Star-Aufgebot im Einzelhandel
Bereits Anfang Januar veröffentlichte Edeka seine neue Werbung und Kooperation mit Palina Rojinski, die sich für den Spot kurzerhand in „Spar-lina“ verwandelte. Nun setzt Aldi noch einen drauf und holt sich den deutschen Schauspielstar Frederick Lau ins Haus. Gemeinsam erweitern sie den Aldi-Nord-Claim „Gutes für alle“ um „Gutes für Lau“ – gleich ein doppeltes Augenzwinkern. Auffällig ist zudem die aufwendige Produktion mit klarem Spielfilmcharakter. Der Einzelhandel scheint das Jahr mit großen Kampagnen, bekannten Gesichtern und starken Botschaften zu eröffnen. Entgegen dem starken User-Generated-Content-Trend, also dem Trend zu Inhalten, die von Nutzern meist mit wenig Aufwand erstellt werden, sehen wir auch immer wieder große Stars und cineastische Produktionen auf Social Media. Ergänzend zum Grundrauschen ist die Aktivierung von Persönlichkeiten wie Frederick Lau ein passendes Highlight und ein toller Jahresstart für den Lieblings-Discounter der Gen Z.
Japanese Cheesecake
Die besten Rezepte sind die, die möglichst wenige Zutaten benötigen und schnell gemacht sind. Nach Overnight-Oats erobert nun der Overnight-Lotus-Joghurt die Feeds. Creators auf Social Media stecken dafür die berühmten Lotus-Kekse längs in einen Becher Joghurt, stellen das Ganze über Nacht in den Kühlschrank und erhalten am nächsten Tag ein cremiges Dessert. Zwei Zutaten, fix gemacht und sogar für die tägliche Proteinzufuhr geeignet. Das DIY-Dessert wird bereits in verschiedenen Versionen getestet, etwa mit Kaffee als Tiramisu-Option oder mit Früchten für eine frischere Frühstücksvariante. Das einfache Rezept lädt zum Nachmachen ein und animiert User, das Video zu speichern oder zu teilen. Für Marken eröffnet sich also wieder die Chance, kreative Abwandlungen des Food-Trends zu kreieren: Zum Beispiel mit dem Slogan „Japanese Cheesecake but make it …“. Lebensmittelhändler können den Trend in den Markt transportieren und zum Beispiel Kekse gemeinsam mit einem Rezept bei den Milchprodukten platzieren.
Bye Matcha! Hello Hojicha!
2025 war Matcha mehr als nur ein Getränk – er wurde zum Community-Key für Marken, Cafés und Creators und hat regelrecht einen Kult gebildet. Matcha-Händler, neue Café-Konzepte und Variationen von Matcha-Drinks schossen wie Pilze aus dem Boden. Doch 2026 klopft bereits ein neuer Drink an die Community-Tür und macht dem grünen Kultgetränk Konkurrenz. Bei Hojicha handelt es sich ebenfalls um grünen Tee. Dieser erhält jedoch seine dunklere Farbe sowie ein nussiges, karamelliges Aroma durchs Rösten der Blätter. Zubereitet wird Hojicha ähnlich wie Matcha – als Latte, Iced Drink oder pur. Und genau hier liegt das Trendpotenzial. Erste Creators auf Tiktok erklären Matcha bereits für „over“ und feiern Hojicha als neuen Helden für das Jahr 2026. Vielleicht haben wir hier die neue Dubai-Schokolade? Für Lebensmitteleinzelhandel und Gastronomie bleibt es spannend, den Trend zu beobachten und schnell zu handeln, um als First Mover dabei zu sein, während das nächste Kultgetränk geboren wird.
Die LP-Kolumnistin Lina Arnold ist CEO von Joli und Expertin für Foodtrends und Konsumverhalten. Mit viel Gespür und Einblick in große Datenbanken zeigt sie, welche Trends den Lebensmittelhandel beeinflussen und wie Marken davon profitieren.

