Warenverkaufskunde Birnen

Herbstzeit ist Birnenzeit. Im Supermarkt sind Tafelbirnen die Klassiker. Sie sind für den direkten, rohen Verzehr gedacht. Bei der Lagerung gilt es aber einiges zu beachten.

Freitag, 09. September 2022 - Warenkunden
Wibke Niemeyer
Artikelbild Birnen
Bildquelle: Getty Images

Eine Forelle in der Obst- und Gemüseabteilung? Ja, die gibt es tatsächlich. Aber es handelt sich dabei nicht um einen Fisch, sondern um eine Birne. Neben Alexander Lucas, Williams Christ, Clapps Liebling, Abate Fetel und weiteren gehört sie zu den Hauptsorten. Allen ist gemein, dass sie gesund sind, wenig Kalorien haben und damit zu den beliebtesten Obstsorten der Deutschen zählen. Rund 43.000 Tonnen wurden laut Analyse der Agrarmarkt Informations-Gesellschaft im vergangenen Jahr in Deutschland geerntet.

Wie der Apfel und die Quitte zählt auch die Birne zum Kernobst und gehört zur Familie der Rosengewächse. Hinsichtlich der Sortenvielfalt kann sie mit dem Apfel gut mithalten. Weltweit sind mehr als 2.500 Sorten bekannt, im deutschen Anbau sind 25 Sorten bedeutsam.

Birnen werden hauptsächlich in Frankreich, Italien, Belgien, den Niederlanden, Deutschland und Österreich angebaut. Die Ernte erfolgt im Spätsommer/Herbst. Importe aus Übersee stammen in erster Linie aus Südafrika, Chile, Argentinien sowie den USA. Früchte, die auf der südlichen Erdhalbkugel wachsen, reifen dann, wenn hierzulande Winter ist – sie sind von Februar bis August verfügbar. Die zu Anfang genannte Forelle beispielsweise und weitere Birnen aus Südafrika sind bis Ende Juli im deutschen LEH erhältlich.

Die Früchte sind empfindlich
Bei der Birne handelt es sich um eine klimakterische Frucht. Als solche werden Sorten bezeichnet, die nach der Ernte noch nachreifen. Dafür müssen die Früchte am Baum oder Strauch zuvor aber eine gewisse Mindest- oder Pflückreife erreicht haben. Aus Gründen der Qualitätssicherung werden Birnen immer erst kurz vor der Reifung geerntet. Bis zum Verkauf werden sie kalt gehalten, bei Zimmertemperatur reifen sie schnell nach.

Wichtig: Birnen sind empfindliche Früchte und sollten daher immer getrennt von anderen Früchten lagern. Sie reagieren auf Ethylen, ein Pflanzenhormon, das viele Obstarten (wie auch Äpfel) bilden und verströmen. Trotz ihrer Verwandtschaft sollten Birnen also nicht zusammen mit Äpfeln platziert werden.

Am besten lagern Birnen bei einer Temperatur von 4 bis 8 Grad Celsius, nicht darunter, sonst bekommen sie dunkle Flecken. Und noch eine weitere Eigenschaft gilt es bei der Lagerung zu beachten. Birnen sind druckempfindlich. Deshalb muss man sie sorgsam behandeln, nicht drücken oder stapeln.

Der überwiegende Teil der Früchte wird roh verzehrt. Gut eignen sie sich auch für Obstsalat. „Birnen sind das perfekte Brainfood, besonders in Kombination mit Walnüssen“, wissen Experten der Landgard-Initiative „Obst & Gemüse – 1000 gute Gründe“ zu berichten. „Die in der Birne enthaltenen Phosphor- und Kieselsäuren sowie Kupfer könnten in Verbindung mit dem in Walnüssen enthaltenen Acetylcholin dem Denken auf die Sprünge helfen.“

Der Klassiker: Birne Helene

  • 3 Birnen
  • 540 g Zucker
  • 1 Vanilleschote
  • 1 TL Abrieb einer Bio-Zitrone
  • Saft einer Zitrone
  • 1,5 l Wasser
  • 75 g Zartbitterschokolade (mindestens 75 Prozent)
  • 60 g Muscovado-Zucker oder brauner Zucker
  • 35 g Butter
  • 150 ml Sahne

Zubereitung: Zunächst die Vanilleschote halbieren und das Mark herauskratzen. Beides zusammen mit dem Wasser, Zucker, Zitronenabrieb und Saft in einen mittelgroßen Topf geben. Anschließend die Birnen schälen, in das Wasser legen und zum Köcheln bringen. Einen kleinen Teller auf die Birnen legen, sodass sie mit der Flüssigkeit bedeckt sind. 20 bis 30 Minuten köcheln lassen, bis die Birnen weich sind, und dann im Topf erkalten lassen. In der Zwischenzeit die Schokoladensoße zubereiten. Hierfür zunächst die Schokolade hacken. Den Zucker, die Butter und Sahne in einem Topf kurz aufkochen, dann vom Herd nehmen und 2 bis 3 Minuten abkühlen lassen. Dann die Schokolade einrühren.Zum Schluss die kalten Birnen auf einen Dessertteller stellen und mit der Schokoladensoße servieren.

Warum heißt es Birne Helene? Das Dessert stammt aus der französischen Küche. Es wurde um 1870 von Auguste Escoffier kreiert, als die Operette „La belle Hélène“ (übersetzt: „Die schöne Helena“) in Paris aufgeführt wurde.

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Die Warenverkaufskunde erscheint regelmäßig als Sonderteil im Magazin Lebensmittel Praxis. Wir danken dem „Pressebüro Obst & Gemüse – 1000 gute Gründe“ für das zur Verfügung gestellte Material.