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Fleisch-Forschung Ziel: Antworten

Christina Steinheuer | 15. Dezember 2011

Die Tönnies Forschung will Nutztierhaltung und Tierschutz versöhnen und die Tierhaltung verbessern.

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Josef Tillmann,, Tönnies-Geschäftsführer und Urgestein der Branche, stellt nüchtern fest, dass das Thema Tierschutz in der Nutztierhaltung im Bewusstsein der Verbraucher stetig zunimmt und es nahezu alle Branchenteilnehmer inklusive der Politik auf der Agenda haben. „Jetzt sind alle gefordert, von den Bauern, über die Schlachtbetriebe bis hin zum Handel, Antworten zu finden, um kontinuierliche Verbesserungen im Tierschutz zu erzielen.“

2010 wurde eigens zu diesem Zweck die „Gemeinnützige Gesellschaft zur Förderung der Forschung über die Zukunft des Tierschutzes in der Nutztierhaltung“, kurz „Tönnies Forschung“, gegründet. Sie fördert Forschungsvorhaben über den Tierschutz mit besonderem Augenmerk auf die Nutztierhaltung. Dazu gehören auch die Bereiche Ernährung, Haltung sowie der Transport von Tieren. Die Grundlagenforschung in diesem Themenfeld soll breiter angelegt und weiterführende wissenschaftliche Expertisen ermöglicht werden.

Aktuell fördert die Stiftung vier Forschungsprojekte, erste Zwischenergebnisse deuten auf pragmatische, relativ einfach umzusetzende Maßnahmen hin: So lässt sich laut der Universität Gießen der Ferkelverlust bei sehr fruchtbaren Sauen schon dadurch verbessern, dass die schwersten Ferkel kurzzeitig von den anderen und der Mutter getrennt werden, damit die schwächeren trinken können. Auch eine bessere Temperatureinstellung hat positive Auswirkungen.

Forscher vom Friedrich-Löffler-Institut wollen eine Reduktion des Schwanzbeißens bei Mastschweinen erreichen. Es sollen nicht nur Schmerz und Stress bei den Tieren, sondern auch die wirtschaftlichen Verluste der Halter verringert werden.

Ein Forschungsprojekt vom Max-Rubner- sowie dem Friedrich-Löffler-Institut testet die schonende Betäubung von Schweinen mit „nicht aversiv wirkenden Narkoseverfahren“, etwa mit Helium. Ein Projekt von der Technischen Universität München soll klären, ob Mastschweine gesünder sind, wenn robuste Schweinerassen eingekreuzt werden.

Der Vizepräsident des Deutschen Bauernverbandes, Franz-Josef Möllers, begrüßt das privatwirtschaftliche Engagement von Tönnies: „Die gesamte Wertschöpfungskette steht gewaltig unter Druck. Wir müssen uns verbessern und diese Errungenschaften dann auch kommunizieren. Dabei müssen wir aber immer auch die wirtschaftlichen Grundlagen im Auge behalten.“ Bei einer nicht ideologischen, sondern pragmatischen Betrachtungsweise der Tierschutzdebatte bei der Nutzviehhaltung ergeben sich, das zeigen erste Zwischenergebnisse der vier Forschungsprojekte, positive Effekte sowohl für das Tierwohl als auch für die Wirtschaftlichkeit (vgl. Grafik „Zeitweilige Abtrennung“). Positive Ergebnisse verstärken sogar die Wettbewerbsfähigkeit deutscher Unternehmen im internationalen Vergleich (vgl. Grafik „Problemstellung der Zucht auf Leistung“). Die Fleischbranche sollte den Kampf um die Deutungshoheit, was eine gute Tierhaltung ist, nicht den Ideologen überlassen.