Die Verpackung, eine goldene Dose, ist ikonisch. Unverkennbar und unverwechselbar im Regal. Das solle auch 2025 und darüber hinaus so bleiben, sagt Frank Gemmrig. Ebenso der Fokus auf die Zielgruppe Erwachsene. Passend zum neuen Claim „Fruit up your Moment“ hat das Team rund um den Geschäftsführer für die Marke Cavendish & Harvey allerdings einen „frischeren und emotionaleren Auftritt“ umgesetzt: „Mit unserem Markenrelaunch haben wir Logo, Verpackungsdesign, Trade-Marketing und die digitalen Kanäle modernisiert, um die Premium-Ästhetik und Wiedererkennbarkeit weiter zu stärken.“ Die zuckerfreien Varianten sind nun auch in der goldenen Dose verpackt. Früher war diese silberfarben. Einheitlichkeit am Point of Sale für bessere Sichtbarkeit.
Der Markenname Cavendish & Harvey lässt an eine britische Herkunft denken. Dabei produziert der Hersteller von Bonbons, Weingummis und Mints seit 1977 in Kaltenkirchen (Kreis Segeberg, Schleswig-Holstein). Und zwar ausschließlich. Das wird deutlich ausgelobt auf den Verpackungen mit dem Claim „Made in Germany“ plus Deutschlandfahne. „Dieses Qualitätsversprechen gewinnt vor allem in fernöstlichen Märkten zunehmend an Bedeutung“, sagt Geschäftsführer Gemmrig. Etwa 2,2 Milliarden Hartkaramellen stellt das Unternehmen nach eigenen Angaben jährlich her, abgefüllt werden jährlich etwa 28 Millionen Dosen.
Von Kaltenkirchen in die Welt
Die Cavendish & Harvey Confectionery ist Teil der in Familienbesitz befindlichen Boettger-Gruppe aus Berlin. Im vergangenen Jahr wurde der norddeutsche Lakritz-Spezialist Jahnke Süßwaren in die Gruppe integriert. „Ein bedeutender Meilenstein“, sagt Frank Gemmrig. „Damit haben wir unsere Produktionskapazität um rund 50 Prozent erweitern können und stärken gezielt Präsenz und Wertschöpfung in Deutschland.“ Mit zwei Produktionsstandorten und etwa 200 Mitarbeitern beliefert Cavendish & Harvey von Kaltenkirchen aus Kunden in mehr als 100 Ländern. In den kommenden fünf Jahren wollen die Verantwortlichen „einen Millionenbetrag“ in Modernisierung und Effizienzsteigerung der Werke investieren. Genauere Zahlen nannte Gemmrig auf Nachfrage nicht.
To-go-Varianten setzen Impulse
Neue Kundengruppen wollen sich die Norddeutschen hierzulande durch eine To-go-Variante ihrer beliebten Double-Fruit-Range erschließen. Die Mix-Varianten sind bislang in der Dose oder im Glas erhältlich. Im Beutel sind die Bonbons nun fit für Convenience-Kanäle, aber auch die Kassenzonen des Lebensmitteleinzelhandels. Die Bonbons in den Sorten „Cherry-Lime & Orange-Raspberry“ sowie „Grapefruit-Pineapple & Lemon-Strawberry“ sind einzeln verpackt. Mit ihrer Gestaltung und den knackigen Farben ist die Verpackung ein Hingucker im Regal. Im Beutel abgefüllt sind auch die Winegums English Style. Es gibt zwei Sorten: die klassische Variante in dunkelroter Verpackung, die Sorte Sour leuchtet frisch-grün.
Cavendish & Harvey vertreibt seine Hartkaramellen zudem in dickwandigen, wertigen Gläsern. An der Form wurde nicht gerüttelt. Allerdings lassen die überarbeiteten Etiketten mehr von den Bonbons und ihrem auffälligen Relief sehen. „Optimierte Farbcodierungen und ein vergrößertes Logo schaffen eine stärkere Differenzierung und Wiedererkennung im Regal“, sagt Gemmrig.
Mit den Lakritz-Bonbons unter der Marke Jahnke betritt Cavendish & Harvey Neuland. Erwachsene bleiben zentrale Zielgruppe. Die Lakritz-Bonbons versprechen mit der kräftigen Salmiak-Füllung allerdings ganz andere Geschmackserlebnisse als die fruchtigen, sanft-süßen Bonbons aus dem Hause Cavendish & Harvey. „Nix für Lütte – nur für Kerls“ macht daher schon auf der Verpackung (Beutel) klar, wohin die Reise geht. Es gibt aber auch geschmackliche Varianten, die den „Lütten“, also Kindern, ebenso schmecken werden. Bei der Süßwarenmesse ISM war die Resonanz sehr gut. „Viele Besucher waren überrascht, wie vielseitig und genussvoll Lakritz sein kann“, sagt Gemmrig. Die poppigen Verpackungen kamen auch gut an.
Digitale Interaktion forcieren
Im Zuge des Relaunches intensivieren die Norddeutschen den Ausbau der Vertriebswege. Der wichtigste Kanal ist laut Gemmrig dabei der Lebensmitteleinzelhandel. Sonder- und Zweitplatzierungen erhielten ein optisches Update. Absatzpotenzial sieht der Geschäftsführer noch im Kassenbereich oder über Sonderplatzierungen.
Der digitale Auftritt der Kaltenkirchener ist runderneuert, inklusive Online-Shop. Frank Gemmrig: „Konsumenten suchen online vor allem nach exklusiven Sorten, limitierten Editionen und Geschenkoptionen.“ Gleichzeitig will Gemmrig die direkte Interaktion mit der Community vorantreiben: „Dieses Potenzial wollen wir nutzen und die Marke im digitalen Bereich stärken“, sagt der Geschäftsführer.