Länderreport Mecklenburg-Vorpommern Essen Sie sich gesund - Länderreport Mecklenburg-Vorpommern: Teil 2

Mecklenburg-Vorpommern will Gesundheitsland Nummer eins werden in Deutschland. Ernährungs- und Gesundheitsbranche knüpfen schon mal neue Netzwerke.

Mittwoch, 04. Oktober 2017 - Länderreports
Susanne Klopsch
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Bildquelle: Getty Images, AMV

Von 2015 zu 2016 ist die Anzahl der Betriebe im Bundesland von 166 auf 156 leicht gesunken. Betroffen waren vor allem die Teig- und Backwarenindustrie sowie das Schlachtgewebe und die Fleischverarbeitung. Auch bei der Milchverarbeitung und der Herstellung von Futtermitteln sind die Zahlen rückläufig. Dennoch ist die Gesamtbeschäftigtenzahl stabil. Wie auch in anderen Bundesländern ist die Branche der Ernährungsindustrie durch KMUs geprägt. Laut Angaben des Statistischen Landesamtes haben mit Stichtag 30. September 2016 nur 16 Unternehmen mehr als 250 Beschäftigte, was einem Anteil von 10,3 Prozent entspricht. Die große Masse – nahezu 90 Prozent – der Unternehmen der Ernährungsbranche sind als KMU einzuordnen.

Das wirkt auf die Warenausfuhr. Beim Blick auf die Exportquote, die laut Destatis im Jahr 2015 bei 72,2 Prozent lag, gibt es bei der Ernährungsindustrie noch viel Luft nach oben. Laut Bundesvereinigung der Deutschen Ernährungsindustrie (BVE) schaffte es die Branche hierzulande insgesamt auf eine Quote von 33 Prozent. In MV lag sie bei 17 Prozent. Für Jarste Weuffen, Geschäftsführerin der AMV, gilt es, hier Ressourcen zu erschließen und zu fördern.

Der AMV ist das Netzwerk der Ernährungswirtschaft. Damit ist der Verein die Plattform für den Mittelstand und der Türöffner und Wegbereiter für neue Ideen. Nach 16-jähriger, erfolgreicher Durchführung der „Branchentage Ernährungswirtschaft“ war die Zeit – auch mit dem Blick nach Mitteldeutschland – reif für Veränderung.

Im April 2017 gab es den 1. Norddeutsche Ernährungsgipfel. Mehr als 170 Vertreter der Branche sowie aus Dienstleistungsbereichen, Handel, Politik und Verwaltung, Wissenschaft und anderen Netzwerken in Deutschland trafen sich im Ostseebad Ahrenshoop. Nach dem fulminanten Start steht der Termin für den 2. Norddeutschen Ernährungsgipfel am 10. April 2018 schon fest. Neben dem brisanten Thema Arbeitskräfte, Führungskompetenz, Mitarbeiterführung und -bindung steht die Rolle der Digitalisierung bei der betrieblichen Personalpolitik auf der Agenda.

Im Auftrag des Ministeriums für Landwirtschaft und Umwelt Mecklenburg-Vorpommern organisiert und betreut AMV zum 9. Mal in Folge den Gemeinschaftsstand bei der Anuga Fine Food. Unter dem Dach des AMV ist der Gemeinschaftsstand Treffpunkt für Gespräche mit Partnern, Fachkunden und Gästen und natürlich für alle, die mehr über die Ernährungswirtschaft in MV erfahren möchten. Ein 5 m hoher Turm weist – genau wie ein Leuchtturm den Schiffen – den Besuchern den Weg. Auf 216 qm präsentieren die Unternehmen Friedrichs Mecklenburg, Mecklenburger Kartoffelveredlung, Power Oil, Prolupin und die Schwaaner Fischwaren ihre Produkte. Darüber hinaus gehört ein Kochstudio zum Stand.

Wichtig bleibt der Blick über den Tellerrand. Bereits seit 2002 organsiert der AMV Markterkundungsreisen. In welches Land es geht, entscheiden die Mitglieder. Das Ziel wird durch Befragungen ermittelt.

Im September ging es nach Riga/Lettland. 14 Vertreter aus zehn Unternehmen informierten sich bei Betriebsbesuchen, dem Austausch mit Fachkollegen vor Ort, Storechecks, individuellen Gesprächsterminen, dem Besuch der Riga-Food sowie durch die Teilnahme an der Kooperationsbörse auf der Messe über Rahmenbedingungen für den Export. Sie verschafften sich auch einen Marktüberblick, insbesondere zu Essgewohnheiten, geschmacklichen Präferenzen, Preisniveau und Vorlieben für importierte Lebensmittel sowie über Möglichkeiten des Rohwareneinkaufs. Es war die mittlerweile zehnte Markterkundungsreise des AMV in ein europäisches Land.

Für Jarste Weuffen, Geschäftsführerin des AMV, sind diese Aktivitäten besonders wertvoll: „Die Reiseteilnehmer erhalten einen sehr guten Marktüberblick und viele neue Anregungen für die eigene Produktentwicklung und -gestaltung. Sie kommen mit Fachkollegen ins Gespräch. Dies kann dabei helfen, neue Nischenprodukte zu entwickeln und technologische Abläufe zu optimieren.“

Seit 2013 findet in Schweden die Nordic Organic Food Fair (in Verbindung mit der Natural Products Scandinava) statt. Am 15. und 16. November 2017 wird der AMV wieder mit einem Gemeinschaftsstand in Malmö vertreten sein. Die Messe richtet sich an Fachbesucher. Die Nachfrage nach Qualitätslebensmitteln „Made in Germany“ steigt ständig, was unisono für die Produkte aus Mecklenburg-Vorpommern gilt. Der Messestand wird seit drei Jahren auch von Unternehmen anderer Bundesländer genutzt.

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Bild öffnen Blick über den Tellerrand: Teilnehmer der AMGReisen bei der Kaija Fischfabrik im lettischen Riga.