Der Schweizer Schokoladenhersteller Lindt & Sprüngli hat im Geschäftsjahr 2025 seine Wachstumsdynamik fortgesetzt. Trotz hoher Kakaopreise, geopolitischer Unsicherheiten und einer gedämpften Konsumentenstimmung legte das Unternehmen bei Umsatz und Gewinn zu. Die Gruppe profitierte vor allem von ihrer Premiumpositionierung, Produktneuheiten und konsequenten Preiserhöhungen. Dadurch konnte das Unternehmen einen deutlichen Rückgang beim Absatzvolumen von 6,6 Prozent überkompensieren.
Der Umsatz stieg auf 5,92 Milliarden Schweizer Franken (6,55 Mrd. Euro), was einem organischen Wachstum von 12,4 Prozent entspricht. In Schweizer Franken gerechnet lag das Plus bei 8,2 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Ein wesentlicher Wachstumstreiber waren gruppenweite Preiserhöhungen von rund 19 Prozent, mit denen Lindt die stark gestiegenen Kakaokosten teilweise kompensieren konnte.
Auch die Profitabilität entwickelte sich positiv. Das operative Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) erhöhte sich um 9,8 Prozent auf 971 Millionen Franken (1,07 Mrd. Euro). Die EBIT-Marge verbesserte sich leicht auf 16,4 Prozent. Unter dem Strich erzielte Lindt einen Reingewinn von 726,7 Millionen Franken (804 Mio. Euro), ein Anstieg von 8,1 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Die Nettomarge lag damit bei 12,3 Prozent des Umsatzes.
Umsatz in Europa legt deutlich zu
Regional zeigte sich besonders Europa als Wachstumsmotor. Hier stieg der Umsatz organisch um 15,3 Prozent auf 2,96 Milliarden Franken (3,3 Mrd. Euro). Zweistellige Zuwächse verzeichneten nahezu alle Märkte, darunter Deutschland, Frankreich, Italien, Großbritannien und die Schweiz. Besonders stark entwickelten sich auch Benelux, die nordischen Länder sowie Spanien und Portugal. Zu den wichtigsten Wachstumstreibern zählten Produkte wie Lindor, Excellence sowie saisonale Klassiker wie der Goldhase.
In Nordamerika legte Lindt trotz eines schwachen Schokoladenmarktes organisch um 8,9 Prozent auf 2,18 Milliarden Franken (2,4 Mrd. Euro) zu. Die Premiummarken Lindt und Ghirardelli entwickelten sich stabil. Impulse kamen insbesondere von saisonalen Produkten und Trendprodukten wie Dubai-Schokolade, die im Handel stark nachgefragt wurde.
Lindt betreibt weltweit 621 eigene Läden
Ein wichtiger Wachstumstreiber bleibt zudem das eigene Filialgeschäft. Der Bereich Global Retail mit eigenen Shops und E-Commerce wuchs 2025 um 20,8 Prozent. Weltweit betreibt Lindt inzwischen 621 eigene Läden, darunter neue Flagship-Stores in London und Wien.
Das Unternehmen berichtete nicht nur über die geschäftliche Entwicklung, sondern kündigte auch eine personelle Veränderung an. Der Verwaltungsrat schlägt den Aktionären vor, Ricarda Demarmels, CEO der Emmi-Gruppe, neu in das Gremium zu wählen. Sie verfügt über langjährige Erfahrung in der internationalen Konsumgüterindustrie und soll die strategische Weiterentwicklung des Unternehmens unterstützen.