Das Europaparlament will Bezeichnungen wie „Veggie-Burger“ oder „Soja-Schnitzel“ für pflanzliche Fleischersatzprodukte verbieten. Begriffe wie „Steak“ oder „Wurst“ sollen künftig ausschließlich für tierische Lebensmittel verwendet werden dürfen, teilte das EU-Parlament mit. Das EU-Parlament und die Mitgliedsstaaten müssen allerdings noch in Verhandlungen eine endgültige Einigung finden.
Die EVP-Abgeordnete Céline Imart begründet das Vorhaben mit einem Verwechslungsrisiko. „Ein echtes Verwechslungsrisiko“ bestehe, da die pflanzlichen Ersatzprodukte nicht die gleichen Nährwerte wie die tierischen Originale böten, erklärte die Politikerin. Mit dem Verbot will die EVP-Fraktion, der auch CDU und CSU angehören, zudem die Landwirte schützen.
Verbraucherschützer und Unternehmen lehnen das geplante Verbot ab. Die Organisation Foodwatch erklärte, kein Verbraucher kaufe versehentlich Tofuwürstchen in der Annahme, es handle sich um Rinderwürste. Auch Handelsunternehmen wie Aldi Süd und Lidl sowie der Systemgastronom Burger King sprachen sich in einem gemeinsamen Brief gegen die Pläne aus.
Der Bundesverband Alternative Proteinquellen bezeichnete den Beschluss als rückwärtsgewandtes Signal. „Ein Verbot bekannter Begrifflichkeiten schafft keine Klarheit – es stiftet Verwirrung“, teilte der Verbandsvorsitzende Fabio Ziemßen mit.
Deutscher Markt führend bei Fleischersatz
Deutschland ist der größte Markt für pflanzliche Alternativprodukte in Europa. Die Hersteller produzierten 2024 rund 121.600 Tonnen Fleischersatz – doppelt so viel wie im Jahr 2019, wie das EU-Parlament mitteilte.
Bevor das Verbot in Kraft treten kann, müssen die EU-Staaten dem Vorhaben noch zustimmen. Das EU-Parlament und die Mitgliedsstaaten müssen in Verhandlungen eine endgültige Einigung finden. Die Bundesregierung hat bislang keine Position zu dem Parlamentsbeschluss bezogen.