Edeka Scherer - Trostberg Eigenproduktion schafft Vertrauen

Mit ihrem Frischekonzept hat die Kaufmannsfamilie Scherer den Umsatz im aus der Regie übernommenen Trostberger Edeka-Markt um 120 Prozent gesteigert.

Samstag, 17. August 2013 - Ladenreportagen
Sonja Plachetta
Artikelbild Eigenproduktion schafft Vertrauen
Einladend: Viele Kunden verzehren Kuchen oder Tagesgerichte aus Eigenproduktion direkt im an die Bäckerei angegliederten Bistro.
Bildquelle: Seeberger

Um sich von den Wettbewerbern abzusetzen, muss man der Beste sein, findet Edeka-Kaufmann Georg Scherer. Das seit 1905 existierende Familienunternehmen mit Sitz in bayerischen Schnaitsee, das sechs Edeka-Märkte, zwei Getränkemärkte und einen Blumenladen betreibt, setzt deswegen auf Artikel aus eigener Produktion sowie auf regionale Lieferanten. Im mit 1.918 qm größten Geschäft in Trostberg stammen nach Angaben von Scherer 10 Prozent der 35.000 Artikel aus eigenen Betrieben. Dazu zählen die Bäckerei und Konditorei in Schnaitsee, von der aus zweimal täglich Backwaren und Torten in die Filialen geliefert werden. Zudem wird in einer Backstube das Holzofenbrot gebacken, das es exklusiv in den Scherer-Bäckereien gibt. Das kommt bei den Kunden an: 10 Prozent Umsatzanteil hat die selbstbetriebene Vorkassenbäckerei in Trostberg.

In der eigenen Küche stellen acht Köchinnen Feinkostsalate, Obatzda und Convenience-Mahlzeiten her sowie warme Gerichte, die in Trostberg im an die Bäckerei angeschlossen Bistro angeboten werden. Pro Tag werden 400 Essen ausgeliefert – außer in die Märkte auch an Schulen und Kindergärten. Zudem gibt es einen Partyservice.

Dazu kommen 100 Schnitzel und 50 kg Leberkäse am Tag, die aus der hauseigenen Metzgerei stammen. „Unsere Metzger fahren zu den Bauerhöfen und suchen sich die Tiere aus. Unser Schweinefleisch stammt von einem einzigen Bauern aus der Region“, erläutert Scherer. Das Kalb- und Rindfleisch, ebenfalls aus der Region, wird drei Wochen abgelagert, auf Wunsch auch länger. Der Schlachtbetrieb ist biozertifiziert. „Die Bauer werden im Handzettel abgebildet, das schafft Vertrauen“, sagt der Edeka-Händler. Die Qualität hat ihren Preis. „Angebotsware wie Schnitzel beziehen wir von der Edeka, diese Mengen könnten wir gar nicht produzieren.“ Im Räucherofen in Trostberg wird des Weiteren auch der Fisch für die anderen Filialen geräuchert. Die Eigenproduktion soll weiter ausgebaut werden. So ist z. B. geplant, auch die Fisch-Feinkostsalate selbst herzustellen.

Im 2010 von der Edeka übernommenen Trostberger Markt ist beim Umbau 2011 Platz geschaffen worden für noch mehr Frische. Die Bäckerei wurde von 4 auf 11 m, die Theken wurden von 16 auf 24 m erweitert, und die Fischtheke kam hinzu. Der Frischeanteil am Umsatz beträgt 65 Prozent. Inzwischen haben Scherers den Umsatz durch das veränderte Frischekonzept im Vergleich zum Regiebetrieb um 120 Prozent gesteigert. „Frische ist tägliche Arbeit“, sagt Scherer. Diese erledigen 250 Mitarbeiter, 70 davon in Trostberg. Ausgebildet werden nicht nur Einzelhandelskaufleute, sondern auch Floristen, Bäcker und Metzger – damit die Qualität in allen Betrieben des Unternehmens langfristig gesichert ist.

Fakten zu Edeka Scherer
  • Adresse: Herzog-Otto-Straße 11, 83308 Trostberg
  • Neueröffnung: Oktober 2011 (nach dreimonatigem Umbau)
  • Verkaufsfläche: 1.918 qm; plus Tankstelle und Getränkemarkt (400 qm)
  • Sortiment: 35.000 Artikel, davon fast 10 Prozent aus Eigenproduktion
  • Mitarbeiter: 70
  • Bruttoumsatz 2013 (geplant): 11 Mio. Euro
  • Durchschnittsbon: 22 Euro
  • Öffnungszeiten: Mo. bis Sa., 7 bis 20 Uhr; Bäckerei auch So., 7.30 bis 10.30 Uhr
Bildquelle: Seeberger

Bilder zum Artikel

Bild öffnen Einladend: Viele Kunden verzehren Kuchen oder Tagesgerichte aus Eigenproduktion direkt im an die Bäckerei angegliederten Bistro.
Bild öffnen Neue Käuferschicht: Die Fischtheke ist immer gut bestückt. Georg Scherer will so besondere Kunden anlocken, die zum Seeteufel noch einen guten Wein kaufen.
Bild öffnen Orientierung: Großflächige Fotos führen die Kunden von Abteilung zu Abteilung.
Bild öffnen Biozertifiziert: Auch das Bio-Fleisch wird im eigenen Schlachtbetrieb geschlachtet.
Bild öffnen Engagiert: Marktleiterin Doreen Reitz und ihre 70 Mitarbeiter haben großen Anteil am Erfolg des Geschäfts.
Bild öffnen Wow-Effekt: Die O&G-Abteilung ist besonders lang gezogen. Die Kunden sollen laut Scherer „reinkommen und ob des Angebots ,Wow’ sagen“.
Bild öffnen Neu im Sortiment: Das Holzofenbrot aus der eigenen Backstube ist eine der neuesten Eigenproduktionen.
Bild öffnen Cincin: In der Bierregion rund um Trostberg wird trotzdem gern Wein getrunken – vor allem italienischer.
Bild öffnen Auf die Schnelle: Scherers setzten schon früh auf Convenience. Die Fertiggerichte werden in der eigenen Küche hergestellt.
Bild öffnen Hochwertig: Selbst exklusive Öle wie Hanf- oder Mohnöl stammen aus der Region.
Bild öffnen Schmackhaft: Die Kunden wissen das Fleisch aus eigener Schlachtung zu schätzen – trotz des etwas höheren Preises.
Bild öffnen Alles auf Frische: Beim Umbau sind die Bedientheken stark erweitert worden.
Bild öffnen „Unsere Metzger fahren zu den Bauerhöfen und suchen sich die Tiere aus.“ Georg Scherer

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