Die Redaktion macht sich diesmal auf den Weg nach Berlin. Der Lidl-Markt in der Zeughofstraße 23A erweist sich als interessanter, aber auch herausfordernder Standort im Wrangelkiez. Dieser ist dicht besiedelt, die Bevölkerung überdurchschnittlich jung und bunt. Vis-à-vis der Lidl-Filiale erstreckt sich das Oberstufenzentrum (OSZ) Handel 1, ein imposanter Altbau, Ende des 19. Jahrhunderts für die preußische Armee errichtet und heute Ausbildungsstätte für den Handelsnachwuchs. Unter den laut OSZ rund 4.700 Schülern sind angehende Kaufleute im Einzelhandel sowie im E-Commerce, aber auch Drogisten. Viele von ihnen stürmen am Inkognito-Tester vorbei in den Discounter. Zwei Straßen weiter bietet die Markthalle Neun ein quirliges, hippes Einkaufserlebnis mit bunten Fisch- und Gemüseständen, Bäckern und Brauern. Für den Basiseinkauf dürften die meisten Anwohner jedoch in normalen Lebensmittelmärkten einkaufen, auch in diesem Lidl.
Stimmung ★★★☆☆
An diesem Donnerstagmittag summt es in und vor dem Markt geradezu. Es ist wohl Pausenzeit in der Handelsschule. Auffällig viele junge Menschen schwärmen durch den Markt und treffen sich davor. Sie decken sich offenbar für die nächsten Schulstunden mit Getränken, Snacks und To-go-Produkten ein. Dabei hinterlassen sie auch Chaos. Die Mitarbeiter lassen sich jedoch nicht aus der Ruhe bringen, bleiben freundlich und souverän. Vier Self-Scanning-Kassen entlasten die Kassenkräfte und verkürzen die Warteschlangen.
Sortiment ★★☆☆☆
Der Lidl-Markt bietet ein für den Discounter typisches Sortiment. Neben zahlreichen Produkten eigener Handelsmarken sind auch viele Marken präsent. An diversen Stellen im Markt präsentiert Lidl Markenprodukte als Aktionsware auf Sonderdisplays. Die jungen Kunden finden Produkte für den Direktverzehr gleich zu Beginn des Kundenlaufs, darunter fertig gemischte Salate, Kaffeemischgetränke und gekühlte Limonaden. Die Bake-off-Theke ist üppig bestückt. Die Käseauswahl ist durch den Ausfall von Kühlregalen an diesem Tag minimiert.
Sauberkeit ★☆☆☆☆
Dem Ansturm der Schüler gegen Mittag und der Hitze am Besuchstag ist der Markt nicht ganz gewachsen. Insbesondere in den Kühlregalen liegen Produkte, die Kunden offenbar doch nicht kaufen wollten und wahllos ablegten. Dadurch wirken die Food-Sortimente sehr durchwühlt. Pech: Gleich an mehreren Stellen im Markt streiken an diesem Tag die Kühlregale. Zu Beginn des Kundenlaufs warnt ein Schild: „Achtung! Rutschgefahr!“ Das Kühlmöbel mit kaltem Kaffee, Salaten und Snacks ist defekt. Küchenrollen sollen auslaufendes Wasser aufsaugen. Jedoch steht das Wasser im Gang, das Schild ist zu spät sichtbar. Darauf angesprochen bedankt sich ein Mitarbeiter herzlich für den Hinweis, doch bis zum Ende des Besuchs wächst die große Pfütze weiter. Viele Meter der Pluskühlung fallen aus, die Mitarbeiter haben sie leer geräumt. Ein Techniker arbeitet mit Hochdruck daran, das Problem zu beheben. Gut präsentiert sich der Nonfood-Bereich.
