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Edeka Stadler & Honner Straubing Das Neun- Welten-Erlebnis

Sonja Plachetta | 11. August 2017

Der Discount rüstet auf. Was kann ein Vollsortimenter dagegen tun? Edeka Stadler und Honner antworten darauf in ihrem neunten Markt in Straubing mit einem besonderen Ladenkonzept.

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Hans-Jürgen Honner hat schon viele Läden geplant. Doch als er im neunten Geschäft von Edeka Stadler und Honner in der Schlesischen Straße in Straubing steht, zögert er keine Sekunde: „Das ist unser schönster Markt.“ Altholz-Elemente, edle schwarze Fliesen, geschmackvolle Fliesenornamente und dekorative Lampen sollen helfen, „die Kunden im Bauch zu erreichen“, wie Stephan Stadler es formuliert. „Im Kopf vergleichen sie die Preise. Wenn sie sich aber so wohlfühlen wie in ihrem Wohnzimmer, achten sie nicht darauf“, da ist er sich sicher.

Fakten im Fokus
  • Verkaufsfläche: 1.990qm
  • Mitarbeiter: 45
  • Artikelzahl: 25.000
  • Durchschnittsbon: 18,95 Euro
  • Umsatzziel: 10 Mio. Euro

Die beiden Cousins haben den Anspruch, dass jede Abteilung selbsterklärend ist. „Wenn der Kunde einen Mitarbeiter fragen muss, wo er ein Produkt findet, haben wir den Markt nicht richtig geplant“, sagt Stadler. Deshalb sind z. B. Bio- oder regionale Produkte den normalen Warengruppen zugeordnet. „So erzielen wir 20 bis 30 Prozent höhere Abverkäufe“, erläutert er.

Damit sich die Kunden schnell zurechtfinden, haben die Edekaner den 1.990 qm großen Laden in neun Warenwelten unterteilt: Obst und Gemüse, Frühstück, Lebensmittel (umfasst das Trockensortiment und Produkte aus aller Welt), Bedientheken, Süßwaren, Drogerie, Weinkeller, Tiefkühlung sowie Backshop. Durch Überbauten sind die Welten, in denen mit Regalhöhen zwischen 1,60 und 2 m gespielt wird, deutlich voneinander abgegrenzt. „Wenn alles offen ist, fühlen sich die Menschen oft verloren. Hier wollten wir das Gegenteil machen“, erklärt Daniel Honner, der dritte Geschäftsführer. Diese Abgrenzung hat für Stadler noch einen weiteren Vorteil: „Wenn er in einer Welt ist, wird der Kunde nicht durch andere Sortimente abgelenkt.“


Die Frische und Warenvielfalt eines Vollsortimenters erlebbar zu machen, ist den Kaufmännern an diesem Standort besonders wichtig. Denn nebenan ist ein Netto Marken-Discount. Stadler hält die Edeka-Tochter für den schwierigsten Discount-Nachbarn, „weil Netto viele Marken führt und eine andere Preisschiene hat als die anderen“.

Schnell gelesen
  • Schlesische Strasse 118, 94315 Straubing
  • Der neunte Markt von Edeka Stadler und Honner in Straubing ist in neun, voneinander abgegrenzte Warenwelten unterteilt.
  • Die Ladengestaltung mit echtem Altholz soll ein „Wohnzimmergefühl“ auslösen.
  • Es gibt kaum Aufbauten oder Displays. Der Kunde soll ans Regal gehen.
  • Zum ersten Mal bieten die Edekaner einen Mittagstisch an. Ein Großgastronom beliefert sie mit den Gerichten, die Kunden im Bistro neben dem Backshop essen können.

In der Schlesischen Straße gibt es deshalb in der O-&-G-Abteilung ein dreistufiges Regal. Dadurch können die Händler 20 Prozent mehr Ware – und somit mehr Frische – zeigen als an anderen Standorten, ohne auf breite Gänge verzichten zu müssen. Zudem gibt es kaum Aufbauten und Displays. „Der Kunde soll lieber vor fünf Sorten Gurken im Regal stehen als vor einer im Aufbau“, findet Stadler. Aus dem gleichen Grund ist SB-Fleisch im Kundenlauf hinter der Theke platziert: Der Verbraucher entscheidet sich dann, so das Kalkül, eher für Beratung und Kauf an der Theke. Noch etwas spricht laut Stadler gegen Displays. Sie sähen oft unordentlich aus und verstopften die Gänge: „Der Kunde konzentriert sich dann aufs Lenken des Wagens statt auf die Ware.“ Er setzt lieber Tische für die Warenpräsentation ein.

Um auch gastronomisch für die Straubinger attraktiv zu sein, bieten Stadler und Honner in der Schlesischen Straße im selbstbetriebenen Backshop zusätzlich zur heißen Theke zum ersten Mal warme Mittagsgerichte an. Von 11 bis 14 Uhr können die Gäste die Speisen im Bistro mit 40 Sitzplätzen essen. Das täglich wechselnde Angebot reicht von Biergulasch über eine mediterrane Gemüsepfanne bis zum Kaiserschmarrn. Die Preise liegen zwischen 3,90 und 6,90 Euro. Ein Großgastronom liefert die fertigen, zum Teil tiefgefrorenen Gerichte, die die Mitarbeiter vor Ort im Ofen backen. Von nachgefragten Speisen wie Ripperl mit Kraut gehen bis zu 50 Portionen pro Tag weg. Die Mengen verlässlich zu planen, ist jedoch schwierig. So beobachten die Edekaner genau, wie sich das Thema Gastronomie bei ihnen entwickelt.

Vom Gesamtkonzept des Marktes ist Hans-Jürgen Honner, der mittelfristig 10 Mio. Euro Jahresumsatz erwartet, aber überzeugt, auch wenn die Kundenzahlen noch etwas schwanken: „Unseren Plan schaffen wir in diesem Jahr locker.“

Engagiertes Trio

Die Cousins Stephan Stadler (l.) und Hans- Jürgen Honner (r.) haben seit 1995 den Anspruch, „Frische ohne Kompromisse“ in ihren Märkten anzubieten. Die Firmenphilosophie hat auch die nächste Generation verinnerlicht: Daniel Honner (m.) ist Teil der Geschäftsleitung, Anna Stadler ist ebenfalls im Unternehmen tätig. Die Edeka-Kaufleute aus Ruhmannsfelden in Niederbayern betreiben derzeit neun Märkte. Sechs befinden sich im Landkreis Straubing-Bogen, drei davon allein in der Stadt Straubing, wo die Edekaner Marktführer sind. Angesichts des Wiedererstarkens der Discounter setzen Stadler und Honner auf „noch mehr Frische als bisher“. So präsentieren sie im neuen Markt in Straubing ein noch tieferes Sortiment, z. B. bei Smoothies oder Pilzen.