BMELV Weniger Antibiotika-Einsatz in der Tierhaltung

Lebensmittel Praxis | 09. Januar 2012
BMELV: Weniger Antibiotika-Einsatz in der Tierhaltung

Bildquelle: Laurence Chaperon / BMELV

Die Bundesregierung will den Einsatz von Antibiotika in der Tierhaltung deutlich reduzieren. Noch in dieser Woche werde Bundeslandwirtschaftsministerin Ilse Aigner (CSU, Foto) im Bundeskabinett einen entsprechenden Entwurf zur Änderung des Arzneimittelgesetzes vorlegen, berichtete das Hamburger Abendblatt unter Berufung auf einen Sprecher der Ministerin.

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Ziel sei es, „den Einsatz von Antibiotika auf das zur Behandlung von Tierkrankheiten absolut notwendige Maß zu beschränken und die Befugnisse der zuständigen Kontroll- und Überwachungsbehörden der Bundesländer deutlich zu erweitern", sagte der Ministeriumssprecher.

Gleichzeitig appellierte das Ministerium an die Bundesländer, die Kontrollen zu verstärken. Der Bund sorge dafür, dass die zuständigen Landesbehörden ihre Überwachungsaufgaben noch effektiver, noch schneller und noch unbürokratischer erfüllen könnten, sagte der Ministeriumssprecher. „Die Länder sind nun gefordert, diese Möglichkeiten auch auszuschöpfen. Das Ziel, den Einsatz von Antibiotika deutlich zu reduzieren, ist nur erreichbar, wenn alle an einem Strang ziehen."

Dieses Thema aufgreifend, gab der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) bekannt, in deutschen Supermärkten und Discountern Hähnchenfleisch mit antibiotikaresistenten Keimen gefunden zu haben. Die Keime entstünden, weil in der industriellen Tierhaltung systematisch große Mengen Antibiotika eingesetzt werden. Der BUND forderte, dass der Handel die Kunden vor Erregern schützen und Risiko-Produkte aus den Regalen verbannen müsse.