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Schweizer Käse Der Geschmack von früher

Heidrun Mittler | 01. September 2017
Schweizer Käse: Der Geschmack von früher

Bildquelle: SCM

Die Schweizer sind extrem traditionsbewusst. Doch, wenn es darum geht, ihren Emmentaler zu fördern, gleichzeitig auch fortschrittlich.

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Wer an Schweizer Berge denkt, verbindet damit solides Urgestein. Kaum jemand weiß, dass viele Berge so durchlöchert sind wie Schweizer Emmentaler – auch, wenn man es Ihnen von außen nicht ansieht. Sie wurden nicht nur für Tunnel durchbohrt, auch die Schweizerische Armee hat etliche Bunker und Vorratsräume für militärische Zwecke ins Gestein gegraben. Manche dieser Bunker hat die Armee in den letzten Jahren wieder aufgegeben. In einem davon, gleich neben dem Emmental, lagern jetzt einige Partien des bekannten Käses.

Das Innere des Berges ist kalt und feucht, es bietet ideale Bedingungen, um die Laibe zu reifen. Nach dem siebenmonatigen Feuchtlager, das an die übliche Trockenreifung anschließt, hat der Laib eine dicke, braune Rinde ausgebildet. Und einen interessanten Geschmack, der sich als herzhaft-aromatisch und nussig beschreiben lässt. Andreas Müller, Geschäftsführer SCM Switzerland Cheese Marketing, ergänzt: „Unser Emmentaler AOP Urtyp schmeckt intensiv, aber er brennt nicht auf der Zunge“. Trotz der langen Reife bleibt der Teig weich und geschmeidig, das bewirkt ein angenehmes Mundgefühl. Die Schweizer Käseproduzenten sind überzeugt, dass dieses Produkt dem historischen Emmentaler nahe kommt, der erstmals 1291 urkundlich erwähnt wurde. Der heutige Urtyp wird immer noch in kleinen Dorfkäsereien hergestellt, die Produktionsmethode hat sich nicht grundlegend verändert. Fürs Thekengeschäft wird er in einem handlichen Format von 2,5 bis 3 kg Gewicht angeliefert.

Ab Oktober, also passend zur Anuga, wird der Urtyp in Deutschland eingeführt. Er wird ausschließlich in Bedienung verkauft. Seine interessante Geschichte bietet einen guten Aufhänger, den Kunden zu informieren und in ein Gespräch zu verwickeln. Andreas Müller geht von einem Verkaufspreis von 25 Euro pro kg aus, damit bewegt sich der Urtyp im unteren Teil des Premiumsegments. Der Geschäftsführer kündigt eine weitere Neuheit an, die kurz vor der Einführung steht: einen Emmentaler AOP-Riegel in einer kühlbedürftigen To-go-Variante. Er heißt „Smart Snack“ und besteht aus Käse, Brot und Dip. „Eine vollwertige Mahlzeit“, kommentiert Müller. Der smarte Snack soll seinen Platz in der Vorkassenzone des LEH und zudem im Convenience-Handel finden. Beide Angebote sollen helfen, die Position des original Emmentalers in Deutschlands zu stärken. Im ersten Halbjahr 2017 stand er unter Druck: Der Absatz sank um 2 Prozent gegenüber Vorjahr.