Bildquelle: Architekturbüro Kinzel

Hamburg-Ottensen Rewe-Markt Kann ein Laden „hip“ sein?

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Na klar! Es sind in der Regel Vorzeigemärkte – solche, die in denkmalgeschützten Gebäuden errichtet werden. Das erfordert große Sorgfalt, erhöhten Aufwand und ein besonderes Konzept – müssen doch auch diese Märkte irgendwann Gewinn erwirtschaften. So wie der Rewe-Markt in den Zeisehallen in Hamburg-Ottensen.

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Der Supertanker Tina Onassis kurvte mit einer gigantischen Schiffsschraube, gefertigt in der Schiffschraubenfabrik Zeise, durch die Weltmeere. Auch die Maxim Gorky, sowjetisches Kreuzfahrtschiff, pflügte mit einer Zeise-Schraube durch die See. Vergangenheit: Zeise – 1880 gegründet, musste 1979 Konkurs anmelden. Was blieb, war ein historischer Gebäudekomplex. Außen Backstein, innen schwere Eisenträger, Gießerei, Reste eines Schornsteins. Historisch wertvoll, aber schwer nutzbar.

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Rewe Zeisenhallen, Friedensallee 7-9, 22765 Hamburg

  • Der Rewe in den Zeisehallen in Hamburg Altona ist ein Vorzeige- Markt und Prestige-Objekt.
  • Der Markt wurde individuell geplant, er ist keiner „von der Stange“.
  • Auf 1.100 qm Verkaufsfläche sind rund 13.000 Artikel untergebracht.
  • Das Sortiment ist extrem auffallend an den Standort angepasst. Viele lokale, zahlreiche regionale Produkte werden durch „hippe“ Artikel für das Szenepublikum ergänzt.
  • Die Gastronomie ist wesentlicher „Anker“ des Konzepts.
  • Veranstaltungen sind wichtiger Bestandteil des Plans.
  • Der Markt soll Szenetreff werden.

Bereits in den 80er-Jahren gab es Überlegungen für die Neunutzung. Ein Film und Medienzentrum sollte es werden, es entstanden Restaurants, Kino, Büros. Seit 2014 wurden auch Pläne für einen Supermarkt konkret.

Dass ungewöhnliche Standorte von Handelsunternehmen gerne zur Profilierung genutzt werden, ist nichts Neues. In der „Edeka-Stadt“ Hamburg fällt dann nur auf, dass die Rewe-Nord in den Zeisehallen den Zuschlag für die Errichtung eines Supermarktes erhielt. Ein Highlight wie die gelb-blaue Rindermarkthalle in St. Pauli, hier aber unter roter Flagge. Das macht Rewianern Freude.

Den Planern der Rewe in Norderstedt war wohl schnell klar, dass hier kein Konzept von der Stange passen würde. Ein kreativer Partner musste her und so startet 2014 die Zusammenarbeit mit dem Architekturbüro Kinzel aus dem niederrheinischen Schermbeck, welches schon verschiedene knifflige, aber stets ungewöhnliche Ladenprojekte realisiert hat.