Edeka Südbayern:Aus eigener Kraft

Bildquelle: Edeka Südbayern

Edeka Südbayern Aus eigener Kraft

Die Integration der Tengelmann-Märkte bescherte der Edeka Südbayern 2017 ein sattes Plus. Doch das Unternehmen wächst auch organisch.

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Die Edeka Südbayern hat ein – bedingt durch die Integration der 172 Tengelmann-Märkte – herausforderndes Geschäftsjahr erfolgreich abgeschlossen. Der Konzernumsatz (netto, ohne Innenumsätze) stieg 2017 um 18 Prozent auf 3,4 Milliarden Euro. Ohne die von Tengelmann übernommenen Standorte beläuft sich das Plus auf 3,5 Prozent und drei Milliarden Euro. „Das beweist, dass wir auch ohne Tengelmann organisch und profitabel wachsen“, sagt Claus Hollinger, Sprecher der Geschäftsführung.

Garanten des Erfolgs waren die 743 selbstständigen Kaufleute. Sie erwirtschafteten in ihren 994 Märkten 2,56 Milliarden Euro. Das entspricht flächenbereinigt einem Zuwachs von 2,9 Prozent. Die Regie-Märkte steigerten ihre Umsätze im Vergleich zum Vorjahr um 36 Prozent.

SEH bleibt Treiber
  • Konzernumsatz (netto, ohne Innenumsätze) 2017: 3,4 Mrd. Euro (+ 17 %); ohne die Tengelmann: 3 Mrd. Euro (+ 3,5 %).
  • SEH: flächenbereinigter Zuwachs um 2,9 % auf 2,56 Mrd. Euro.

Innerhalb der nächsten Jahre sollen alle ehemaligen Tengelmann-Filialen, darunter auch die rund 50 der 2017 neu eingeführten Kleinflächen-Vertriebsschiene Edeka Xpress (siehe LP 10/2018), umgebaut werden. In Umbauten, moderne Ladengestaltung, neue Sortimente und Technologien dieser Märkte gab die Edeka Südbayern 2017 bereits 40 Millionen Euro aus. Der Lohn sind laut Hollinger „Umsatzsprünge im zweistelligen Bereich“ in diesen Märkten. Insgesamt investierte die Edeka-Regionalgesellschaft 109,4 Millionen Euro, unter anderem in IT, Logistik und neue Standorte.

Die Tengelmann-Standorte haben bei der Verdichtung des Vertriebsnetzes, vor allem im Ballungsraum München, geholfen sowie dabei, erstmals die Eine-Million-Quadratmeter-Marke an Verkaufsfläche zu überspringen. Gut 200 neue Märkte mit fast 170.000 Quadratmeter Fläche kamen 2017 zum Portfolio dazu, 33.400 davon aus organischem Wachstum (32 Neueröffnungen, 12 Standorterweiterungen). Und sie sind ein wesentlicher Faktor für die außergewöhnliche Umsatzsteigerung im gesamten Unternehmensverbund von 21,7 Prozent auf 4,69 Milliarden Euro. Dort fließen auch die deutlichen Zuwächse der Produktionsbetriebe ein. Die Südbayerischen Fleischwaren und die von Tengelmann übernommene Birkenhof Donauwörth Fleischwaren GmbH erwirtschafteten zusammen 365,1 Millionen Euro, ein Plus von fast 22 Prozent. Die Backstube Wünsche legte um zwei Prozent auf 97,7 Millionen Euro zu.

Um das durch den überproportionalen Märkte-Zuwachs zusätzliche Warenvolumen zu stemmen, investiert die Edeka Südbayern auch in die Logistik. Seit Mai 2017 verfügt der Tiefkühlbereich im Logistikzentrum Straubing über 2.000 weitere Quadratmeter. Seit Mai 2018 hat zudem das Zentrallager in Landsberg rund 6.000 Quadratmeter mehr Fläche. Für 12 Millionen Euro wird außerdem die Verwaltung in Gaimersheim bis Anfang 2019 erweitert.

Erfolgreich läuft laut Claus Hollinger auch der Test der Edeka-Abholboxen. Seit Sommer 2017 kommissioniert das Team im E-Center in Gaimersheim nicht nur die Ware für die E-Box vor dem eigenen Markt, sondern auch für zwei weitere am Werksgelände von Audi in Ingolstadt. Auch im Jahr 2018 entwickelt sich die Edeka Südbayern nach Aussage von Hollinger sehr gut: „Bis Mai gab es auf Konzernebene ein zweistelliges Wachstum.“