Fleischbranche unter Druck Zur-Mühlen-Gruppe schließt Wurstwerk in Dissen

Der Wursthersteller Zur Mühlen verlagert die Produktion von seinem Standort in Dissen bei Osnabrück in das nahe gelegene Versmold-Loxten. Alle 230 Beschäftigten sollen den Standort wechseln. Das Unternehmen begründet den Schritt mit sinkender Auslastung im Loxtener Werk, hohem Investitionsbedarf und wachsendem Preisdruck im deutschen Wurstmarkt.

Dienstag, 03. November 2026, 13:24 Uhr
Manuel Glasfort
Der Markt für Wurstwaren steht unter Druck. Die Zur-Mühlen-Gruppe verlagert auch deshalb ihre Produktion. Bildquelle: The Family Butchers Germany GmbH

Die Zur-Mühlen-Gruppe schließt ihr Werk im niedersächsischen Dissen und verlagert die Produktion von Wurstwaren der Marke Schulte in das neun Kilometer entfernte Versmold-Loxten in Nordrhein-Westfalen. Alle 230 Beschäftigten sollen an den dortigen Standort von The Family Butchers wechseln, wie das Unternehmen mitteilte. Die Zur-Mühlen-Gruppe gehört zum Tönnies-Imperium, welches erst im vergangenen Jahr den Wurstproduzenten The Family Butchers übernommen hatte.

Als Grund für die Zusammenlegung nannte die Zur-Mühlen-Gruppe die deutlich gesunkene Auslastung am Standort Loxten. Zudem seien am Standort Dissen erhebliche Investitionen in die Instandhaltung nötig, die sich unter den aktuellen Marktbedingungen nicht refinanzieren ließen. Das Werk in Dissen liege zudem mitten in einem Wohngebiet, was die Entwicklungsmöglichkeiten einschränke.

Das Unternehmen verwies auf den anhaltenden Druck im deutschen Wurstmarkt: Stagnierende oder rückläufige Absatzmengen, Preisdruck sowie steigende Kosten für Löhne, Energie und Logistik belasteten die Branche. Hinzu komme wachsende Konkurrenz durch internationale Anbieter mit niedrigeren Kosten. „Wir bündeln in Loxten nicht nur Produktionskapazitäten, sondern vor allem Erfahrung und Know-how“, erklärte Geschäftsführer Axel Knau.

Beide Werke stellen den Angaben zufolge ähnliche Produkte her. Am Standort Loxten entstehen bereits heute Produkte unter der Marke Schulte für den Fachgroßhandel sowie Salami-Produkte. Durch den Zusammenschluss wächst die Belegschaft in Loxten von derzeit rund 650 auf etwa 880 Beschäftigte. 

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