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Verpackung Schon immer mit der Zeit gegangen

Susanne Klopsch | 26. Februar 2013

Konservendose, Getränkedose, Getränkekarton: Sie gehören seit Jahrzehnten zu den vertrauten Verpackungen am PoS. Und bleiben im Trend.

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Es gibt Gebinde, die kommen nicht aus der Mode. Die Konservenbüchse ist ein Beispiel – selbst wenn sie heute Lebensmitteldose genannt wird. Auch die 2003 politisch ins Abseits gepfandete Getränkedose hat sich in den vergangenen Jahren sukzessive ihren Platz in den Verkaufsregalen zurückerobert. Der Getränkekarton prägt seit mehr als 50 Jahren das Erscheinungsbild der H-Milch am PoS. Gemeinsam ist ihnen allen, dass sie zum einen das Füllgut zuverlässig (auch ohne Kühlung) schützen, zum anderen im Handel leicht zu handhaben sind. Aber auch wenn die Gebinde äußerlich unverändert wirken: Die Hülle hat sich dennoch stark verändert. Nachhaltigkeit und Ressourcenschonung haben ihre Spuren hinterlassen.

So sind die Lebensmitteldosen aus Weißblech in den vergangenen 30 Jahren um 25 Prozent leichter geworden. Das spart Energie und Ressourcen bei Herstellung und Transport. Dazu kommen gute Recyclingeigenschaften und eine Wiederverwertungsquote von 94 Prozent in Deutschland. Bruchsicherheit, einfaches Handling, minimale oder gar keine Umverpackung, ungekühlte Lagerung, lange Restlaufzeiten und damit Abschriften gegen Null sind Argumente, die in Handelskreisen ziehen.

Und die Blechkonserve ist trotz aller Unkenrufe unverändert eine der zentralen Angebotsformen in verschiedenen Warengruppen des sogenannten Trockensortiments. Die Dose war 2011 bei Eintöpfen, Suppen und Gemüse sehr stark. Laut GfK Panel Services Deutschland wurden 75 Prozent der Gemüsekonserven im deutschen LEH in der Dose verkauft, nur 25 Prozent im Glas. Die Konsumenten erwarben 96 Prozent der tafelfertigen Suppen in der Dose und sogar 99 Prozent der Eintöpfe (nass). Dabei genießen größere Gebinde den stärksten Verbraucherzuspruch. Etwa 60 Prozent des Gemüses wurden im vergangenen Jahr laut GfK-Erhebung in der 425-ml-Dose abgesetzt. Bei den Eintöpfen (nass) dominierte mit einem Anteil von 91 Prozent die 850-g-Dose. Die Erfolgsstory der Konservendose wird also weitergehen.

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Zum Auslaufmodell im deutschen LEH war dank des 2003 eingeführten Pfandes auf Getränke in Einweggebinden die Getränkedose geworden. Sie hat es wieder in die Regale zurückgeschafft. Mit mehr Vielfalt bei den Größen und weniger Gewicht. In den vergangenen 40 Jahren reduzierte etwa Dosenhersteller Ball Packaging Europe das Gewicht der Getränkedose aus Aluminium um ca. 50 Prozent. Und die Alu-Dose bleibt auf Diät. Wolfgang Hinkel spricht von einem Quantensprung: Der Geschäftsführer der Ball Packaging Europe Metall GmbH gerät über die Pläne zur Reduzierung der Wandstärke der 0,33-l-Getränkedose aus Aluminium ins Schwärmen. Derzeit wiegt diese Dose ohne Deckel weniger als 10 g, ihre Wände sind gerade mal 0,097 mm dick. Der Plan: „Wir wollen ihr Gewicht um weitere 4,5 Prozent reduzieren.“ Die Wandstärke soll auf 0,090 mm verringert werden. Bei voller Stabilität der Dose, die bis zu 6,2 bar Innendruck standhalten muss. Langfristiges Ziel ist es laut Hinkel, „dass dieses Leichtgewicht zum Standard in unserer Produktion wird“.

Auch der Getränkekarton wurde im Laufe seiner Karriere in den Regalen des Handels immer leichter. Heutzutage setzen Hersteller wie Tetra Pak Deutschland auf nachhaltig produziertes Holz (FSC-Label), immerhin ist der Rohkarton mit einem Gewichtsanteil von 75 Prozent die wichtigste Komponente des Gebindes (weitere Bestandteile sind Polyethylen und Aluminium). Laut Tetra Pak wird dieser in Deutschland vollständig mit regenerativer Energie produziert.

Hierzulande werden rund 65 Prozent aller Getränkekartons recycelt. In der von der APK AG in Merseburg betriebenen Recyclinganlage ist es nun sogar technisch möglich, mittels organischer Lösungsmittel den Polyethylen-Aluminiumverbund sortenrein zurückzugewinnen. Die Klassiker bleiben modern.

Richtiger Umgang mit Verpackung
Dellen in der Konservendose: Sie bedeuten noch lange nicht, dass der Inhalt in Mitleidenschaft gezogen wurde. „Die hauchdünne, aber hochelastische Innenbeschichtung verkraftet mühelos Verformungen“, sagt Nicole Regnery, Manager Marktkommunikation bei ThyssenKrupp Rasselstein. Die in der Dose erhaltenen Lebensmittel blieben bestens bewahrt, auch wenn die Dose eingedellt wurde.
Messer steckenlassen: Die meisten Verpackungen aus Wellpappe sind mittels Perforation so gestaltet, dass sie sich leicht öffnen lassen bzw. sich der obere Teil leicht entfernen lässt, um das Tray im Regal zu platzieren.
Aufräumen: In der Hektik des Verräumens neuer Ware können schon mal Pappe oder Folie im Gang liegenbleiben. Aber nicht zu lange: Abgesehen davon, dass es nicht schön aussieht – Verpackungsreste sind auch üble Stolperfallen für Kunden (und Kollegen!).