Geflügelwirtschaft Transparenzoffensive

Lebensmittel Praxis | 07. August 2012

Mehr als 60 niedersächsische Geflügel-Betriebe öffnen ab heute ihre Ställe für die Öffentlichkeit. Diese Transparenzoffensive will über die Geflügelhaltung informieren und „ein realistisches Bild" vom Alltag der Landwirte zeigen, teilt der Initiator des Projekts, der Niedersächsische Geflügelwirtschaftsverband, mit.

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Nach Absprache mit den Landwirten soll jeder interessierte Bürger die Möglichkeit haben, sich vor Ort anzuschauen, wie Legehennen, Masthähnchen und Puten gehalten werden.

Immer wieder steht die Geflügelbranche am Pranger. Echte und vermeintliche Skandale beschädigen das Image der Landwirte, die sich mit diesem Projekt wehren wollen.

Gut für ihr Image ist auch die erste Auswertung der seit Februar 2012 neu eingeführten „Spot-Audits" innerhalb des QS-Systems. Bei bislang 380 unangekündigten Kontrollen in deutschen Hähnchen- (170), Puten- (182) und Pekingentenställen (28) sei keine einzige K.O.-Bewertung ausgesprochen worden, teilt der Zentralverband der Deutschen Geflügelwirtschaft (ZDG) mit. In mehr als 82 Prozent aller Einzelbewertungen konnte gar die Bestnote vergeben werden. Lediglich bei drei von 6.840 Einzelbewertungen (0,04 Prozent) bewerteten die Prüfer Anforderungen insbesondere im Bereich der Gebäudehygiene als nicht erfüllt. Hier müssen die Tierhalter jetzt innerhalb einer kurzen Frist nachbessern, sonst droht der Ausschluss aus dem QS-System.

„Dieses Ergebnis zeigt, wie ernst unsere deutschen Geflügelhalter ihre Verantwortung nehmen, wie sorgsam sie mit ihren Tieren umgehen", freut sich ZDG-Präsident Leo Graf von Drechsel. Ab Januar 2013 sollen die unangekündigten Kontrollen verbindlich für sämtliche Tierhalter innerhalb des QS-Systems gelten. Im Fokus der unangekündigten Kontrollen stehen die drei Schwerpunkte Tiergesundheit, Tierschutz und Hygiene. Anhand eines klar definierten Anforderungskataloges überprüfen die unabhängigen Auditoren die Einhaltung von 18 Kriterien (z.B. zu Futter- und Arzneimitteln, Betriebshygiene und tierschutzgerechter Haltung).