Stadler und Honner „Die Frisch-Nachbarn“ Vom Samenkorn bis zum Salat

„Ein Bummel wie über den Viktualienmarkt“. Mit diesem Konzept lädt der Edeka-„Frisch-Markt“ von Stadler und Honner in Unterföhring zum Einkaufen ein. Ein „Dahoam“-Gefühl.

Dienstag, 20. Juli 2021 - Ladenreportagen
Elke Häberle
Artikelbild Vom Samenkorn bis zum Salat
Bildquelle: Elke Häberle, Stadler + Honner, Wanzl

„Wir erfinden uns bei jedem Markt noch einmal neu“, sagt Hans-Jürgen Honner, Geschäftsführer von Edeka-Stadler und Honner. Mit dem im März 2021 (siehe LP 6/2021) eröffneten Markt in Unterföhring bei München haben die Geschäftsführer Hans-Jürgen Honner und Stephan Stadler zweifelsohne den Worten Taten folgen lassen und einen weiteren Meilenstein in der 25-jährigen Geschichte der Kaufleute gesetzt. 7.500 Quadratmeter ist der nunmehr zehnte Markt des Familienunternehmens groß, die Liebe zum Detail, das klare Bekenntnis zu Qualität, Bio und Region genauso wie zu internationalen Spezialitäten, aber auch die Lust und der Mut zu Innovationen und Ungewöhnlichem sind an jeder Stelle des Marktes zu spüren.

Salat aus dem Grow Tower
Nur ein Beispiel hierfür ist der Grow Tower, in dem auf mehreren Etagen und auf 120 Quadratmetern frisches Grün wie Salate und Kräuter in Töpfen pestizidfrei herangezüchtet und erntefrisch verkauft wird. Die Verbraucher können durch die Glasscheiben den Salaten quasi beim Wachsen zuschauen – frischer, transparenter und nachhaltiger geht es kaum. Die Idee zu dieser Variante des Indoor bzw. Vertical Farmings kam Junior-Chef Daniel Honner vor knapp zwei Jahren. Mit dem Münchner Unternehmen „&ever“ wurde schließlich ein Partner gefunden, mit dem das Projekt weiterentwickelt und als „Weltneuheit“ – so Daniel Honner – umgesetzt wurde.

Weitblick und Innovationsgeist beweist der Markt auch bei der Gestaltung. Die Gänge sind breit, die Regale nicht höher als 1,60 Meter und die Beschilderungen wirken wie von Hand beschrieben. Regale, Stände oder Aufbauten sind hochwertig und aus Holz und die Decken sind passend dazu in edlem Dunkelblau gehalten. Für Wohlfühl- und Frischeatmosphäre sorgt auch als weitere dominierende Farbe ein zartes Grün. Die gesamte Ladengestaltung folgte dabei der Grundidee, auf 7.500 m2 ein Ambiente zu schaffen, in dem Einkaufen „dahoam“ zum Erlebnis wird. „Wie ein Bummel durch die Nachbarschaft oder über den Viktualienmarkt“, zieht Daniel Honner einen passenden Vergleich. Und wie auf dem Viktualienmarkt kommen bei den Frisch-Nachbarn neben dem optischen auch der leibliche Genuss und die Vielfalt nicht zu kurz. Entsprechend reihen sich im Markt nicht Sortiment an Sortiment, sondern Verweilstationen mit stilvollen Sitzgelegenheiten. Außerdem laden ungewöhnliche und individuell abgestimmte Lampen zum Pausemachen und Genießen ein. Sei es beispielsweise in der Champag-nerbar, in der Wein- und Spirituosenabteilung oder der Cafeteria in der hauseigenen Kaffeerösterei (beide hatten zum Besuchszeitpunkt pandemiebedingt leider noch geschlossen).

Frische wird großgeschrieben
Allein das Food-Sortiment umfasst mehr als 50.000 Artikel, Frische und Qualität werden durchweg großgeschrieben: „Wir haben eine Bio-Fachmarkt-Abteilung für Obst und Gemüse, eine Unverpackt-Station und eine größere Auswahl an Bio-Regio-Produkten als so mancher Bio-Markt. Und auch bei Fleisch und Wurst liegt der Umsatzanteil von Bio und Regio bei knapp 20 Prozent“, so Geschäftsführer Stephan Stadler. Die Bedientheken für Fleisch, Wurst, Käse und Fisch erstrecken sich auf insgesamt 29 Meter, und auch hier bleibt so gut wie kein Wunsch offen: sei es die bayerische Garnele von Crusta Nova aus Erding, Forellen aus der „Fischzucht Königsee“ oder der mit bayerischem Rind prall gefüllte Dry-Aged-Fleischschrank, um nur einige wenige Beispiele zu nennen. Flankierend zum Verbraucherwunsch nach regionalen Produkten dürfen in einem Genusstempel im wohlhabenden und urbanen Münchner Umland trotz aller Bioaffinität natürlich auch internationale Spezialitäten nicht fehlen. Besonders stolz sind die Honners und Stadlers zurecht auf ihr Fleisch- und Schinkensortiment des spanischen Iberico-Edelherstellers Beher. Überhaupt sind im Markt einige exquisite spanische Perlen wie preisgekrönte Olivenöle, Chips, Paella-Reis, Weine oder auch Bier zu finden. Wie das?! Der älteste Sohn von Hans-Jürgen Honner betreibt in Valencia die Firma Fingerfood, und so gelangen die Schätze nach Unterföhring.

Auch wenn es im Markt Kaviar gibt und das teuerste Produkt (eine Flasche Rémy Martin Louis XIII) 3.300 Euro kostet: „Wir sind nicht abgehoben, wir sind ein Edeka-Markt mit einem umfangreichen und einem preislich nach oben offenen Sortiment“, betont Hans-Jürgen Honner. Bei so viel Bodenständigkeit darf die Gut&Günstig-Linie nicht fehlen.

Ein weiteres Highlight ist zweifelsohne der Gastrobereich (pandemiebedingt noch geschlossen) auf 900 m2. Gleich am Eingang befindet sich linker Hand die „Backstubn“ mit über 60 Sitzplätzen, von wo aus man den Bäckern und Konditoren beim Arbeiten zusehen kann. Hinzu kommen ein À-la-carte-Restaurant sowie To-go-Stationen.

Fakten im Focus

7.500 qm Verkaufsfläche
110 Mitarbeiter
über 50.000 Artikel
29 Meter Frischetheke (insgesamt) mit Fisch, Feinkost, Fleisch, Wurst und Käse
geöffnet von montags bis samstags 7 bis 20 Uhr

Schnell gelesen

  • Stadler und Honner „Die Frisch-Nachbarn“ (Edeka), Feringastr. 16, 85774 Unterföhring
  • Der im März 2021 eröffnete Markt befindet sich in Unterföhring, einem nordöstlich von München liegenden Vorort mit ca. 12.00 Einwohnern.
  • Unterföhring ist einer der bedeutendsten Medienstandorte in Deutschland (Pro Sieben Sat.1 Media, Sky Deutschland, Astra, Bayerischer Rundfunk, ZDF, Allianz).
  • Der ehemalige Marktkauf ist für Stadler und Honner der zehnte Markt, in dem Gebäude gibt es noch die größte Decathlon-Filiale Bayerns, eine Apotheke (geplant) sowie eine Postfiliale.