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Thüringen Aus Liebe zur Heimat

Friederike Stahmann | 01. Juni 2012

20 Jahre wird das Qualitätszeichen für Lebensmittel aus Thüringen in diesem Jahr. Herkunft und Qualitätsgarantie stehen gleichberechtigt nebeneinander.

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Eine Erfolgsgeschichte im Kleinen: Henning Gerth führt in fünfter Generation mit seiner Ehefrau und wenigen Angestellten eine Bäckerei-Konditorei im ostthüringischen Starkenberg. Brot, Brötchen und Gebäck – alles hergestellt in handwerklicher Tradition, ohne Vorbackmischungen, ohne vorgefertigte Rohlinge. 2008 kreierte er eine neue Brotsorte. Damit bewarb er sich um das Siegel „Geprüfte Qualität aus Thüringen“. Noch im selben Jahr erhielt er die Urkunde. Zwei weitere grün gelabelte Brotsorten kamen hinzu. Seitdem sind die Umsätze deutlich gestiegen, es konnte eine weitere Vollzeitstelle geschaffen und eine Halbtags- zur Ganztagsstelle aufgestockt werden.

Vor 20 Jahren wurde das Gemeinschaftsmarketing unter Verwendung des Qualitäts- und Herkunftszeichens „Original Thüringer Qualität“ gegründet. Die Idee dazu kam auch dem damaligen Thüringer Ministerium für Landwirtschaft, Naturschutz und Umwelt. Auslöser war die Wiedervereinigung: Die ostdeutsche Bevölkerung fragte nicht mehr nach heimischen Produkten. Die traditionsreiche Ernährungsbranche in ganz Ostdeutschland geriet ins Wanken.

Das Thüringer Ministerium im Freistaat erkannte den Handlungsbedarf und initiierte ein Qualitätssiegel für Thüringer Premiumprodukte. Heute, 20 Jahre später, führt das Siegel den Slogan „Geprüfte Qualität aus Thüringen“. Mit der jetzigen Umgestaltung steht die Herkunft wieder neben der Qualitätsgarantie. Die Wort-Bild-Marke ist sowohl beim Deutschen Patent- und Markenamt sowie im Markenregister der Europäischen Union eingetragen.

Dem Grundgedanken blieb man aber treu. Im Vordergrund steht, so Jürgen Reinholz, Minister für Landwirtschaft, Forsten, Umwelt und Naturschutz, dass in Zeiten der Globalisierung der Verbraucher wissen möchte, „woher das Produkt kommt, das er einkauft“. Derzeit nutzen 125 Unternehmen für 382 Produkte das Qualitätszeichen: eine Erfolgsgeschichte im Großen.

Das Siegel „Geprüfte Qualität aus Thüringen“ wirbt für hochwertige Erzeugnisse der Thüringer Land- und Ernährungswirtschaft. Die Qualität der ausgezeichneten Produkte liegt über dem gesetzlichen Standard und wird ständig neutral kontrolliert.

Außerdem werden die Produkte in Thüringen aus Thüringer Rohstoffen hergestellt. Unverarbeitete Ware kommt zu 100 Prozent aus Thüringen, bei verarbeiteter Ware muss mehr als die Hälfte der Rohstoffe aus dem Freistaat stammen.

Damit die Erfolgsgeschichte weitergehen kann, kündigte Reinholz an, die heimische Ernährungswirtschaft weiter durch ein wirkungsvolles Agrarmarketing unterstützen zu wollen. Die Ernennung der Genussbotschafterin, die Erfurter Rock- und Pop-Sängerin Christina Rommel, ist dabei nur ein Aspekt. Zusammen mit dem kürzlich gegründeten, privatwirtschaftlichen Ernährungsnetzwerk wird das Siegel „Geprüfte Qualität aus Thüringen“ auch weiterhin auf Messen, Warenbörsen oder in der Werbung Präsenz zeigen. Das Agrarministerium unterstützt die Aktivitäten in diesem Jahr mit knapp 470.000 Euro.

Das ist viel weniger als in den Jahren zuvor. Darum müssen neue Wege gefunden werden. Ein Weg ist das jüngst gegründete Netzwerk der Thüringer Ernährungswirtschaft, das im vergangenen Jahr seine Arbeit aufgenommen hat. Unter dem Dach des Thüringer Ernährungsnetzwerkes haben sich inzwischen 20 Unternehmen, von A wie Ablig bis W wie Weimarer Wurstwaren, versammelt. Als Ziele sind die Entwicklung von Kooperationen zwischen den Unternehmen und Partnern anderer Wirtschaftsbranchen, Wissenstransfer, Personalrekrutierung, Entwicklung strategischer Absatzkonzepte, Pressearbeit und Dialogförderung gegenüber der Politik formuliert.

Einen Gedankenanstoß ganz anderer Art zur Stärkung der Regionalmarke „Geprüfte Qualität – Thüringen“ macht Konditormeister Gerth. Er appellierte an die Politik, das regionale Siegel offensiv in Funk und Fernsehen zu bewerben. Ideen, die Liebe zur Heimat in die Welt zu tragen, gibt es viele.