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Frische-Inszenierung Gute Imitationen sind bezahlbar und wirken dennoch authentisch

Sonja Plachetta | 06. Februar 2014

Der Kunde erwartet von seiner Einkaufsstätte Qualität und Natürlichkeit der Waren. In der Gestaltung der Frischeabteilungen, den Aushängeschildern des Marktes, sollten sich diese Werte unbedingt widerspiegeln.

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»Die Discounter sind wieder auf dem Vormarsch. 2013 steigerten sie nach Berechnungen der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) ihren Marktanteil auf fast 44 Prozent. Umso mehr liegt den Vollsortimentern daran, sich abzugrenzen. In Zeiten, in denen sogar Aldi zunehmend Markenartikel listet, setzen die Supermärkte nicht mehr nur auf ein differenziertes Sortiment, sondern vor allem auch auf Einkaufserlebnis und Wohlfühlatmosphäre. Im Fokus der Inszenierung stehen die Frischeabteilungen. Denn auch wenn die Discounter ihre Läden aufgemöbelt und z. B. Backstationen installiert haben: Theken sind dort immer noch Fehlanzeige – und attraktive Obst- und Gemüseabteilungen meist auch.

Der O&G-Abteilung kommt als Visitenkarte des Ladens eine besondere Bedeutung zu. „Hier fällt häufig die Entscheidung über das persönliche Wohlbefinden der Kunden im Markt und damit auch über ihr Einkaufsverhalten“, sagt Ingo Meckbach von Linde Ladenbau. Sie müsse übersichtlich gegliedert sein, eine angenehme Atmosphäre vermitteln und dem Zeitgeist entsprechend möbliert sein, etwa im Vintage-Stil. Laut Ernst Consenheim von Jos de Vries sollten die Möbel möglichst wenig auffallen, damit sie nicht von den Produkten ablenken. Letztere durch ein gelungenes Zusammenspiel aus Design, Materialien und Licht auf außergewöhnliche Weise zu präsentieren, ist das Ziel aller Händler und Ladenbauer.

Im Trend liegt die Inszenierung in Form eines Marktplatzes. „Allerdings ist hier dem Ideenreichtum keine Grenze gesetzt“, sagt Wolfgang Heinze von Umdasch Shopfitting. Möglich seien zum Beispiel eine Obstarena, eine sehr steil ansteigende Produktpräsentation, oder eine Inszenierung mit Obstwasserfällen, eine steil ansteigende Produktpräsentation mit mehreren aufeinander folgenden Etagen. „Der Platz, an dem früher Spiegel zum Einsatz kamen, wird nun von typischen ,Markttafeln’ gesäumt“, erklärt Heinze. Darauf fänden sich Produkterklärungen oder Preisinformationen.

Häufig verwendet werden zur Gestaltung von Obst- und Gemüseabteilungen „natürlich gedeckte Farben, die nicht aufdringlich sind, sich zurücknehmen und nicht von der Ware ablenken“, erläutert Thomas Krist von Ganter Food. Consenheim sieht vor allem Farben im Trend, die eine „warme und angenehme Atmosphäre schaffen“. Was er damit meint, zeigt das neue Konzept für Boon’s Markt in Vlaardingen in den Niederlanden, das er auf der EuroShop vorstellt. Jos de Vries hat dort Farben „wie von einem sonnigen entspannten Nachmittag“ verwendet, begleitet von Holz-Elementen.

„Wenn es um Frische geht, ist der Kunde heutzutage besser zu überzeugen, wenn echte Materialien eingesetzt werden“, ist sich Consenheims Jos-de-Vries-Kollege Bob Damen sicher. Meckbach bestätigt: „Die Gestaltung mit natürlichen Materialien ist ein großer Trend, weil es das widerspiegelt, was der Kunde im Markt erwartet: Qualität, Authentizität, Echtheit und Natürlichkeit der Waren.“ Ob ein Händler in echte Materialien investiere, sei aber eine Kostenfrage.

Thomas Krist gibt zudem zu bedenken: „Nicht jeder Händler ist bereit, die Abnutzung zum Beispiel von Echtholz in Kauf zu nehmen. Gute Nachahmungen bieten meist eine größere Widerstandsfähigkeit und benötigen geringeren Pflegeaufwand.“ Allerdings müssten die Imitationen dem Naturprodukt in Optik und Haptik ganz nahe kommen, „ansonsten wirkt es billig und minderwertig“, betont Krist.

Meckbach zufolge gibt es bereits Drucke und Oberflächen in höchster Qualität, bei denen sich der Unterschied zu echten Materialien mit bloßem Auge nicht erkennen lasse. Als Beispiel nennt er den Marktkauf in Stuhr: „Hier haben wir in der O&G-Abteilung stilisierte Baumnachbildungen sowie eine abteilungseinfassende Lamellenwand mit Schwarz-Weiß-Druck realisiert.“ Zudem sei der Fußboden als elastischer Designboden in Steinoptik ausgeführt worden.

Auch bei der Gestaltung der Theken liege die Nutzung von Imitationen im Trend. So hat Linde Ladenbau bei Edeka Scheller in Radeberg für die Thekenrückwand, die einen wichtigen Blickfang darstellt, eine Vinyltapete eingesetzt, die aussieht wie historische Fliesen aus Belgien. Um eine stimmige Atmosphäre zu schaffen, sind zur Dekoration zudem Pendelleuchten angebracht worden. Beleuchtet wird die Ware aber von LED-Leuchten aus der Zwischendecke.