Nachhaltiger Konsum Fairtrade-Absatz wächst kräftig bei Bananen und Kaffee

Der Absatz von Fairtrade-Produkten ist im ersten Halbjahr 2025 um 6 Prozent gestiegen. Besonders stark wuchs die Nachfrage nach Bananen mit einem Plus von 10 Prozent. Der Gesamtumsatz könnte erstmals die 3-Milliarden-Euro-Marke übersteigen.

Mittwoch, 01. Oktober 2025, 09:26 Uhr
Cornelia Hansmann
Der Absatz von Produkten mit Fairtrade-Siegel ist im ersten Halbjahr 2025 um 6 Prozent gestiegen. Dies teilte Fairtrade Deutschland mit. Der gemeinnützige Verein, der das Siegel in Deutschland vergibt, verzeichnete besonders bei seinen Kernprodukten deutliche Zuwächse. Bildquelle: Carsten Hoppen

Der Absatz von Produkten mit Fairtrade-Siegel ist im ersten Halbjahr 2025 um 6 Prozent gestiegen. Dies teilte Fairtrade Deutschland mit. Der gemeinnützige Verein, der das Siegel in Deutschland vergibt, registrierte besonders bei seinen Kernprodukten deutliche Zuwächse.

Kaffee-Absatz wuchs um 7 Prozent

Fairtrade-Bananen erzielten den Angaben zufolge ein Absatzplus von 10 Prozent. Der Absatz von Fairtrade-Kaffee wuchs um knapp 7 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Auch der Bereich Schokolade und Süßwaren legte zu. „Mit diesen erfreulichen Zahlen des ersten Halbjahres fällt auch die Prognose für das Gesamtjahr positiv aus: Erstmals könnte der Umsatz die 3-Milliarden-Euro-Marke knacken“, so Benjamin Drösel, Vorstand Marketing und Vertrieb bei Fairtrade Deutschland#. 

Der Großteil der Fairtrade-Produkte wird nach Angaben des Vereins im Vollsortiment und im Discount verkauft. Auch Drogeriemärkte hätten sich in den vergangenen Jahren als Absatzmarkt etabliert. In diesem Vertriebskanal stieg der Absatz von Fairtrade-Artikeln im ersten Halbjahr 2025 um 8 Prozent.

EU-Bio-Verordnung bereitet Fairtrade-Produzenten Sorgen

Der Anteil der Produkte, die neben dem Fairtrade-Siegel auch das EU-Bio-Siegel tragen, ist im ersten Halbjahr 2025 auf 63 Prozent gestiegen. Ab dem 15. Oktober treten allerdings Neuerungen der EU-Bio-Verordnung in Kraft. Bio-Produkte müssen dann unter anderem getrennt von konventionellen verarbeitet werden. „Für Produzenten und Produzentinnen ist die Umsetzung mit hohen Kosten verbunden. Diese können viele Familien nicht alleine tragen. Die Folge werden Ausstiege aus der Bio-Zertifizierung sein“, mahnte Claudia Brück, Vorständin Politik und Kommunikation bei Fairtrade Deutschland.

Viele Unternehmen befürchten ihr zufolge, dass sie ab Oktober nicht mehr die benötigten Mengen importieren können. Fairtrade Deutschland unterstützt nach eigenen Angaben die Produzenten bei der Umsetzung der neuen EU-Regularien. Der Verein hilft zudem Unternehmen, damit sie ihre Sorgfaltspflichten erfüllen können.