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USA Originalität gesucht

Bettina Röttig | 10. Mai 2013

Spezialitäten aus den Vereinigten Staaten sind gefragter denn je bei den Bundesbürgern.

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Beef Jerky, Root Beer, Peanutbutter Cups. Knapp 530 US-amerikanische Lebensmittel stehen aktuell beim Online-Versandhändler Amazon Deutschland zur Auswahl. Die Google-Suche (rund 617.000 Ergebnisse) liefert unzählige, auf original US-amerikanische Produkte spezialisierte Online-Shops und stationäre Geschäfte – und viele Tipps für USA-Fans, wo denn welche vermisste Leckerei aus dem Land der Stars and Stripes zu finden ist.

1,9 Mrd. Euro betrug das Volumen der Exporte von Lebensmittelrohstoffen und verarbeiteten Lebensmitteln aus den USA in die Bundesrepublik 2012.

Typische Lebensmittel und Getränke, vor allem Süßwaren und Feinköstliches aus den Vereinigten Staaten sind beliebt bei den Bundesbürgern. Sie haben längst Einzug gehalten in den deutschen Lebensmittelhandel und sich feste Regalplätze bei den Vollsortimentern und Feinkost-Abteilungen der großen Kaufhäuser erobert. Kein Wunder also, dass Deutschland als interessanter Exportmarkt für US-amerikanische Firmen gilt. Mit einem Volumen von 2,5 Mrd. USD (1,9 Mrd. Euro; Agrarerzeugnisse, Fischerei- und Forstprodukte) erreichten die Ausfuhren von Rohwaren und verarbeiteten Lebensmitteln in die Bundesrepublik im vergangenen Jahr einen Höchststand. Rund 755 Mio. USD entfallen dabei auf Produkte für den Endverbraucher. Besonders positiv entwickelte sich der Absatz von Fleisch (plus 30 Prozent; Bild 2).

Über wachsende Umsätze mit den ländertypischen Produkten freuen sich der stationäre Lebensmittel-Einzelhandel ebenso wie Online-Händler hierzulande. „Wir können erkennen, dass die Nachfrage nach amerikanischen Produkten leicht, aber kontinuierlich ansteigt“, beobachtet man in der Zentrale von Real in Mönchengladbach. „Das verstärkte Interesse am amerikanischen Sortiment ist sicher auch durch Reisen unserer Kunden in die USA und durch Aupairs- und Austauschsemester bedingt. Auch US-amerikanische Soldaten an Militärstützpunkten in Deutschland gehören zu unseren Kunden und freuen sich, auch in Deutschland Produkte aus ihrer Heimat kaufen zu können.“

Auch bei dem auf Feinkost spezialisierten Online-Shop Gourmondo steigen die Abverkäufe an. Dabei verzeichnet das Unternehmen bei der Nachfrage nach US-amerikanischen Produkten saisonale Spitzen, „z.B. zum Super Bowl oder zu Halloween“, wie Aki Nadja Blum, Manager Marketing Kooperationen & PR bei Gourmondo, erklärt. Diese Anlässe bieten sich besonders für Promotion- oder Länderaktionen an – auch im stationären Handel. So wird das amerikanische Sortiment bei Real vor allem zu Valentinstag, Halloween und Thanksgiving in den Fokus der Werbung (Angebotsprospekt) gestellt.

Was jedoch heute als typisch amerikanisch eingestuft wird, ist Ansichtssache. Nach Erfahrungen von Gourmondo.de werden von Kunden beispielsweise US-Beef, Jelly Belly Fruchtdragees und Jack Daniel’s Whiskey als typisch amerikanisch wahrgenommen. Real bietet im Länderblock aktuell 72 US-amerikanische Lebensmittel an. Dazu gehören in erster Linie Produkte aus dem Trockensortiment und Süßwaren sowie Saucen wie zum Beispiel Parade Macaroni & Cheese Dinner, Boyer Peanut Butter Cups, Jim Beam BBQ Sauce. Für Netto Marken-Discount zählen noch immer die Klassiker Coca-Cola und Wrigleys Kaugummi als typisch amerikanisch. Unter der Eigenmarke „American Style“ bietet der Discounter zudem das ganze Jahr über Produkte wie Bacon, Popcorn, Sandwich-Toast etc. an.

Viele Produkte gelten für Rila Feinkost-Importe bereits als „eingedeutscht“. „Viele Produkte bzw. Gerichte haben schon Einzug in die deutsche Küche gehalten, z.B. Muffins, ohne dass sie noch als amerikanische Spezialität wahrgenommen werden. „Die eigentliche Herkunft verschwindet teilweise“, heißt es in Stemwede. So legt Das Unternehmen nach eigenen Angaben Wert darauf, ausgefallene Produkte aufzuspüren. Nicht die Massenartikeln wie z.B. Muffin-Backmischungen, alles rund um den Hamburger, Fast Food und Co, seien unter der Marke Nick the easy rider zu finden, sondern ausgewählte Produkte mit kulinarischem Anspruch.

Dass das US-Sortiment noch Potenzial bietet, darüber sind sich die Anbieter einig. Bei Gourmondo sieht man vor allem im Getränkebereich noch Luft – beispielsweise bei US-amerikanischen Sondereditionen oder bestimmten Sorten, die nur in den USA verfügbar seien. Auch im Bereich Fleisch-Snacks steckt noch viel Wachstumspotenzial, ist sich Jack Link’s sicher. Um mehr als 40 Prozent legte der Absatz der Trockenfleisch-Snacks deutschlandweit 2012 im Vergleich zum Vorjahr zu. In diesem Jahr soll das Sortiment daher um drei neue auf insgesamt neun Sorten erweitert werden. Die neuen Varianten Beef Jerky Teriyaki und Beef Jerky Peppered zählten laut Unternehmen 2012 bereits zu den Top-5 Snacks in den USA , zudem kommt der Turkey Snack Oven Roasted in die Regale.

„Wir beobachten kontinuierlich neue Produkte und erweitern dort, wo es sinnvoll ist und die Nachfrage nach unserem Produktangebot an amerikanischen Lebensmitteln besteht“, heißt es bei Real. Damit läuft der Händler bei Herstellern und Exporteuren US-amerikanischer Lebensmittel offene Türen ein. Das U.S. Department of Agriculture (USDA) sieht Wachstumschancen vor allem in Angeboten für die ältere Generation, Produkte, die Wellness-Attribute mitbringen, Convenience, aber auch Bio- und Faitrade-Produkte sowie Erzeugnisse mit der Positionierung „nachhaltig“. Zudem stuft die Behörde die Absatzchancen für Cranberries, Fisch- und Meeresfrüchte, hochqualitatives sowie exotisches Fleisch sowie innovative Saucen und Süßwaren als vielversprechend ein.

Das USDA fördert den Export nach Deutschland aktuell über die Vermarktungsprogramme von 40 US-Organisationen. Zu ihnen gehören das California Wine Institute, Almond Board of California, Cranberry Marketing Association, Alaska Seafood Marketing Institute sowie U.S. Meat Export Federation.