Kaffee-Röster Röstkartell

Drei große Kaffee-Röster sollen wegen illegaler Preisabsprache Bußgelder in Millionenhöhe zahlen.

Mittwoch, 08. September 2010, 13:37 Uhr
LEBENSMITTEL PRAXIS

Eine Geldbuße von knapp 160 Mio. Euro verhängten die Bonner Kartellwächter gegen drei große Kaffeeröster. Ein Widerspruch ist wahrscheinlich, der Bescheid ist noch nicht rechtskräftig. Gleichwohl laufen die Ermittlungen wegen illegaler Preisabsprachen weiter. Eine Melitta- Sprecherin bestätigte dem Nachrichten-Magazin „Der Spiegel“, gegen ihr Unternehmen werde zusätzlich wegen Preisabsprachen unter Gastronomiezulieferern ermittelt. Demnach seien aktuell von diesen Ermittlungen zehn Unternehmen betroffen. Die Untersuchung laufe seit Januar 2009. An dem Kaffeekartell soll dem Magazin zufolge neben den nun bestraften Anbietern Melitta, Tchibo und Dallmayr auch der Lebensmittel-Konzern Kraft Foods mit seiner Marke Jacobs Kaffee beteiligt gewesen sein.

Ausgangspunkt für die Aufdeckung der Preisabsprachen war offenbar eine Durchsuchung in der Deutschland-Zentrale von Kraft Foods im Februar 2008. Damals hätten die Kartellwächter eigentlich nach Beweisen für ein Schokoladenkartell unter Süßwaren-Produzenten gefahndet, heißt es weiter. Dies habe Kraft allem Anschein nach so aufgeschreckt, dass Manager der Firma Selbstanzeige erstatteten. Als Kronzeuge gehe der Konzern straffrei aus. Durch jahrelange Preisabsprachen sei den Verbrauchern nach Aussagen von Verbraucherschützern ein Schaden von 4,8 Mrd. Euro entstanden.

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Preis-Absprachen sollen die Verbraucher Milliarden gekostet haben. Das Kartellamt ermittelt gegen Kaffeeröster.

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