Marken-Kolloquium Kunden-Nähe nutzen

Um zukunftsfähige Markenführung ging es beim diesjährigen Markenkolloquium.

Donnerstag, 22. September 2011 - Hersteller
Bettina Röttig
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Finanzkrise und Social Media haben die Markenführung in den vergangenen Jahren deutlich beeinflusst und gleichzeitig neue Chancen für die Zukunft eröffnet. Dies zeigten Experten aus Handel und Industrie anhand zahlreicher Beispiele im Rahmen des 8. Internationalen Marken-Kolloquiums, zu dem erneut die Wirtschaftsberatung Signum Forte ins Kloster Seeon, Chiemgau, eingeladen hatte.

Mehr denn je gelte es heute für Unternehmen, den Aspekt Nachhaltigkeit in die Markenführung einzubeziehen und damit auf die veränderten Wertesysteme im Zuge der Finanzkrise zu reagieren, appellierte Christian Köhler, Hauptgeschäftsführer Markenverband, im Rahmen seines Vortrages. Auch Social Media habe zu einer Veränderung der Bewertungskriterien beigetragen. Aus „Good for Me“ sei „Good for We“ geworden.

Uwe Kleinert, Leiter Nachhaltigkeit und Unternehmensverantwortung bei Coca-Cola, machte deutlich, wie wichtig eine transparente Berichterstattung und Kommunikation zum Thema Nachhaltigkeit ist. Die erste Regel in Sachen Verbraucherkommunikation sei, das Thema Nachhaltigkeit mit Spaß und Emotionen und weniger mit Verzicht in Verbindung zu bringen.

Dass die Einbindung von Konsumenten in wichtige Prozesse und Entscheidungen langfristig treue Markenfans schaffe, betonte Borussia- Dortmund-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke, der vom Aufbau der Marke Borussia Dortmund nach der finanziellen Krise des Vereins 2005 berichtete.

Wertvolle Erfahrungen hat das Handelsunternehmen Tegut bereits mit der Einbindung seiner Kunden gemacht. Ein Kundenrat aus rund 250 engagierten Mitgliedern bringe sich aktiv in das Unternehmen ein, berichtete Thomas Gutberlet, Vorstandsvorsitzender Tegut. Auch für Tegut haben Internet und Social Media in Bezug auf die Kundenkommunikation und den Kontakt zum Kundenrat an Bedeutung gewonnen. Es ginge jedoch auch anders. „Facebook offline“ erlebe man beispielsweise im Rahmen der Tegut-Initiative „Saisongärten“. Hier können Verbraucher Parzellen pachten und darauf Gemüse anbauen. Viele der Hobby-Gärtner schlossen sich beispielsweise zu Gießgemeinschaften zusammen, so Gutberlet.