Real-Integration „Die heiße Phase ist vorüber“

Wie schafft man es, über 90 Märkte in kürzester Zeit umzuflaggen? Kaufland- Geschäftsführer Lehel Salat zu den Investitionen und weiteren Plänen.

Montag, 15. August 2022 - Management
Heidrun Mittler
Artikelbild „Die heiße Phase ist vorüber“
Bildquelle: Kaufland

Eine Mammutaufgabe. So lässt sich die Umstellung der ehemaligen Real-Flächen auf Kaufland-Märkte treffend beschreiben. Lehel Salat ist als Geschäftsführer und Gesamtprojektleiter für die Integration zuständig. Der Ungar mit rumänischen Wurzeln hat eine schnelle Karriere bei Kaufland Rumänien und in der internationalen Sparte hingelegt, seit knapp sieben Jahren arbeitet er in Deutschland.

Salat zeigt sich im LP-Gespräch sehr zufrieden mit dem Stand des Projektes: „Wir haben tolle Filialen integrieren können – gute Standorte, die die Kunden kennen und die jetzt regelrecht aufblühen.“ Innerhalb von nur 18 Monaten haben der Projektverantwortliche und sein Team bislang 92 Real-Standorte in die Kaufland-Welt eingegliedert. „Das war eine heiße Zeit“, räumt der Manager ein und ergänzt: „Was wir vorhatten, konnten wir erledigen.“

 Einige wenige Umbauten stehen noch an, Salat nennt etwa Alzey und Mainz. Dort dauert der Umbau länger, weil aufwendige Bodensanierungen oder ähnliche Maßnahmen gestemmt werden müssen. Doch auch diese Märkte folgen in den „nächsten Wochen und Monaten“.

Im ersten Schritt wird jeder einzelne Standort unter die Lupe genommen, vor Ort wird über Umbaumaßnahmen entschieden. Und, welches Inventar weiter genutzt werden kann oder ersetzt wird. Jeder neue Markt benötigt zum Start die Kaufland-Technik, sprich Kassen, Waagen, MDE-Geräte und natürlich die unterstützende Computertechnik. Die Obst- und Gemüseabteilung wird immer an den Eingang des Marktes gesetzt. „Das hat sich bewährt“, erläutert Salat, die Umsätze seien meist deutlich gestiegen.

Das Projektteam begutachtet in jedem Markt, ob die Kühlmöbel ausreichen, ersetzt oder aufgestockt werden. „In den meisten Fällen haben wir die Kühlung im Plus- und Minusbereich erweitert“, so Salat.

Durch die Real-Integration sei man in Gebieten, wo die Kaufland-Dichte nicht zufriedenstellend war, „ein richtiges Stück vorwärtsgekommen“. Gleichzeitig habe man „9.000 ehemaligen Real-Mitarbeitern eine neue berufliche Perspektive bieten können“. Nahezu alle einstige Realer hätten das Übernahmeangebot angenommen. Die entscheidende Aufgabe sei es, die neuen Kollegen in die Kaufland-Abläufe einzuarbeiten.

Manche Filialen sind mittlerweile schon ein Jahr am Netz. Bei seinen Besuchen in jüngster Zeit hat der Geschäftsführer den Eindruck gewonnen: „Anfangs müssen sich die neuen Kollegen an Bord eingewöhnen, das fällt nicht allen leicht. Aber nach einem Jahr spüre ich kaum noch einen Unterschied zu den Kollegen aus unseren Bestandsfilialen.“