Edeka Rotthowe Verwurzelt im Münsterland

Der neue Edeka-Markt der Familie Rotthowe am alten Standort in Münster-Handorf präsentiert sich größer und moderner. Die Händlerfamilie setzt auf Frische, Bedienung und Regionalität.

Freitag, 30. April 2021 - Ladenreportagen
Wibke Niemeyer
Artikelbild Verwurzelt im Münsterland
Bildquelle: Reinhard Rosendahl

1.300 statt 800 Quadratmeter Verkaufsfläche. Energieeffiziente LED-Beleuchtung statt Neon- und Halogenlichter an der Decke. Verschließbare Kühlschränke statt offener Regale bei den Molkereiprodukten. Gemeinsam mit Store-Designer Michael W. Junker haben die Inhaber Frederik und Friedhelm Rotthowe das Konzept unter dem Motto „Genuss pur“ für ihren Neuauftritt in Münster-Handorf entwickelt. „Der neue Markt sollte heller und größer werden. Außerdem ging es mir und uns darum, die Verweildauer der Kunden entscheidend zu erhöhen“, erklärt Handelsexperte Junker. Und das Konzept geht auf. „Die Menschen gehen hier nicht nur einkaufen, sondern kommunizieren im Markt miteinander“, erzählt Frederik Rotthowe von seinen Beobachtungen. Während des Marktrundgangs spricht ihn sein ehemaliger Lehrer an: „Das ist toll, was du hier für uns geschaffen hast. Dafür wollte ich mich bedanken.“

In Handorf kennt und schätzt man sich. Der Ortsteil mit rund 8.000 Einwohnern, im Osten von Münster gelegen, wird durch Einfamilienhaussiedlungen geprägt und ist vor allem bei Familien beliebt. Beheimatet ist der Markt in einem Gebäudekomplex mit Wohnungen und Tiefgarage. Ein Parkplatz im Innenhof bietet mehr als 50 – teils überdachte – Stellmöglichkeiten. Für die fachkundige Beratung sorgen mehr als 40 Mitarbeiter. Marktleiter Frank Marschalek hält hier die Zügel fest in der Hand.

Keine Abteilung ist zu übersehen
Mit Frühlingsblühern vor dem Markt und Schnittblumen im Eingang lässt Frederik Rotthowe Blumen sprechen. Die Wegführung im Innern ist so gestaltet, dass kaum eine Abteilung übersehen werden kann. Regale mit 1,60 beziehungsweise 1,80 Metern Höhe geben einen guten Überblick über das vielfältige Sortiment mit etwa 20.000 Artikeln.

Frederik Rotthowe setzt neben der Nähe zu den Kunden auf die Kompetenzen Frische, Bedienung und Regionalität. Nudeln, Eintöpfe, Gebäck und Kaffee sind „frisch aus erster Hand“ und stammen von mehr als 50 Lieferanten aus dem Münsterland, darunter vom Hof Austermann und Gut Erpenbeck. „Landwirte kommen auf mich zu und suchen neue Absatzmärkte“, erzählt er.

Mit der Abteilung Unverpackt folgt beim Rundgang nach Obst und Gemüse ein Highlight. Kunden können individuell bis zu 50 verschiedene Produkte wie Reis, Zucker oder Nudeln in bereitgestellte Gefäße füllen und so aktiv einen Beitrag zur Vermeidung von Verpackungsmüll leisten. „Ein wichtiges Thema in der heutigen Zeit. Diese Abteilung ist in neuen Märkten nicht mehr wegzudenken“, sagt Rotthowe.

Genuss pur – das Motto des Ladenbaukonzeptes ist plakativ über den Frischetheken zu lesen. An einer 5 Meter langen Fischtheke gibt es eine Auswahl an 30 verschiedenen, saisonal wechselnden Meerestieren. „Das ist ein Alleinstellungsmerkmal“, betont Rotthowe, der in den Schulferien und später in den Semesterferien während des BWL-Studiums immer im Geschäft mitgeholfen hat. Insgesamt misst die Frischetheke – mit Fisch und Feinkost, Fleisch, Wurst sowie Käse – eine Länge von 25 Metern.

Heimatgefühle als Spirituose
Apropos Käse. Weil Käse und Wein so gut zusammenpassen, liegt in unmittelbarer Nähe zur Käsetheke die großzügige Weinabteilung. Auch Veranstaltungen wie Weinverkostungen sind dort geplant. Eine besondere Spirituose steht auf einem Tisch. Herrencreme, eine für das Münsterland typische Nachspeise aus Vanillepudding mit Schlagsahne sowie Raspeln von Blockschokolade und einem guten Schuss Rum, ist in flüssiger Form als Dessertlikör erhältlich. Dieser sorgt für Heimatgefühle und ist ein wahrer Verkaufsschlager, weiß Rotthowe. Seit elf Jahren ist er im Unternehmen tätig und betreibt mit seinem Onkel Friedhelm fünf Märkte im Münsterland mit unterschiedlichen Betriebskonzepten, die zukunftsfähig und auf die jeweiligen Kundenbedürfnisse ausgerichtet sind.

Bis sich im November vergangenen Jahres die Markttüren in Handorf wieder öffneten, war der Supermarkt übergangsweise in den kleinen Rotthowe-Getränkemarkt gezogen. Eine Schließung während der Bauzeit war keine Option. „Wir wollten vor Ort präsent bleiben, auch um unseren Stammkunden weiter den gewohnten Service zu bieten“, sagt Rotthowe. Denn neben dem Supermarkt gibt es mit Lidl nur ein weiteres Lebensmittelgeschäft. Der Getränkeverkauf wurde eingestellt und das Provisorium umgebaut. „Wir mussten das Sortiment reduzieren. Denn wir hatten nur 300 Quadratmeter zur Verfügung“, erzählt er. Fleisch, Wurst und Käse wurden im Verkaufswagen angeboten. Zurück am alten Standort ist nun wieder mehr Platz.

Fakten im Fokus

1.300 qm Verkaufsfläche
40 Mitarbeiter
rund 20.000 gelistete Artikel
25 Meter Frischetheke mit Fisch, Feinkost, Fleisch, Wurst und Käse
von montags bis samstags 8 - 20 Uhr

Schnell gelesen
Edeka Rotthowe, Dorbaumstr. 3, 48157 Münster

  • Den ersten eigenen Laden, damals mit 25 Quadratmetern, eröffnete Gründer Rudolf Rotthowe 1951.
  • Durch verschließbare Kühlschränke in der Molkerei- und TK-Abteilung ist das Temperaturempfinden vor allem weniger kalt.
  • Die Technik des Supermarktes ist mit Wärmerückgewinnung auf dem modernsten Stand.
  • Elektronische Preisauszeichnung sorgt für Effizienzgewinn und absolute Preissicherheit.
  • Mit einem neuen Markt in Münsters Stadtteil Coerde steckt Frederik Rotthowe schon mittendrin im nächsten Bauprojekt.