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Unverpackt Nachhaltigkeit schlägt Sicherheitsaspekt

Friederike Stahmann | 25. September 2020
Unverpackt: Nachhaltigkeit schlägt Sicherheitsaspekt
Bildquelle: Lebensmittel Praxis

Plastikverpackungen werden auch zu Coronazeiten nicht wieder modern. Das jedenfalls ergab eine Exklusivumfrage der LP bei Shoppern.

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Ob in Gesichtsmasken, Einmalhandschuhen oder als Verpackung für Lebensmittel – in der Coronakrise schien Kunststoff ein wahres Comeback zu feiern. Hygiene hieß das Zauberwort gegen den Virus. Vergessen Themen wie Nachhaltigkeit, Klimaschutz, Kreislaufwirtschaft und Ressourcenschonung? Ein Blick in die Müllstatistik gibt erste Anhaltspunkte. Für Frankfurt etwa verzeichnete die städtische Müllentsorgung FES in den Monaten März und April insgesamt 2608 Tonnen Verpackungsabfall – etwa elf Prozent mehr als in den Vorjahresmonaten. Ein bundesweiter Trend. In der gelben Tonne von Privathaushalten landen seit März etwa zehn Prozent mehr Verpackungsabfälle, wie das in Köln sitzende Recyclingunternehmen „Der Grüne Punkt“ mitteilte. Der Anstieg an Umverpackungen, in den meisten Fällen aus Plastik, sind wohl den neuen Lebensumständen – von Homeoffice, Homeschooling, Mensen- und Gastroschließung inklusive Virusbekämpfung – geschuldet. Aber auch einer veränderten Einstellung zu Verpackungen?

In einer Exklusiv-Umfrage wollte die LP daher wissen, welche Statements rund um das Thema Verpackungen beim Lebensmitteleinkauf auf Konsumenten zutreffen. Offerista, Anbieter für digitale Händlerwerbung, hat dazu Anfang Juli mehr als 1.300 Shopper online befragt.

Ja zur Nachhaltigkeit
Ja, Shoppern liegt das Thema Verpackung am Herzen, so die Analyse. Nur ein Viertel der Befragten findet Lebensmittelverpackung unwichtig. Verpackung ja, aber nicht irgendwelche, so lassen sich die Antworten auf die Frage „Nach welchen Verpackungen greifen Sie?“, zusammenfassen. Für 60 Prozent der Befragten ist die Nachhaltigkeit und Umweltfreundlichkeit bei Verpackungen, wie beispielsweise in Glasmehrweg oder Papierverpackungen, wichtig oder gar sehr wichtig. Vor allem die Generation 55+ achtet laut eigener Aussage auf nachhaltige Verpackungen (75 Prozent).

Glas oder Papier? Besser gar keine Verpackung, lautet das Ergebnis auf die nächste Frage. Denn: „Ich kaufe am liebsten unverpackt“ – dieser Aussage stimmt mehr als die Hälfte der Teilnehmer (54 Prozent) zu. Verpackungen werden nur genommen, wenn es nicht anders geht. Besonders wichtig ist das Thema „Unverpackt“ wiederum Menschen im Alter über 55 Jahren.

Virusfrei dank Plastik?
Dem Argument, mithilfe von Plastikverpackungen einen guten Schutz vor Berührungen, Kontamination und Verschmutzung zu haben, kann nur knapp ein Drittel der Befragten folgen. Interessanterweise sind die 18- bis 24-Jährigen in Coronazeiten plastikverpackungsaffiner, wenn auch auf niedrigem Niveau, als die anderen Altersgruppen. Kaskadenartig sinkt der Glaube, sich mit kunststoffverpackten Lebensmitteln den Virus vom Leib halten zu können. Getoppt wird der Wert von der Generation 55 plus. Für 48 Prozent bieten kunststoffverpackte Lebensmittel keinen höheren Infektionsschutz.