Wiesenhof Schadenersatzforderung angedroht

Lebensmittel Praxis | 12. März 2012
Wiesenhof: Schadenersatzforderung angedroht

Bildquelle: Wiesenhof

Wiesenhof wehrt sich: Der Systemgastronom McDonald's habe aus Möckern niemals Geflügelprodukte bezogen. Zudem sei der Landkreis Jerichower Land zu der Erkenntnis gelangt, bei der Behördenanordnung beim Schlachthof Möckern sei überreagiert worden. Eine Rufschädigung durch eine „völlig unangebrachte Reaktion" werde man nicht akzeptieren, so Wiesenhof-Chef Peter Wesjohann (Foto).

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Man habe den von McDonald's kommunizierten vorübergehenden Verzicht auf Geflügelprodukte von Wiesenhof mit Befremden und Bedauern aufgenommen, teilte der Geflügelproduzent mit. Bisher liege dazu von McDonald's keine Mitteilung vor. McDonald's habe bei seinen umfangreichen Kontrollen in den Verarbeitungsbetrieben von Wiesenhof niemals Mängel festgestellt. Außerdem würden nur in Österreich und Ungarn verhältnismäßig geringe Mengen an McDonald's geliefert.

Auslöser für den befristeten Abnahmestopp war für die Fastfood-Kette eine behördlich angeordnete vorübergehende Schließung eines Wiesenhof-Schlachtbetriebs in Möckern in Sachsen-Anhalt. Ende Februar hatte es bei einer Routinekontrolle Beanstandungen gegeben. Die Mängel seien bei Umbauarbeiten im Betrieb festgestellt worden. Nach einem Tag durfte Wiesenhof in Möckern den Betrieb aber wieder aufnehmen.

Nach Informationen, die der LEBENSMITTEL PRAXIS vorliegen, hat auch der Landkreis Jerichower Land, in dem Möckern liegt, erkannt, „dass das zuständige Veterinäramt vermutlich überreagiert hat". Die veterinäramtliche Aufsicht des Schlachthofes in Möckern sei einer anderen Veterinärbehörde des Landkreises zugeordnet worden. „Dieser Schritt spricht aus Sicht von Wiesenhof Bände" und man behalte sich rechtliche Schritte hinsichtlich Schadenersatzforderungen „explizit" vor, da dem Unternehmen ein nicht gerechtfertigter Image- und wirtschaftlicher Schaden zugefügt worden sei, heißt es seitens Wiesenhof.