Nestlé Studie 2011 Ideale kontra Alltag

Die soziodemografischen Veränderungen wirken: Schneller Einkauf, Frische und Regionalität sind für den Bundesbürger heute wichtiger als Preis von Lebensmitteln. Die Nestlé Studie 2011 dokumentiert das Ende von „Geiz ist geil".

Donnerstag, 10. Februar 2011, 23:00 Uhr
Lebensmittel Praxis
Artikelbild Ideale kontra Alltag
So is(s)t Deutschland - Nestlé Studie 2011
(Bildquelle: iStockphoto)
Bildquelle: Nestlu00e9 Studie 2011

Immer mobiler, immer flexibler , immer spontaner – der moderne Alltag und ein veränderter Lebensstil führen insbesondere in den jüngeren und mittleren Generationen zu einer Entstrukturierung des Ernährungsalltags und spontaneren Ernährungsmustern. Ideale wie ausgewogene, frischebetonte Ernährung, ausreichend Zeit für Mahlzeiten und gemeinsames Essen mit der Familie sind schwieriger mit dem Alltagsgeschehen zu vereinbaren. Das ist eine der Kernaussagen der Nestlé Studie 2011 „So is(s)t Deutschland". Das hat gleichzeitig Auswirkungen auf den Einkauf und den Lebensmittelhandel. Für den LEH ergibt sich laut Studie eine signifikante Abnahme der Preissensibilität (siehe Grafik unten), eine Kundenpräferenz für den schnellen Einkauf sowie eine stärkere Gewichtung von Regionalität und Frische. Bio muss nicht sein. Zahlreiche Siegel und auch der Begriff Nachhaltigkeit überfordern viele Verbraucher. Gleichzeitig besteht der Einfluss von Erziehung und Einkommen beim Ernährungs-/Einkaufsverhalten fort.

{tab=Konsequenzen}

  • Aufgrund der demografischen Entwicklung wird der Aspekt Gesundheit / Vitalität an Bedeutung gewinnen.
  • In der Gruppe der Rentner findet die stärkste soziale Polarisierung statt (Altersarmut und Senioren mit hohem Wohlstand).
  • Letztere wollen ihre Vitalität so lange wie möglich erhalten und stellen bereits heute hohe Ansprüche an die Ernährung.
  • Rentner mit geringem Einkommen treten häufiger schon mit gesundheitlichen Einschränkungen in den Ruhestand und sind zudem stark auf günstige Preise angewiesen; Potenzial für günstige, gesunde Nahrungsmittel.
  • Unter den Erwerbstätigen werden die Entstrukturierung des Tagesablaufs und damit verbunden die Zeitknappheit zunehmen.
  • Unterstützung des Zeitmanagements ist ein Ansatz für Handel und Hersteller.
  • Der Lebensmitteldiscount hat in seiner heutigen Form die Wachstumsgrenze erreicht.
  • Die Vollsortimenter im Nahbereich konkurrieren zunehmend erfolgreich in punkto Sortiment, Auswahl und Einkaufseffizienz mit dem SB-Warenhaus und dem Discount.

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Bild öffnen So is(s)t Deutschland - Nestlé Studie 2011
(Bildquelle: iStockphoto)
Bild öffnen Was ist beim Lebensmitteleinkauf sehr wichtig?
(Quelle: Nestlé Studie 2011)

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