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Länder-Report Bayern Ganz auf Genuss eingestellt

Dieter Druck | 10. April 2018
Länder-Report Bayern: Ganz auf Genuss eingestellt

Bildquelle: Getyimages

Die Qualitäts- und Herkunftszeichen „Geprüfte Qualität – Bayern“ und „Bayerisches Bio-Siegel“ stoßen bei Verbrauchern auf großes Interesse und entwickeln sich prächtig. Auch gibt es verstärkt Werbemaßnahmen für europaweit geschützte bayerische Produkte (g.U. und g.g.A.) unter der eingetragenen Wort-Bild-Marke „Weltgenusserbe“.

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In der bayerischen Lebensmittelindustrie läuft es wie geschmiert. Zwar drücken steigende Rohstoffpreise auf die Margen, gleichzeitig aber steigt die Nachfrage nach Spezialitäten aus Bayern stetig an – in Bayern, in Deutschland und auch in der Welt (s. Kasten Export). Der Erfolg kommt nicht von ungefähr, schließlich hat die bayerische Landesregierung beispielsweise das Bayerische Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten sowie deren für das Marketing zuständige Agentur für Lebensmittel – Produkte aus Bayern (alp Bayern) bereits vor Jahren die Weichen gestellt und dabei insbesondere die Qualität und den Schutz bayerischer Produkte in den Fokus gerückt.

Export

Nach vorläufigen Zahlen des Statistischen Landesamtes stieg der Export von Produkten der bayerischen Land- und Ernährungswirtschaft 2017 gegenüber dem Vorjahr um sieben Prozent auf 9,4 Milliarden Euro - eine neue Rekordmarke. Die umsatzstärksten Bereiche waren Käse, Milch und Milcherzeugnisse sowie Fleisch und Fleischwaren (1.067 Mio. Euro). Wichtigstes Ausfuhrland war mit Abstand Italien (1.660 Mio. Euro). 

Zum Beispiel wurde das Qualitäts- und Herkunftssicherungsprogramm „Geprüfte Qualität – Bayern (GQ-B)“ bereits im Jahr 2002 als damals erstes Qualitätsprogramm nach der neuen Werbeleitlinie von der EU notifiziert. GQ-Produkte bestehen zu 100 Prozent aus bayerischer Rohware. Inzwischen sind mehr als 19.000 zertifizierte landwirtschaftliche Betriebe sowie über 460 Betriebe der Ernährungswirtschaft in das System eingebunden und bieten Produkte aus rund 20 Produktkategorien an. Hinzu kamen in den letzten Monaten die Kategorien Wein und Sekt, Christbäume sowie Senf. Die Einführung des Produktbereichs „Fische“ wird aktuell vorbereitet.


Auch im Handel kann sich „GQ-B“ sehen lassen, in rund 3.000 Lebensmittel-Einzelhandel-Filialen (LEH) sind „GQ-B“-Produkte zu finden, das heißt sie sind praktisch flächendeckend im bayerischen Lebensmittelhandel vertreten und rund 78 Prozent der bayerischen Verbraucher kennen das Siegel. Auch die Verbraucherverbände werten es „als empfehlenswertes Regionalzeichen mit hoher Transparenz und Verlässlichkeit“ . „Das Qualitäts- und Herkunftssicherungsprogramm ‚GQ-B‘ ist eine verlässliche Hilfe bei der Suche nach regionalen Produkten und stärkt die bayerischen Erzeuger sowie die regionalen Wirtschaftskreisläufe. Einzelne Produzenten werden für die Handelspartner weniger leicht austauschbar, Lieferbeziehungen stabilisiert und zusätzliche Listungen ermöglicht“, heißt es.

Mit Ehrgeiz und Elan treibt der Freistaat auch das 2015 von der EU genehmigte Bayerische Bio-Siegel voran. Es ist ein wichtiger Bestandteil des Landesprogramms „BioRegio 2020“ und bietet dem Verbraucher eine einfache sowie schnelle Identifikation von Bio-Produkten auf der Basis höherer Qualitätsstandards und nachvollziehbarer Rohwarenherkunft. Bereits 131 Unternehmen (incl. LEH und Wiesn-Zelte) kennzeichnen mehr als 1.000 Produkte mit dem staatlichen Bio-Label. Knapp 1.100 bayerische Bio-Landwirte sind ins System eingebunden. Im Handel finden sich die Produkte bei den Vollsortimentern und im Naturkostfachhandel, sie werden in der Gemeinschaftsverpflegung eingesetzt und auch die Landeshauptstadt hat sich committet, verstärkt bio-regionale Produkte zu beschaffen.

Weltgenusserbe – das neue Dach
Bayern wäre aber nicht Bayern, wenn es nicht über die Landesgrenzen hinaus denken und auch die Möglichkeiten nutzen würde, die die europäische Union zum Schutz regionaltypischer Spezialitäten vor Nachahmern bietet. Um hier noch mehr Power auf die Straße zu bringen, führt die alp Bayern im Rahmen der Marketing-Aktivitäten zur Absatzförderung der bayerischen Ernährungswirtschaft künftig Werbemaßnahmen verstärkt für herkunftsgeschützte Produkte (g.U. und g.g.A.) aus Bayern unter der geschützten Wort-Bildmarke „WeltGenussErbe“ durch.

Die Marke stammt von einem EU-Förderprojekt, das zwischen 2011 und 2017 lief und nun fortgesetzt wird. Der Grundgedanke: EU-geschützte bayerische Produkte sind ein Teil der europäischen Genusskultur und diese Traditionsprodukte sind als „echte Originale der Region“ schützenswert für künftige Generationen. Durch die Wort-Bild-Marke „WeltGenussErbe“ erfasst der Verbraucher schnell und direkt die Wertigkeit und Bedeutung unserer regional verankerten traditionellen Spezialitäten – analog zur Wortfamilie „Weltkulturerbe“.

Unter diesem Dach sollen nun die Verbraucher über europaweit anerkannte bayerische Spezialitäten informiert und aufgeklärt werden. Um die Vielfalt und hohe Qualität der bayerischen „Originale“ weiter bekannt zu machen, wird derzeit ein umfangreiches Marketing- bzw. Maßnahmenpaket geschnürt, welches in Zusammenarbeit mit dem Handel durchgeführt werden soll.

WeltGenussErbe Bayern
50 Spezialitäten aus Bayern sind europaweit auf Grundlage diverser Verordnungen geschützt. 31 Agrarprodukte und Lebensmittel (wie Bayerisches Bier, Fränkischer Karpfen, Allgäuer Sennalpkäse) sowie sechs Weinbauerzeugnisse sind vor Rufausbeutung geschützt und tragen das g.U.- bzw. g.g.A.-Logo. Zudem genießen 13 weitere Produkte – vorwiegend Spirituosen – den europäischen Herkunftsschutz (zum Beispiel Fränkisches Zwetschgenwasser, Bärwurz und Blutwurz). Dieser ist als „Patent der Region“ zu sehen, welches nur für solche Produkte anerkannt wird, wenn es sich um nachweislich traditionell hergestellte, qualitativ hochwertige und wirklich regionaltypische Spezialitäten handelt.

Das besagen die Siegel

Geschützte geographische Angabe (g.g.A.)
Die „Geschützte geografische Angabe“ erhalten Produkte, deren Qualität, Ansehen oder eine andere Eigenschaft wesentlich auf diesen geografischen Ursprung zurückzuführen ist. Es müssen möglichst viele, aber wenigstens einer der Produktionsschritte in dem abgegrenzten geografischen Gebiet erfolgen (Erzeugung, Verarbeitung, Herstellung).

Das Siegel „Geschützte Ursprungsbezeichnung (g. U.)“
tragen nur Produkte, die ihre Güte oder Eigenschaften überwiegend oder ausschließlich den geografischen Verhältnissen einschließlich der natürlichen und menschlichen Einflüsse verdanken. Dies ist nur möglich, wenn Erzeugung, Aufbereitung und Verarbeitung in dem definierten Gebiet erfolgen. Beispiele sind : Allgäuer Bergkäse, Frankenwein.

Garantiert traditionelle Spezialitäten (g.t.S.)
Das Gütezeichen „g.t.S.“ bezieht sich nicht auf einen geografischen Ursprung, sondern hebt vor allem die traditionelle Zusammensetzung des Produkts oder ein traditionelles Herstellungs- und/ oder Verarbeitungsverfahren hervor. Entscheidend ist allein, dass dem traditionellen Rezept oder Herstellungsverfahren gefolgt wird. Ein Beispiel dafür ist die Heumilch.