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Interview mit Helmut Brunner Trend zu Mikro-Regio

Lebensmittel Praxis | 07. April 2013
Interview mit Helmut Brunner: Trend zu Mikro-Regio

Bildquelle: www.helmut-brunner.de

Helmut Brunner, Staatsminister für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten, über Siegel, Qualität und die Marke Bayern.

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Bayern führt neben dem Qualitätssiegel Geprüfte Qualität, GQ, nun auch das Bayerische Regionalsiegel ein. Warum?
Helmut Brunner: Mit der Einführung eines Bayerischen Regionalsiegels wollen wir dem immer stärkeren Trend zu regional erzeugten Lebensmitteln Rechnung tragen. Immer mehr Kunden wollen gezielt Käse aus dem Allgäu, Lamm aus dem Altmühltal oder Gemüse aus Franken. Das neue Siegel ermöglicht die Benennung einer kleinräumigen, transparent definierten Herkunftsregion, kombiniert mit den hohen Qualitätsstandards des GQ-Programms – beide werden unter staatlicher Aufsicht kontrolliert.

Der breiten Masse ist das Siegel noch relativ unbekannt. Werden Handel und Hersteller unterstützt bzw. welchen Anreiz haben sie, mitzumachen?
Flankierende Werbemaßnahmen unserer „Agentur für Lebensmittel – Produkte aus Bayern“ tragen zu einer weiteren Steigerung der Bekanntheit des Zeichens bei. So haben wir im Jahr 2012 rund 1 Mio. Euro in eine breit angelegte Informationskampagne investiert und planen, diese 2013 fortzusetzen…

…mit dem Ziel?
Bekanntmachung des Zeichens beim Verbraucher und die Verankerung der wesentlichen Inhalte. Diese sind: Produkte von bayerischen Bauern, kurze Wege, dreistufiges Kontrollsystem und mehr Transparenz. Teil dieser Kampagne sind auch Werbemaßnahmen in Kooperation mit Handelsunternehmen sowie Verkaufsfördermaßnahmen im Lebensmittel-Einzelhandel, wie beispielsweise der Einsatz von Bäuerinnen im Supermarkt zur Verbraucherinformation oder die Bereitstellung von Werbematerial.

Bio, Region, GQ, die EU-Siegel g.g.A., g.U. und viele mehr: Wie viele Siegel vertragen Handel und Verbraucher eigentlich?
Nachweislich haben staatlich getragene Siegel bei Verbrauchern einen hohen Stellenwert und genießen großes Vertrauen. Dies bestätigt auch die durchweg positive Resonanz auf unser Programm „Geprüfte Qualität – Bayern“, die wir momentan erfahren. Gerade auch deshalb habe ich das Bayerische Regionalsiegel auf der Grundlage von „Geprüfte Qualität – Bayern“ aufgebaut.

Und was treibt Sie 2013 noch weiter an?
Zentrale Herausforderung wird sein, die Marke Bayern im Export wie im Inland noch weiter voranzubringen. Im Inland werden wir die Regionalität und deren verlässliche Kennzeichnung weiter stärken. Dafür werden wir uns auch noch intensiver mit anderen Wirtschaftsbereichen wie Tourismus und Gastronomie vernetzen, um gemeinsam das herausragende Image Bayerns noch effizienter zu nutzen. Wir wollen zum Beispiel Landwirte und Gastwirte näher zusammenbringen und die Stärken der bayerischen Küche gezielt kommunizieren und damit auch unsere kulinarischen Traditionen und regionaltypischen Spezialitäten fördern.

Bild: „Staatliche getragene Siegel genießen beim Verbraucher nachweislich großes Vertrauen.“ Staatsminister Helmut Brunner