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Food Waste Knödelkult

Bettina Röttig | 22. September 2017
Food Waste: Knödelkult

Bildquelle: Knödelkult

Als Brotretter bezeichnen sich die Gründer des Start-ups Knödelkult aus Konstanz. Sie verarbeiten unverkauftes Brot weiter und wecken es ein.

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Wie viele traditionelle Gerichte von schwäbischen Maultaschen bis Arme Ritter entstand auch der Semmelknödel als eine Art der Resteverwertung. Diesen Gedanken spinnt das junge Unternehmen Knödelkult vom Bodensee weiter und macht Altbrot als Knödel im Einmachglas haltbar. „Leider werden allein in Deutschland jedes Jahr mehr als 500.000 t unverkauftes Brot weggeworfen. Im Schnitt produziert eine deutsche Bäckerei somit zwischen 10 und 20 Prozent der täglichen Brotmenge für die Tonne“, informiert Knödelkult auf der eigenen Website. Die Grundproblematik hat die Juristin Janine Trappe während eines Stammtischs der Innovationswerkstatt mit Maschinenbauer Matthias Helmke und Architekt Felix Pfeffer zusammengebracht. „Jede Bäckerei bräuchte eine Maschine, in die oben übrig gebliebenes Brot gegeben wird und unten ein fertiger Knödel herauskommt“, war die Idee von Helmke, aus der das Trio in nur zwei Monaten ein eigenes Konzept erarbeitete und damit den Crowdfunding Wettbewerb „Meine Spezialität“ des Vereins Die Lebensmittelwirtschaft und der Plattform Startnext gewann. „Über die Crowdfunding-Kampagne haben wir allein schon 3.700 Gläser Knödelkult vorab verkauft“, erzählt Trappe.

Die Form des Knödels gleicht einem Serviettenknödel. Im Vorratsschrank hält sich das Produkt mindestens sechs Monate, in Scheiben geschnitten und angebraten ist der Knödel in Nullkommanichts servierfertig. Produzierten die drei Gründer zunächst die zwei Varianten „Klassiker reloaded“ und „Fleischlos glücklich“ selbst in einer Gastronomieküche, mussten sie dank der wachsenden Nachfrage schnell auf die Hilfe eines Lohnabfüllers zurückgreifen. Auch den wichtigsten Rohstoff, das Brot, sammelten die Jungunternehmer in den Anfängen bei verschiedenen regionalen Bäckereien ein. Nun ist die Landbäckerei Baader erster großer Partner. „Das Unternehmen passt zu uns. Baader hat eine gläserne Backstube, lebt das Thema Nachhaltigkeit und verarbeitet für seine Backwaren das regional und umweltschonend erzeugte Linzgau Korn“, so Trappe. Die Bäckerei übernimmt dann auch einen Teil des Produktionsprozesses, zerkleinert ihre unverkauften Brote und Brötchen und trocknet sie mit der Restwärme der Öfen. Die Reste werden vom Fruchthof Konstanz, Zulieferer und Spediteur, abgeholt und gemeinsam mit den übrigen für die Knödelproduktion nötigen Zutaten an Knödelkult geliefert.

Die Knödelkult-Gründer achten dabei auf höchste Qualität, insbesondere alle tierischen Zutaten sollen Bio sein, so der Anspruch. Aktuell sind die Glasknödel über den eigenen Onlineshop (knoedelkult.de) und in Märkten des regionalen Edeka-Händlers Baur erhältlich. Weitere Verkaufsstellen und weitere Knödelvarianten sollen folgen und darüber hinaus die Haltbarkeit von aktuell garantierten sechs Monaten weiter ausgebaut werden.