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Länderreport Mecklenburg-Vorpommern Essen Sie sich gesund

Susanne Klopsch | 05. Oktober 2017

Mecklenburg-Vorpommern will Gesundheitsland Nummer eins werden in Deutschland. Ernährungs- und Gesundheitsbranche knüpfen schon mal neue Netzwerke.

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„Deine Nahrungsmittel seien deine Heilmittel“, wusste schon der griechische Arzt Hippokrates von Kos (um 460 v. Chr.). Er gilt als Begründer der Medizinwissenschaften und ist der „Vater der Heilkunde“. Damit könnte Hippokrates für die von der EU geförderten Projekte zum Thema „Ernährung und Gesundheit“ Pate gestanden haben, die Agrarmarketing Mecklenburg-Vorpommern e. V. (AMV) im Rahmen der Vernetzung von Ernährungs-und Gesundheitswirtschaft im Bundesland umsetzt. Doch das war gar nicht notwendig.

Das Branchennetzwerk kennt den Einfluss der Ernährung – selbstverständlich neben sportlicher Aktivität, Sonnenlicht und einem ausgeglichenen Seelenleben – auf unser Wohlbefinden, unsere Fitness und unsere Gesundheit sehr gut. Allerdings kennen die Mitglieder auch die Fallstricke. Derzeit arbeitet AMV im Rahmen eines mit ERFE-Mitteln geförderten Dreijahresprojektes zur Vernetzung von Gesundheitswirtschaft und Ernährungswirtschaft an einem Branding. Ziel ist die Umsetzung eines einheitlichen Auftritts für die Vermarktung unter dem Dach des Landesmarketings. Unter dem Claim „Schmeck die Natur“ will sich die Ernährungswirtschaft des Landes künftig vermarkten. Eine bundesweite repräsentative Befragung hat ergeben, dass Lebensmittel aus Mecklenburg-Vorpommern (MV) in erster Linie mit der Natur des Landes in Verbindung gebracht und positiv aufgeladen werden.

Die Ernährungswirtschaft Mecklenburg-Vorpommerns profitiert von der landwirtschaftlichen Prägung des Landes. Denn mehr als die Hälfte der Landesfläche wird landwirtschaftlich genutzt. Die Verarbeitung und Veredelung von Agrarerzeugnissen aus der Region ist ein Qualitätsmerkmal der Ernährungswirtschaft. Daraus ergeben sich zahlreiche Anknüpfungspunkte mit der Gesundheitswirtschaft. Diese ist ein wesentlicher Baustein zur Entwicklung des Landes zum Gesundheitsland Nummer eins in Deutschland. 2015 startete das mit ERFE-Mitteln geförderte Projekt „Dienstleistungen für die Koordinierung zur Stärkung regionaler Lebensmittel für eine Ernährung für die Gesundheit in Großversorgungseinrichtungen“ (Großversorgerprojekt). Dieses ermöglichte auf der einen Seite die Pflege einer Fachkunden-Datenbank der Gesundheitsbranche (Krankenhäuser, Reha-Kliniken, Pflegeeinrichtungen, aber auch Wellness-Einrichtungen). Auf der anderen Seite wurde eine passwortgeschützte neue Produkt-Datenbank entwickelt, die neben herkömmlichen Produktsuchen auch die Suchfunktion nach Produkten bei Nahrungsmittelunverträglichkeiten und Produktspezifikationen umfasst. Zudem kann direkt vom Produkt aus Kontakt zum Produzenten aufgenommen werden.

Wussten Sie, dass
  • ...dass der AMV 60 Mitglieder, 43 Fördermitglieder und 15 Kooperationspartner hat?
  • die AMV-Mitglieder aus Ernährungsindustrie und Ernährungshandwerk mehr als 5.500 Menschen in MV beschäftigen?
  • der AMV 2016 insgesamt 35 Veranstaltungen mit 912 Teilnehmern durchgeführt hat?
  • alleine das Ernährungsgewerbe für jährlich ein Drittel des Gesamtumsatzes der verarbeitenden Gewerbes in MV steht?
  • 156 Betriebe der Ernährungswirtschaft mehr als 20 Mitarbeiter beschäftigen? der Umsatzanteil der Ernährungswirtschaft in MV 3,5 mal so hoch ist wie im Bundesdurchschnitt?
  • Wasserreichtum, ländliche Prägung und das Ostsee-Klima des Bundeslandes die überzeugendsten Argumente für deutsche Konsumenten beim Kauf von Lebensmitteln aus MV sind?

Im Mai 2017 fand unter Schirmherrschaft von Minister Harry Glawe, Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit, das Symposium „Ernährung für die Gesundheit“ statt. Der Zuspruch war enorm. Mehr als 300 Fachkunden nutzten die Veranstaltung, um sich zu informieren, 60 Aussteller stellten nicht nur ihre Produkte aus, sondern standen den Interessierten Rede und Antwort.

Doch auch ein Blick auf die nüchternen Zahlen muss sein. Die Ernährungswirtschaft ist mit einem Anteil von 9,2 Prozent deutschlandweit mit 580.000 Beschäftigten in 5.960 Betrieben der drittgrößte Industriezweig. In Mecklenburg-Vorpommern nimmt die Branche einen hohen Stellenwert ein. Mit 35,8 Prozent ist das Ernährungsgewerbe der umsatzstärkste und wichtigste Industriezweig des verarbeitenden Gewerbes.

Im Detail werden Stärken deutlich. Milch und Milchprodukte sowie Fisch und Fischproduktion liegen in MV über dem Bundesniveau. Die Obst- und Gemüseverarbeitung, Getränkeherstellung sowie Fleisch und Fleischprodukte weisen dagegen unterdurchschnittliche Zahlen auf. Der Gesamtumsatz ist um 110 Mio. Euro zum Vorjahr gestiegen.