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Edeka Hayunga Sanfte Transformation

Jens Hertling | 11. Dezember 2020

Das E-Center A 23 in Elmshorn ist ein gelungenes Beispiel für die Verwandlung eines Marktkaufs in ein modernes E-Center. Jan Hayunga ist es gelungen, nicht alles auf einen Schlag zu ändern und damit die früheren Marktkauf-Kunden zu binden.

Im Gebiet der Edeka-Nord gibt es einen Marktkauf weniger: Aus dem Marktkauf am Ramskamp in Elmshorn wurde das neue E-Center A 23. Die Marktkauf-Märkte unter direkter Edeka-Regie schreiben keine schwarzen Zahlen. Darum wurde im Bereich der Edeka-Nord die Privatisierung angeschoben. Sieben Millionen Euro hat die Edeka-Gruppe in den 18-monatigen Umbau des 2006 eröffneten Geschäftszentrums am Ramskamp 102 investiert. Damit verbunden war die Abgabe des direkt von der Edeka geführten Marktkauf-Marktes in die Hände des örtlichen Kaufmanns Jan Hayunga. Der Marktkauf in Elmshorn ist bereits das sechste Haus, das in der Region von EdekaNord an einen privaten Betreiber übergeben wird. Die traditionsreiche Kaufmannsfamilie Hayunga führt bereits in vierter Generation vier Edeka-Märkte und zwei E-Center.

Hayunga: Sechs Märkte
Angefangen hat alles im Jahr 1906, als Georg Hayunga ein kleines Ladenlokal in Norden/Ostfriesland eröffnete. Im Jahr 1947 eröffnete der Großvater am Dammtor in Hamburg ein Kolonialwaren-Geschäft. 1975 zog es die Familie Hayunga nach Elmshorn. Jan Willem Hayunga Senior übernahm damals den bisher zweimal erweiterten Edeka-Markt am Koppeldamm in Elmshorn. 2001 wurde das E-Center am Wedenkamp eröffnet, daneben folgten weitere drei Markteröffnungen in Norderstedt.

Nur drei Tage geschlossen
Zur Wiedereröffnung blieb das neue E-Center A 23 drei Tage geschlossen. „Wir haben lange auf diesen Tag hingearbeitet“, so der neue Inhaber Jan Hayunga. Bereits 2018 begannen die ersten Arbeiten im Marktkauf Elmshorn. Die Baumaßnahmen fanden „dank der tollen Leistung unserer Mitarbeiter“ bei laufendem Betrieb statt. „Wir hatten an keinem Tag geschlossen“, sagt Jan Hayunga. Der Betrieb lief an sechs Tagen die Woche von 8 bis 20 Uhr wie gewohnt weiter. Die etwa 100 Marktkauf-Mitarbeiter sind schon 2018 mit der Übernahme zu Hayunga gewechselt. „Wenn es gut läuft, wollen wir die Mannschaft verstärken.“ Die Wiedereröffnung musste allerdings verschoben werden, weil die Baustelle als Kampfmittelverdachtsfläche eingestuft wurde und die Freigabe mehr Zeit als geplant in Anspruch nahm.

Gute Kombination mit Discounter
Die Einkaufsmall wurde ebenfalls aktiv umgestaltet. „Die Mall hatte den Charme eines 70er-Jahre-Projekts und sah entsprechend aus“, erinnert sich der Kaufmann. Inzwischen hat sich hier viel getan. Heute sei die Einkaufsmall auf einem Stand, wie sich das die Kunden wünschen: hell, freundlich und einladend, so Jan Hayunga. Die Kunden finden hier Einkaufsstätten von früher wie die Bäckerei von Allwörden, einen Schuh- und Schlüsseldienst, ein Asia-Schnellrestaurant und neu den Discounter Aldi wieder. Einen Blumenladen oder einen Zeitschriftenladen gibt es dagegen nicht mehr. „Das decken wir mit unserem Lottoschalter und mit einem großen Angebot an Blumen selbst ab“, sagt Hayunga. Die Verkaufsfläche wurde zugunsten des Discounters von 6.200 auf 4.600 Quadratmeter reduziert. „Wir planen mit Aldi mehr Umsätze“, sagt Hayunga. Die Kombination aus Verbrauchermarkt und Discounter funktioniere gut, so Hayunga.

Neuster Stand der Technik
In eineinhalb Jahren Bauzeit wurde das E-Center zugunsten der Umwelt auf den neuesten Stand der Technik gehoben. Von der energetischen Gebäudeoptimierung mit LED-Beleuchtung und CO2-Kühlanlage bis zur Neugestaltung der Fassade wurde überall optimiert. 2,5 Millionen Euro hat der Kaufmann dafür in die Hand genommen. Die Abteilungen im Markt und die verbliebenen Sortimente sind jetzt neu angeordnet. Die Obst- und Gemüseabteilung im Eingangsbereich wurde neu gestaltet, die Bedientheken modernisiert und das Sortiment im Frische- und Drogeriebereich ausgebaut. Zusätzlich wurde das Warenangebot um regionale und besondere Produkte erweitert. Zum Beispiel mit Obst und Gemüse vom Spargel- und Obsthof Werner sowie viele besondere Fleischspezialitäten wie Island-Lamm, Duroc-Schwein und Wildfleisch aus heimischem Abschuss.

Nicht alles auf den Kopf stellen
„Die Kaufgewohnheiten der Kunden von heute haben sich verändert“, sagt Jan Hayunga. Kunden bevorzugten überschaubare Flächen und legten Wert auf Beratung und Service. Dem Kaufmann war es aber dennoch wichtig, dass sich für die früheren Marktkaufkunden nicht alles komplett verändert: „Beim dem Umbau war deshalb mein Ziel, eine sanfte Marktkauf-Transformation ohne eine Disruption zu bewerkstelligen.“ Er ergänzt: „Dafür ist ein wenig Fingerspitzengefühl notwendig. Wenn ich beim Umbau alle Sortimente komplett auf den Kopf gestellt hätte, wären viele Kunden nicht wiedergekommen.“ Die Kunden haben sich aber nach Aussage von Hayunga im neuen E-Center sofort wieder zurechtgefunden.

Stärken hervorheben
„Die Stärken, die der Marktkauf früher hatte, heben wir heute hervor. Der Absatz von Spielzeug war früher sehr erfolgreich, deswegen haben wir die Abteilung ausgebaut“, sagt Ha-yunga. Er ergänzt: „Besonders beliebte Sortimente sind verstärkt worden, weniger nachgefragte hingegen reduziert oder sogar ganz aus dem Angebot genommen worden.“ Fernseher und Waschmaschinen zum Beispiel gibt es nicht mehr. Auch der Bereich Kleidung wurde erheblich verkleinert, wird sich künftig auf Unterwäsche beschränken. „Der Fokus richtet sich auf ein breites und attraktives Lebensmittelsortiment“, sagt Kaufmann Hayunga. „Wir haben den Anteil der Bio- und glutenfreien Produkte ausgebaut und setzen viel stärker auf frische regionale Produkte.“ Er wolle sich dabei stärker auf den Foodbereich fokussieren. „Als lokaler Betreiber können wir stärker auf die Bedürfnisse der Kunden eingehen“, sagt Hayunga. Dafür gibt es ein umfassenderes Obst- und Gemüsesortiment und eine verlängerte Fleisch- und Käsetheke, wo der SB-Anteil zurückgefahren wurde. Laut Hayunga kommen Fleisch und Wurst jetzt auf einen Umsatzanteil von etwa zwölf Prozent.

Kaufmann Hayunga ist noch ein weiterer Punkt wichtig: Viele Mitarbeiter und Kunden würden spüren, dass hier eine ganz andere Atmosphäre als früher herrscht, sagt der Kaufmann. Dies sei die Stärke eines selbstständigen Kaufmanns, so der Inhaber. Das Personal ist für Inhaber Hayunga ein entscheidender Schlüssel zum Erfolg. „Natürlich ist es unser Ziel, langfristig schwarze Zahlen zu schreiben, doch die Mitarbeiter sollen mitentscheiden und eigene Ideen einbringen, wie wir das erreichen“, sagt der Kaufmann. Seine Philosophie sei es, die Stärken der Mitarbeiter zu fördern. „Dann sind sie motiviert und machen ihre Arbeit gut – bei manchen Punkten besser als ich“, sagt der Kaufmann. Was kommt demnächst? „Im Moment haben wir keine weitere Neueröffnung geplant. Es muss auch zu uns passen“, lässt sich Jan Hayunga nicht in die Karten schauen.

Fakten im Fokus

4.800 qm Verkaufsfläche
über 100 Mitarbeiter
rund 55.000 gelistete Artikel, davon 120 aus Eigenproduktion
10% Umsatzanteil Nonfood
8 Kassen und sechs SCO-Self-Checkout-Kassen
von montags bis samstags: 7 - 20 Uhr


Schnell gelesen
E-Center A23, Ramskamp 102, 25337 Elmshorn

  • gelungener Umbau einer Großfläche, ohne die früheren Kunden zu verprellen
  • aktive Verkaufspunkte (Salatbar, Eigenproduktion), an denen der Kunde zuschauen kann
  • eine Einkaufsmall, die optisch gelungen ist
  • ständig wechselnde Aktionen in den Bedientheken wie italienische Wochen oder Oktoberfest
  • Verkaufsfläche wurde verkleinert. Dort siedelt jetzt Aldi
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Im Gebiet der Edeka-Nord gibt es einen Marktkauf weniger: Aus dem Marktkauf am Ramskamp in Elmshorn wurde das neue E-Center A 23. Die Marktkauf-Märkte unter direkter Edeka-Regie schreiben keine schwarzen Zahlen. Darum wurde im Bereich der Edeka-Nord die Privatisierung angeschoben. Sieben Millionen Euro hat die Edeka-Gruppe in den 18-monatigen Umbau des 2006 eröffneten Geschäftszentrums am Ramskamp 102 investiert. Damit verbunden war die Abgabe des direkt von der Edeka geführten Marktkauf-Marktes in die Hände des örtlichen Kaufmanns Jan Hayunga. Der Marktkauf in Elmshorn ist bereits das sechste Haus, das in der Region von EdekaNord an einen privaten Betreiber übergeben wird. Die traditionsreiche Kaufmannsfamilie Hayunga führt bereits in vierter Generation vier Edeka-Märkte und zwei E-Center.

Hayunga: Sechs Märkte
Angefangen hat alles im Jahr 1906, als Georg Hayunga ein kleines Ladenlokal in Norden/Ostfriesland eröffnete. Im Jahr 1947 eröffnete der Großvater am Dammtor in Hamburg ein Kolonialwaren-Geschäft. 1975 zog es die Familie Hayunga nach Elmshorn. Jan Willem Hayunga Senior übernahm damals den bisher zweimal erweiterten Edeka-Markt am Koppeldamm in Elmshorn. 2001 wurde das E-Center am Wedenkamp eröffnet, daneben folgten weitere drei Markteröffnungen in Norderstedt.

Nur drei Tage geschlossen
Zur Wiedereröffnung blieb das neue E-Center A 23 drei Tage geschlossen. „Wir haben lange auf diesen Tag hingearbeitet“, so der neue Inhaber Jan Hayunga. Bereits 2018 begannen die ersten Arbeiten im Marktkauf Elmshorn. Die Baumaßnahmen fanden „dank der tollen Leistung unserer Mitarbeiter“ bei laufendem Betrieb statt. „Wir hatten an keinem Tag geschlossen“, sagt Jan Hayunga. Der Betrieb lief an sechs Tagen die Woche von 8 bis 20 Uhr wie gewohnt weiter. Die etwa 100 Marktkauf-Mitarbeiter sind schon 2018 mit der Übernahme zu Hayunga gewechselt. „Wenn es gut läuft, wollen wir die Mannschaft verstärken.“ Die Wiedereröffnung musste allerdings verschoben werden, weil die Baustelle als Kampfmittelverdachtsfläche eingestuft wurde und die Freigabe mehr Zeit als geplant in Anspruch nahm.

Gute Kombination mit Discounter
Die Einkaufsmall wurde ebenfalls aktiv umgestaltet. „Die Mall hatte den Charme eines 70er-Jahre-Projekts und sah entsprechend aus“, erinnert sich der Kaufmann. Inzwischen hat sich hier viel getan. Heute sei die Einkaufsmall auf einem Stand, wie sich das die Kunden wünschen: hell, freundlich und einladend, so Jan Hayunga. Die Kunden finden hier Einkaufsstätten von früher wie die Bäckerei von Allwörden, einen Schuh- und Schlüsseldienst, ein Asia-Schnellrestaurant und neu den Discounter Aldi wieder. Einen Blumenladen oder einen Zeitschriftenladen gibt es dagegen nicht mehr. „Das decken wir mit unserem Lottoschalter und mit einem großen Angebot an Blumen selbst ab“, sagt Hayunga. Die Verkaufsfläche wurde zugunsten des Discounters von 6.200 auf 4.600 Quadratmeter reduziert. „Wir planen mit Aldi mehr Umsätze“, sagt Hayunga. Die Kombination aus Verbrauchermarkt und Discounter funktioniere gut, so Hayunga.

Neuster Stand der Technik
In eineinhalb Jahren Bauzeit wurde das E-Center zugunsten der Umwelt auf den neuesten Stand der Technik gehoben. Von der energetischen Gebäudeoptimierung mit LED-Beleuchtung und CO2-Kühlanlage bis zur Neugestaltung der Fassade wurde überall optimiert. 2,5 Millionen Euro hat der Kaufmann dafür in die Hand genommen. Die Abteilungen im Markt und die verbliebenen Sortimente sind jetzt neu angeordnet. Die Obst- und Gemüseabteilung im Eingangsbereich wurde neu gestaltet, die Bedientheken modernisiert und das Sortiment im Frische- und Drogeriebereich ausgebaut. Zusätzlich wurde das Warenangebot um regionale und besondere Produkte erweitert. Zum Beispiel mit Obst und Gemüse vom Spargel- und Obsthof Werner sowie viele besondere Fleischspezialitäten wie Island-Lamm, Duroc-Schwein und Wildfleisch aus heimischem Abschuss.

Nicht alles auf den Kopf stellen
„Die Kaufgewohnheiten der Kunden von heute haben sich verändert“, sagt Jan Hayunga. Kunden bevorzugten überschaubare Flächen und legten Wert auf Beratung und Service. Dem Kaufmann war es aber dennoch wichtig, dass sich für die früheren Marktkaufkunden nicht alles komplett verändert: „Beim dem Umbau war deshalb mein Ziel, eine sanfte Marktkauf-Transformation ohne eine Disruption zu bewerkstelligen.“ Er ergänzt: „Dafür ist ein wenig Fingerspitzengefühl notwendig. Wenn ich beim Umbau alle Sortimente komplett auf den Kopf gestellt hätte, wären viele Kunden nicht wiedergekommen.“ Die Kunden haben sich aber nach Aussage von Hayunga im neuen E-Center sofort wieder zurechtgefunden.

Stärken hervorheben
„Die Stärken, die der Marktkauf früher hatte, heben wir heute hervor. Der Absatz von Spielzeug war früher sehr erfolgreich, deswegen haben wir die Abteilung ausgebaut“, sagt Ha-yunga. Er ergänzt: „Besonders beliebte Sortimente sind verstärkt worden, weniger nachgefragte hingegen reduziert oder sogar ganz aus dem Angebot genommen worden.“ Fernseher und Waschmaschinen zum Beispiel gibt es nicht mehr. Auch der Bereich Kleidung wurde erheblich verkleinert, wird sich künftig auf Unterwäsche beschränken. „Der Fokus richtet sich auf ein breites und attraktives Lebensmittelsortiment“, sagt Kaufmann Hayunga. „Wir haben den Anteil der Bio- und glutenfreien Produkte ausgebaut und setzen viel stärker auf frische regionale Produkte.“ Er wolle sich dabei stärker auf den Foodbereich fokussieren. „Als lokaler Betreiber können wir stärker auf die Bedürfnisse der Kunden eingehen“, sagt Hayunga. Dafür gibt es ein umfassenderes Obst- und Gemüsesortiment und eine verlängerte Fleisch- und Käsetheke, wo der SB-Anteil zurückgefahren wurde. Laut Hayunga kommen Fleisch und Wurst jetzt auf einen Umsatzanteil von etwa zwölf Prozent.

Kaufmann Hayunga ist noch ein weiterer Punkt wichtig: Viele Mitarbeiter und Kunden würden spüren, dass hier eine ganz andere Atmosphäre als früher herrscht, sagt der Kaufmann. Dies sei die Stärke eines selbstständigen Kaufmanns, so der Inhaber. Das Personal ist für Inhaber Hayunga ein entscheidender Schlüssel zum Erfolg. „Natürlich ist es unser Ziel, langfristig schwarze Zahlen zu schreiben, doch die Mitarbeiter sollen mitentscheiden und eigene Ideen einbringen, wie wir das erreichen“, sagt der Kaufmann. Seine Philosophie sei es, die Stärken der Mitarbeiter zu fördern. „Dann sind sie motiviert und machen ihre Arbeit gut – bei manchen Punkten besser als ich“, sagt der Kaufmann. Was kommt demnächst? „Im Moment haben wir keine weitere Neueröffnung geplant. Es muss auch zu uns passen“, lässt sich Jan Hayunga nicht in die Karten schauen.

Fakten im Fokus

4.800 qm Verkaufsfläche
über 100 Mitarbeiter
rund 55.000 gelistete Artikel, davon 120 aus Eigenproduktion
10% Umsatzanteil Nonfood
8 Kassen und sechs SCO-Self-Checkout-Kassen
von montags bis samstags: 7 - 20 Uhr


Schnell gelesen
E-Center A23, Ramskamp 102, 25337 Elmshorn

  • gelungener Umbau einer Großfläche, ohne die früheren Kunden zu verprellen
  • aktive Verkaufspunkte (Salatbar, Eigenproduktion), an denen der Kunde zuschauen kann
  • eine Einkaufsmall, die optisch gelungen ist
  • ständig wechselnde Aktionen in den Bedientheken wie italienische Wochen oder Oktoberfest
  • Verkaufsfläche wurde verkleinert. Dort siedelt jetzt Aldi