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Leipzig Frische-Paradies Ein Dach - zwei Möglichkeiten

Silvia Schulz | 06. Juli 2018
Leipzig Frische-Paradies: Ein Dach - zwei Möglichkeiten

Bildquelle: Tom Schulze

Frische-Paradies und Selgros gehen Hand in Hand: In Leipzig eröffnete das Frische-Paradies die erste Shop-in-Shop-Variante.

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Ein gemeinsamer Standort war noch vor Kurzem undenkbar. Aber nur auf den ersten Blick. Denn der C&C-Markt Selgros und der Feinkostspezialist Frische-Paradies gehören zu Transgourmet. Da ließen sich doch Synergien nutzen. Gewagt ist es dennoch: Die Zielgruppen sind unterschiedlich – Endverbraucher einerseits, andererseits Unternehmen.

Fakten im Fokus
  • Verkaufsfläche: 640qm
  • Mitarbeiter: 16
  • Artikel: 8.000
  • Planumsatz 2018: 2,7 Mio Euro
  • Durchschnittsbon: 60 Euro

Der Standort
Die Architektur musste dem Standort angepasst werden. Einziger Wermutstropfen: Der Eingang befindet sich hinter dem vom C&C-Markt. Doch Fahnen, Beachflag und Werbe-Reiter sorgen für Aufmerksamkeit. Auch wenn Türen und Fensterfront wenig Einblick geben, ist das Schaufenster ein Magnet. Einzigartige Hinweisschilder im unteren Teil machen neugierig. Im Windfang stimmt die attraktive Blumendekoration auf entspanntes Einkaufen ein. Gleich zu Beginn des Kundenlaufs verleitet der Saisonaufbau „Spargel“ zum Innehalten. Kunden schauen, kaufen und schalten einen Gang runter.

Das neue Genussmekka ist linksläufig. Nicht ideal, aber gut gelöst, denn nach dem Betreten steht der Kunde schon auf dem Loop, von wo aus Fokuspunkte ihn ins Innere ziehen. Rechts führt der Weg in die begehbare, gekühlte Obst- und Gemüseabteilung.


Das Storedesign
Das Storedesign ist hochwertig und kontrastreich. Der helle Fußboden und die dunkle Decke wirken. Manchmal scheint es, als würde sich das Licht auf dem Fußboden wie auf einer polierten Eisfläche spiegeln. Das Zusammenspiel aus Farben, Materialien, Mobiliar und Beleuchtung ist harmonisch. Dabei ist der Leipziger Standort nicht mit Genussmärkten anderswo zu vergleichen. Er ist edler. Schwarze Wandfliesen, blaue Fliesen in der Fischabteilung, Spiegelflächen wie der Schinkenhimmel, schwarze Regalgondeln mit Holz, Oberflächen aus Kupfer, Kisten aus Naturholz, der rustikale Verkostungstisch aus 08/15-Euro-Paletten, die Sortimentsschilder auf den Gondeln in zarter, weißer Schrift: All das macht den Unterschied. Kurz: Eine Ladenatmosphäre, in der es sich wohlfühlen lässt.

Das Sortiment
Das Sortiment beschreibt Julia Reif, die Marktleiterin, als Best-of aller Frische-Paradiese. Bis auf wenige, an einer Hand abzuzählenden Ausnahmen gibt es ausschließlich Lebens- und Genussmittel. „Unsere Kunden kommen, um das Besondere, Außergewöhnliche zu kaufen“, sagt sie. Das Angebot besteht zu 80 Prozent aus Waren des Pool-Sortiments, rund 20 Prozent kommen von Kleinstlieferanten.

Die Highlights im Sortiment sind die sieben Meter lange Bedientheke für Fisch und Meeresfrüchte sowie die Schinken-Theke. Ein Drittel des Umsatzes generiert der Markt mit Fischwaren. Kein Wunder, ist die küchenfertige Zubereitung bis zum Kofferraumservice mehr als kundenorientiert.

Die zweitstärkste Warengruppe ist Wein. Kunden können aus bis zu 900 Weinen wählen. Dass der Kistenrabatt in Höhe von fünf Prozent daran Anteil hat, stellt keiner infrage.

Schnell gelesen

Frische-Paradies, Maximiiaallee 5, 04129 Leipzig

  • Erstes Frische-Paradies mit Selgros unter einem Dach
  • 95 Prozent der Kunden sind Endverbraucher; bei der Planung ging man davon aus, dass jeder zweite Kunde ein Selgros-Kunde ist
  • C&C-Kunden können beim Einkauf die Fischtheke des Frische-Paradies einsehen und sich während des Einkaufs im Frische-Paradies-Bistro verwöhnen lassen; der Einkauf parkt in der Zeit im gekühlten Schließfach
  • Kunden können die „Genussbox“ abonnieren: monatlich erhalten sie dann besondere Highlights des Sortiments, die Themen wechseln.

Die Besonderheiten
Neben den üblichen Highlights sind die Tresore für Trüffel, Kaviar und Safran neu. Zunehmend nachgefragt werden Kochkurse, Dinner-Abende, Seminare und telefonische Bestellungen. Ein Platz im Bistro ist zur Mittagszeit heiß begehrt. Umso mehr, da das Bistro nicht nur für Frische-Paradies-Kunden da ist. Selgros-Kunden haben barrierefreien Zutritt. Für die Zeit des Essens und Genießens parkt der volle Einkaufswagen im gekühlten Schließfach. Die Vier-Wochen-Karte wird vor Ort kreiert. Die Weinkarte ist zentral vorgegeben. Noch hat das Bistro von 11.30 bis 15.30 Uhr geöffnet. Eine Ausweitung der Öffnungszeiten ist geplant. Der Durchschnitts-Bon im Bistro liegt bei 30 Euro. Was nicht wundert, kommt Andreas Reinke, der Chef des Bistros, doch aus dem Sterne-Restaurant Falco.

Ein weiterer Service: die Genusskarte. Sie bietet Kunden Einkaufsvorteile. Neu und bis jetzt einzigartig sind die in Leipzig angebotenen Genussboxen. Für sie schließt der Kunde ein vierteljährliches, automatisch endendes Abo ab. Die Themen wechseln monatlich. Hübsch verpackt, sind sie auch ein tolles Geschenk.

Das Personal
Bis auf zwei Mitarbeiter haben alle anderen zusammen neu angefangen. Der Background – die gastronomische Ausbildung – eint sie alle. Sie lieben die Produkte, die sie verkaufen. Das spüren Kunden. Der Stammkundenanteil liegt bei 70 Prozent. Das Team pflegt die alte Kaufmannstradition, Kunden mit Namen anzusprechen. Auch kennen alle Mitarbeiter die Umsatzziele ihrer Warengruppen und geben alles, um den Plan zu erfüllen. Dabei unterstützen sie sich und helfen bereichsübergreifend, denn allen ist klar: Der Einzelne ist nur so gut wie das Team. Oder umgekehrt?