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Akzenta Wuppertal

Reiner Mihr | 16. Mai 2014

In Wuppertal ist Akzenta eine Institution. Vor allem durch Sortimentsvielfalt und gelebten Service. Auch nach der Komplett-Übernahme durch die Rewe soll das so bleiben.

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Wer in Wuppertal einkauft, kommt an Akzenta kaum vorbei – jedenfalls wenn er eine riesige Auswahl und auch mal besondere Artikel sucht. Denn Akzenta ist in Wuppertal eine Institution – geschafft hat das ein Rewe-Vollblut-Kaufmann: Hans Löbbert, der 1976 mit seinem Konzept startete und über viele Jahre vier Supermärkte in Wuppertal betrieb. An Löbberts Unternehmen war schon länger die Rewe-Group mehrheitlich beteiligt, aber der Unternehmer prägte ohne Zweifel das Erscheinungsbild von Akzenta. So wundert es nicht, dass die Übernahme der restlichen 26 Prozent-Anteile durch Rewe und das Ausscheiden der Familie Löbbert Anfang 2013 zunächst für Irritationen bei den Kunden führte. Über die Gründe wurde spekuliert, Löbbert-Tochter Annegret Krüger sagte damals lediglich, dass es „unterschiedliche Auffassungen über die zukünftige Zusammenarbeit“ gegeben habe.

Dabei hat Rewe gar nicht vor, am Löbbert-Konzept viel zu ändern. Dies war vor allem geprägt durch ein tiefes und breites Sortiment, Service und gut geschulte Mitarbeiter. „Die größte Herausforderung war, die Mitarbeiter zu überzeugen“, sagt der neue Geschäftsführer bei Akzenta, André Kolbinger. Ein kluger Schachzug des erfahrenen Handelsmanns (25 Jahre bei Karstadt und Rewe) war sicher, dass er das Urgestein Ulrich Mazurek, der bereits als Prokurist bei Akzenta tätig war, mit in die Geschäftsleitung holte. Beide wollen dafür sorgen, dass die Identität und Besonderheit von Akzenta gewahrt bleibt – beim individuellen Sortiment, beim eigenen Einkauf und bei der eigenen Werbung.

Konkret heißt das: Natürlich ist Akzenta nun ein Regiebetrieb und natürlich werden Teile des Sortiments, beispielsweise bei Frische, zentral eingekauft und zwar sowohl über die Kölner Rewe-Zentrale als auch die Zentrale der Rewe Dortmund. Darüber hinaus wird aber ein großer Teil des Sortiments über die 30-köpfige Akzenta-Verwaltung eingekauft und über Strecke bezogen. „Wir haben ein weit über den Durchschnitt gehendes Sortiment“ ist Kolbinger stolz. „Und sind extrem stark in der Frische“, ergänzt Mazurek. Was Akzenta letztlich aber ausmache, sei eine von den Mitarbeitern gelebte Servicekultur. Er nennt ein Beispiel: „Wir haben Mitarbeiter, die wie selbstverständlich auf dem Parkplatz dem Kunden beim Einladen helfen.“ Allerdings müsse man sich Servicekultur auch leisten können und wollen, sind sich beide Geschäftsführer einig. „An kaufkraftstarken Standorten kann man eben in Personal investieren.“ Das seien Investitionen in Kundenkontakt und Kontaktzeit, die sich aber im Geschäftsergebnis widerspiegeln würden. „Qualitative Personalkosten“, sagt Kolbinger. Damit seien die vier Akzenta-Standorte in Wuppertal auch Pilotprojekte für weitere kaufkraftstarke Regionen.


Mit vier Märkten kommt Akzenta auf gut mehr als 100 Mio. Euro Umsatz bei extrem niedrigem Nonfood-Anteil. Wer unvoreingenommen einen Akzenta-Markt besucht, merkt schnell, hier brummt es. Optisch überzeugen vor allem die Obst- und Gemüseabteilung sowie die Bedienungstheken. Das breite und sehr tiefe Sortiment ist überwältigend: 60.000 Artikel zum Beispiel im Steinbecker Markt auf 3.858 qm Verkaufsfläche sind eine Augenweide, aber auch eine Herausforderung. Regale als Lagerfläche nach oben, sind sicher nicht jedermanns Sache. Aber, so Kolbinger „wir wollen Lebensmittel verkaufen, keine technischen Highlights.“

Tatsächlich sind Kolbinger und Mazurek mit dem Geschäftsverlauf 2013 zufrieden und das nach einem Rekordjahr 2012. Im Laufe des Jahres 2013 habe man aber Gas gegeben, die Werbung zielgerichteter und kundenorientierter umgestellt und in marktgerechte Preise investiert. Für 2014 haben sich die beiden einiges vorgenommen: „Wir müssen den Spagat schaffen zwischen der Rolle als Nahversorger für jeden Kunden und einem Kundenmagneten für eine kaufkräftige Klientel.“ Ob und wie das gelingt, interessiert natürlich auch in der Kölner Rewe-Zentrale, denn immerhin gehören dem Beirat der Wuppertaler Rewe- Group-Vorstandsmitglied Lionel Souque und die Rewe-Geschäftsleitungsmitglieder Martin Orterer und Dr. Martin Küssner an.