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Edeka Dörflinger Hommage an die Stadt

Sonja Plachetta | 23. Oktober 2020

Bei Edeka Dörflinger in Ulm sollen die Kunden ein Stück Heimat erleben. Das gilt sowohl für den Ladenbau als auch für das Sortiment.

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Ein Markt in der Stadtmitte ist eine besondere Herausforderung. Das war Ralf Dörflinger auch unabhängig von den durch die Corona-Pandemie veränderten Tagesabläufen der Anwohner und Pendler bewusst. Deshalb hatte der Edeka-Händler für seinen Laden im Untergeschoss der Sedelhöfe unweit des Ulmer Hauptbahnhofs ganz konkrete Vorstellungen: „Ich wollte einen Markt machen, mit dem sich die Ulmer identifizieren können – sowohl, was die Einrichtung angeht, als auch das Sortiment.“

Der Bezug zur Stadt wird beim Rundgang durch den Markt – Dörflingers dritter insgesamt – sofort deutlich. Der Kaufmann hat gemeinsam mit Ladenbauer Wanzl die wichtigsten Wahrzeichen verewigt. So zieren an mehreren Stellen Piktogramme des Ulmer Münsters und des Metzgerturms Wände und Säulen, das Münster zudem noch die Kassentische. In den Stadtfarben Schwarz und Weiß ist beispielsweise die Kosmetikabteilung gestaltet – und auch die kombinierte Fisch- und Käsetheke. Deren Design ist inspiriert von der Ulmer Schachtel. Die für dieses mittelalterliche Transportschiff aus Holz typischen schwarz-weißen Streifen im Bug finden sich so auch auf der Thekenfront wieder. „Um den Schiffscharakter zu perfektionieren, haben wir noch Paddel aus Holz und alte Schiffslaternen an der Wand angebracht“, erklärt Tino Pilharcz, Leitung Key Account Management Edeka National bei Wanzl.

Viele Wahrzeichen integriert
Wer an den Theken den Blick nach oben richtet, entdeckt noch ein weiteres Wahrzeichen der Stadt: den Ulmer Spatzen. „Wir haben die Spatzenfiguren hängend an der Decke angebracht, damit sie so wirken, als würden sie durch den Raum fliegen“, fügt Pilharcz hinzu. Über solche Details freuen sich nicht nur die Kunden. „Es ist toll, in einem so schönen Markt zu arbeiten“, ist von mehreren Thekenmitarbeitern zu hören.

Auch dem wohl berühmtesten Sohn der Stadt begegnet man mehrfach in dem Markt: Albert Einstein, der in den Sedelhöfen geboren und Namensgeber des Platzes ist. Sein Konterfei ist gemeinsam mit der Relativitätstheorie in Weiß auf schwarzem Hintergrund an mehreren Säulen im Markt sowie in der Self-Check-out-Zone abgebildet.

Über diese Hommage an die Stadt hinaus soll der Kunde in Bezug auf das Sortiment ebenfalls ein Stück Heimat erleben. Das Qualitätsversprechen von Edeka Dörflinger lautet „Das Beste aus der Region“, und es prangt auch in der Ulmer Filiale direkt am Eingang. Obst und Gemüse wird dort im Stil des Wochenmarktes auf dem Münsterplatz unter grün-weißen Markisen in rustikalen Holzkisten präsentiert. Regionale und Bio-Produkte werden hervorgehoben. Zum Beispiel gibt es ein spezielles Kartoffelregal mit loser Ware aus der Region sowie Holzkisten mit regionalen Äpfeln. Zudem führt Dörflinger Spezialitäten von in der Stadt bekannten Herstellern, etwa Teigwaren von Tressini oder Dolci aus dem örtlichen Café Alba, die im Markt unter der Marke „Della Mamma“ zu kaufen sind.

Ruhige Atmosphäre
Im Moment ist Ralf Dörflinger, der seit 15 Jahren einen Markt in Langenau und seit 10 Jahren einen in Gerstetten betreibt, viel auf der 2.100 Quadratmeter großen Fläche in Ulm. Er will gemeinsam mit Marktleiter Jürgen Gomoll Abläufe und Sortimente optimieren sowie die neuen Mitarbeiter einbinden. Stolz sagt der Edekaner: „Der Markt ist anders als andere Supermärkte. Er ist im Ganzen stimmig, sehr ausgeglichen, sehr ruhig.“ Eine offene Decke, viel Holz sowie Backstein seien ihm wichtig gewesen, um eine angenehme Atmosphäre und eine gewisse Wärme zu erzeugen. Daran haben auch die 70 Mitarbeiter, die Dörflinger zum Großteil neu eingestellt hat, einen großen Anteil. Das Personal ist für ihn ein entscheidender Schlüssel zum Erfolg. „Natürlich ist unser Ziel, Geld zu verdienen, doch die Mitarbeiter sollen mitentscheiden und eigene Ideen einbringen, wie wir das erreichen“, sagt der Kaufmann. Deshalb gewähre er ihnen auch Einblick in die Zahlen, „damit sie ein Gespür dafür kriegen, warum wir etwas machen“. Seine Philosophie sei es, die Stärken der Mitarbeiter zu stärken. „Dann sind sie motiviert und machen ihre Arbeit gut – bei manchen Punkten besser als ich“, sagt der Kaufmann.

Viele der neuen Mitarbeiter sind Quereinsteiger, die von der Gastronomie an die Bedienungstheken gewechselt sind. Dort bereiten sie auch das Essen für das Bistro zu. Täglich werden bis zu 60 Tagesessen verkauft. Eine der Quereinsteigerinnen ist die gelernte Köchin Annerose Wenzel, die nun Abteilungsleiterin für die Wursttheke ist. „Die Auswahl in unserem Rondell mit italienischen Spezialitäten ist besser als im Fachgeschäft“, lockt sie. „Wir haben hier sehr anspruchsvolle Kunden und müssen ihnen immer etwas Besonderes bieten, zum Beispiel unsere Steinpilzleberwurst in Bio-Qualität.“ An der Fleischtheke stechen das irische Hereford-Rind sowie das trocken gereifte Steak No. 1 hervor. Für Vegetarier gibt es zwischen Fisch- und Käsetheke einen eigenen Bereich, wo das Team unter anderem Krautwickel, Gemüselasagne und vegetarische Wurst anbietet. Auch vegane Produkte sowie die rund 100 Artikel an der Unverpackt-Station verkaufen sich sehr gut. „Wer uns einmal gefunden hat, kommt immer wieder“, hat Annerose Wenzel festgestellt. Inhaber Ralf Dörflinger zählt derzeit rund 1.000 Kunden am Tag. Wenn mittwochs und samstags Wochenmarkt ist in Ulm, werden es auch schon einmal mehr. Zwei Drittel des Umsatzes generiert der Markt am Nachmittag.

Convenience beliebt
Die Pendler greifen vor allem bei Lebensmitteln zum Direktverzehr zu. Sie decken sich an der Salat- und der Suppenbar ein oder bestellen etwas im Bistro, und dazu nehmen sie oft ein gekühltes Getränk. „Der gekühlte Bereich nimmt immer mehr zu“, sagt der Inhaber. Obwohl vor allem Einzelflaschen gekauft werden, bietet er als Service auch einige gekühlte Kisten an.

Dörflinger ist zuversichtlich, dass sich trotz der Corona-Einschränkungen schnell herumspricht, was sein Team und er zu bieten haben, und dass bald noch mehr Genusskäufer den Weg in den Markt finden. Er ist überzeugt, dass er sein Ziel erreichen wird: „Wir wollen nicht nur als Edeka-Händler wahrgenommen werden, sondern wir wollen eine Institution für Ulm werden.“ Am Ende werden die Leute, so hofft er, nicht mehr zu Edeka einkaufen gehen, sondern einfach zum Dörflinger.

Fakten im Fokus

2.100 qm Verkaufsfläche
70 Mitarbeiter
23.000 gelistete Artikel
1000 Kunden am Tag
6 Self-Check-out-Kassen
von montags bis samstags: 7 - 22 Uhr


Schnell gelesen
Edeka Dörflinger, Albert-Einstein-Platz 3/6, 89073 Ulm

  • Auf der 2.100 Quadratmeter großen Verkaufsfläche von Edeka Dörflinger in den Ulmer Sedelhöfen können die Kunden das Flair der Stadt erleben und zahlreiche Wahrzeichen entdecken.
  • Auch in seinem dritten Markt setzt Inhaber Ralf Dörflinger auf seine bewährten Stärken: Frische, Qualität und Regionalität. Zahlreiche regionale Lieferanten sind gelistet.
  • Der Markt liegt im Souterrain einer Passage unweit des Hauptbahnhofs und hat viele Pendler als Kunden. Im Bistro werden bereits bis zu 60 Essen am Tag verkauft.