einen geringeren Einfluss auf den Blutzuckerspiegel haben als Haushaltszucker, da sie insulinunabhängig verstoffwechselt werden. Daher werden sie zum Beispiel in der Diabetikerernährung verwendet, zudem in Kaugummis oder Zahnpasta eingesetzt. In der EU sind einige Zuckeraustauschstoffe zugelassen, die chemisch betrachtet zu den Zuckeralkoholen gehören. Das hat aber nichts mit dem Alkohol zu tun, den alkoholische Getränke enthalten (dabei handelt es sich stattdessen um Ethylalkohol; chemisch: Ethanol).

Zuckeraustauschstoffe wie Isomalt, Sorbit, Mannit, Maltit oder Xylit werden meist aus Früchten und Gemüse gewonnen. Aus gesundheitlicher Sicht sind sie unbedenklich. Zuckeralkohole können jedoch in größeren Mengen (mehr als 20 bis 30 g pro Tag) abführend wirken, weil sie im Darmtrakt nur langsam resorbiert werden, dort Wasser binden und so den Stuhl verflüssigen.

Wissenscheck

Wer diese Warenverkaufskunde aufmerksam gelesen hat, kann folgende Fragen leicht beantworten.

Die Warenverkaufskunde erscheint regelmäßig als Sonderteil im Magazin Lebensmittel Praxis. Wir danken dem Bundesverband der Deutschen Süßwarenindustrie, Bonn, und der Wrigley GmbH, Unterhaching, für den fachlichen Rat.

Bilderklärung

1. Zahnpflege steht bei diesem Streifen im Vordergrund, das zeigen die blauen Mikrogranulate.
2. u. 3. Geballte Ladung: Die kompakten Streifen entlassen beim Kauen Fruchtaroma.
4. Kissen: Praktische Einzelportion mit Überzug, häufig in größeren Stückzahlen in Dosen verpackt.
5. Brocken: Auf Englisch auch Chunk genannt, weiche Konsistenz, meist beliebt bei Kindern.
6. Dragee: Kleine Form, oft mit Minz- oder Mentholgeschmack.
7. Kugel/Drops: Mit buntem Überzug, in verschiedenen Geschmacks-richtungen erhältlich.
8. u. 9. Klassiker: Streifen mit den Maßen zwei mal sieben Zentimeter.