Vorhergesagt Choviva statt Kakao, Tee statt Kaffee – Social Media als Treiber neuer Genussroutinen

Hintergrund

Social-Media-Trends beeinflussen das Geschäft immer stärker. Welche Hypes das Potenzial haben, Sortimente zu verändern.

Donnerstag, 07. Mai 2026, 07:40 Uhr
Lina Arnold
Döner Croissant: Eigentlich war es als Aprilscherz gedacht. Bildquelle: Screenshots

Döner-Croissant

Immer wenn man meint, man hätte bereits alles gesehen, kommt ein Discounter um die Ecke und präsentiert etwas völlig Neues. Lidl hat nämlich gemeinsam mit Muca Kebap das neue Döner-Croissant herausgebracht. Besonders daran ist die Entstehung des Produkts: Dem Ganzen ging ein Aprilscherz des Discounters voraus. Doch die Resonanz auf das Bild des Döner-Croissants war so positiv, dass Lidl eigentlich nichts anderes übrig blieb, als die Neuschöpfung auf den Markt zu bringen. In einer Community-Aktion wurden von Lidl und Muca Kebap kurzerhand 1.000 Döner-Croissants verschenkt und die Aktion auf Social Media geteilt. Eine ziemlich clevere Aktion und womöglich das neue Hype-Food der jungen Generation. „Sweet & Salty“ wird hier auf Berliner Art interpretiert und die Kunden lieben es. Es bleibt abzuwarten, welche weiteren Variationen dieses Trends wir bald auf Social Media sehen werden. Wer hier schnell reagiert, kann Trends setzen und auf den viralen Zug aufspringen.

Schokolade ohne Schokolade

Nicht nur zum Kaffee suchen die Menschen nach Alternativen. Auch die klassische Schokolade scheint langsam ausgedient zu haben. Die Gründe hierfür sind vielfältig: Sie reichen von steigenden Kakaokosten bis hin zu gesundheitlichen und ökologischen Aspekten. Eine neue Alternative zur herkömmlichen Schokolade ist beispielsweise Choviva. Der kakaoähnliche Geschmack wird durch eine besondere Verarbeitung von Sonnenblumenkernen erzielt. Das ist ein Rohstoff, der regional bezogen werden kann und somit nur einen Bruchteil des ökologischen Fußabdrucks von klassischem Kakao hinterlässt. Diese Entwicklung zeigt vor allem eines: Die Menschen leben immer bewusster – sowohl im Hinblick auf ihre Gesundheit als auch auf die Umwelt. Produkte sind heute weit mehr als nur Waren; sie sind Ausdruck von Lifestyle, Politik und Haltung. Es ist daher absolut sinnvoll, sich mit Schokoladensubstituten vertraut zu machen, um den eigenen Fußabdruck zu verringern. Wer innovative Entwicklungen in die Produktion aufnimmt, kann zeigen, dass er mit dem Fortschritt geht.

Tee-Renaissance

Das Lieblingsgetränk der Deutschen ist und bleibt Kaffee, doch in den letzten Jahren haben sich andere Kreationen und Alternativen wie Matcha oder Hojicha unter die breite Masse gemischt. Viele Menschen suchen nach einer Alternative zur herkömmlichen Tasse Kaffee am Morgen. Absehbar für dieses Jahr ist daher die Renaissance des klassischen Tees. Hierbei sprechen Foodies auf Social Media vor allem von strukturierten Teesorten mit Blüten, Früchten oder Kräutern, die nicht nur intensiv im Geschmack, sondern auch optisch ansprechend sind. Es geht also nicht nur darum, Alternativen in Geschmack oder Wirkung zu finden, sondern vor allem auch da­rum, dass das Auge „mitisst“ – oder in diesem Fall: mittrinkt. Tee könnte aber nicht nur als Einzelprodukt relevanter werden, sondern auch als Geschmacksträger in anderen Produkten wie Gebäck oder Getränken fungieren. Lebensmittelhersteller sollten sich mit der Tee-Renaissance also schnellstens vertraut machen!

Die LP-Kolumnistin Lina Arnold ist CEO von Joli und Expertin für Food-Trends und Konsumverhalten. Mit viel Gespür und Einblick in große Datenbanken zeigt sie, welche Trends den Lebensmittelhandel beeinflussen und wie Marken davon profitieren. Social Media Agentur | TikTok Agentur – Joli