Anzeige

Penny im Steinbruch, Georgsmarienhütte Aus einem Guss

Dieter Druck | 01. September 2017

Dieser Penny ist ein Unikat. Das ist auf den ersten Blick und im Detail erkennbar. Ein ehemaliger Steinbruch als Standort und die in Georgsmarienhütte beheimatete Stahlproduktion bilden die konzeptionelle Grundlage für das Ladenbaukonzept.

Anzeige

Keine Frage, hier bin ich richtig. Die Adresse „Im Steinbruch“ stimmt. Dazu bedarf es keines Straßenschildes. Auf einer großflächigen Abfangwand sieht der ankommende Penny-Kunde Motive im Graffiti-Stil aus dem Arbeitsalltag des ehemaligen Steinbruchs. Mit der Spraydose gestaltet hat die Wand der Künstler Martin Bender aus Hagen. Aufgeschüttete Schotterflächen und eine alte Lore verstärken den direkten Bezug zu diesem speziellen Penny im Ortskern von Georgsmarienhütte, Landkreis Osnabrück.

Fakten im Fokus
  • Verkaufsfläche: 900qm
  • Mitarbeiter: 10
  • Artikelzahl: 1.350
  • Kassen: 3
  • Durchschnittsbon: 13 Euro

Das ist aber nur ein Aspekt. Den anderen liefert die in der Stadt ansässige Stahlproduktion und die damit verbundene „Industriekultur“. Die vermittelt bereits die im Originalzustand erhaltene Außenfassade aus alten Feldbrandsteinen. Die Hülle des ursprünglich hier ansässigen Edeka-Marktes wurde bewusst erhalten und im Innern „alles auf Reset gesetzt“, wie Regionsleiter Michael Herz es formuliert.

Nach rund einem Jahr Bauzeit wurde der Markt mit 900 qm Verkaufsfläche am 15. Juni 2017 eröffnet. Innen finden sich alle Elemente des Penny-Konzepts 2020 wieder, teils modifiziert.


Auffällig sind in Georgsmarienhütte breitere Gänge als sonst üblich. Sie wurden als klassischer Industriefußboden ausgelegt. Auch setzt sich die Backsteinoptik der Außenwand innen fort. Die großen Schaufenster des Ursprungsmarktes blieben erhalten und wurden nicht mit Regalen zugestellt. Dadurch entstand ein üppiger Tageslichteinlass. Die Regalhöhe ist auf maximal 1.80 m ausgelegt. Werbeschilder, Deckenhänger und Zweitplatzierungsflächen wurden reduziert. Das wirkt großzügiger, und vor allem kommt dadurch der „stählerne und steinerne“ Gesamteindruck besser zur Geltung. Anthrazit signalisiert den Stein und ein individuell angemischter rostbrauner Farbton den Stahl.

Rohrleitungen, Bögen, Absperrventile und andere technische Armaturen sind wiederkehrende Gestaltungselemente und über den Markt verteilt. Auch die Einkaufwagen sowie die Abstellbox auf dem Parkplatz tragen diese Handschrift. Selbst bei den Kassenbändern und Warentrennern wird die Optik aufgegriffen. „Diese Dinge, so erfahren wir von unseren Kunden, werden wirklich wahrgenommen und verstanden“, berichtet Marktleiter Artur Fink. Und das setzt sich fort. Alte Industrielampen rücken Obst und Gemüse ins rechte Licht, und eine originale Zeigerwaage dient dem Kunden zur Kontrolle. Die Einkaufskörbe aus Drahtgeflecht sind ebenfalls Originale und wurden früher beispielsweise auf Bauernhöfen zum Kartoffeleinsammeln genutzt. Und das Penny-Live-Radio ertönt aus Lautsprechern, wie sie damals in Fabriken üblich waren.

In einigen Gängen oder an den Kopfenden stechen silberfarbene Blechtonnen mit der Aufschrift „Penny“ ins Auge, auf denen Produkte im Wechsel zweitplatziert werden. Die Warenträger im „Industrielook“ für die jeweiligen Aktionsartikel sind im hinteren Teil des Marktes gegenüber den geschlossenen Kühlmöbeln.

Schnell gelesen
  • Penny im Steinbruch, Georgsmarienhütte
  • Individuelles, auf den Standort zugeschnittenes Konzept mit den thematischen Aufhängern Steinbruch und Stahlproduktion
  • Viele Details und Elemente, die die Stahlproduktion in Georgs - marienhütte widerspiegeln
  • Ortansässiger Bäcker in der Vorkassenzone mit kleinem Café und Backshop im Markt
  • Nahversorgercharakter
  • Mitarbeiter bewusst aus dem nahen Umfeld angestellt, um den regionalen Bezug zu verstärken

Neu in den Kühlregalen ist der Penny-Frische-Pack. In ihm sind die einzelnen Wurst- bzw. Käsescheiben nochmals einzeln verpackt – passend für kleinere Haushalte und dem ‧Lebensmittelverderb entgegenwirkend. Ein weiterer Fixpunkt ist die Backstation „Bäckerkrönung“. Sie ist in Georgsmarienhütte sehr großzügig angelegt und mit einer SB-Brotschneidemaschine bestückt. Auffällig ist unter anderem die Vielfalt der süßen Kleingebäcke und Kuchen sowie würzigen Snacks. Gebacken wird im für Kunden nicht einsehbaren, örtlichen „Traditions-Bäcker“ Coors, der im Eingangsbereich seine Backwaren anbietet. Zu einer Einkaufspause laden eine kleine Außen- und Innenbestuhlung ein. Großzügig, mit konzeptioneller Farbgebung und als Sortimenteinheit erkennbar, präsentiert sich das TK-Sortiment im Anschluss an die Bäckerkrönung. Hier wurden Truhen von Austria Haustechnik aufgestellt, die tiefer sind als die bei Penny üblichen. Das ermöglicht eine großzügigere Warenpräsentation, was sich bei den Absatzzahlen bemerkbar machen werde, da ist Herz optimistisch. Das gelte gleichermaßen für das optisch aufgewertete Wein- und Spirituosenangebot.

Im Penny werden 1.350 Artikel angeboten, wobei die Aspekte Convenience und To-go-Sortimente künftig noch stärker herausgearbeitet werden sollen, sagt Herz. Der Frischeanteil (Fleisch, Wurst, Mopro, Obst und Gemüse) liegt derzeit bei mehr als 30 Prozent.

Der besondere Penny in Georgsmarienhütte ist einer von Dreien mit Alleinstellungsmerkmalen. Dazu zählen auch die Pennys im Berliner Ostbahnhof und im Leipziger Oelßners Hof. Sie greifen ebenfalls Historie und Standortspezifisches im Ladenkonzept auf. Und wenn sich neue Standorte mit Geschichte auftun, wird die Reihe fortgesetzt. Kreative Unterstützung kam bei diesen Objekten von der Agentur WFP aus Mönchengladbach, die Wert darauf gelegt hat, dass „alles aus einem Guss“ ist.