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Anuga 2015 Die Anuga im Schnelldurchlauf

Bettina Röttig | 06. November 2015
Anuga 2015: Die Anuga im Schnelldurchlauf

Die internationale Ernährungsindustrie bewies bei der Anuga erneut ihre Innovationskraft. Von vegan bis funktional – Trends und Neuheiten für Sie entdeckt.

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Hand aufs Herz: Hätten Sie vor zwei, drei Jahren damit gerechnet, dass sich ein zuvor oft belächeltes Nischen-Segment wie das vegane Angebot bei der diesjährigen Anuga zu dem dominierenden Thema mausern würde? Gut 1.000 Treffer ergab die Aussteller-Suche unter dem Stichwort „vegan“. Damit präsentierte jedes siebte ausstellende Unternehmen tierfreie Produkte während der Ernährungsmesse. Das vegetarische Angebot war beinahe doppelt so groß und prägte sogar das Messegeschehen in den Kölner „Fleischhallen“ (Anuga Meat).

Auch jede Menge deutscher Markenhersteller rückten vegetarisch-vegane Neuprodukte sortimentsübergreifend in den Fokus: so hatte die Mestemacher Gruppe unter der Marke Mestemacher ein Veggie-Vollkornbrot im Gepäck, Tiefkühl-Spezialist Schnefrost stellte mit Avita gleich eine ganz neue Marke für fleischfreie Gemüseschnitzel und Co. für den LEH vor.

Beispiele von der Anuga Meat: Rügenwalder Mühle (jetzt auch in TK), Wiesenhof (umfangreiches Veggie-Sortiment für Plus- und Minuskühlung), Windau (vegetarische Salami, Streich- und Schinkenwurst); Meica (BratMaxe und Curry King „ohne“) etc.

Für jene Besucher, die nicht zu den neu ernannten Flexitariern und Fleisch-Verweigerern, sondern unbewusst zu den Trendsettern zählen, ist die Weiterentwicklung von Angebot und Produktqualität eine – zumeist – positive Überraschung. Für diejenigen, die tierische Erzeugnisse aus ethischen Gründen ablehnen (laut Rügenwalder Ernährungsstudie trifft dies auf 76 Prozent der Vegetarier zu) ist die Positionierung der Produkte jedoch gewöhnungsbedürftig: Reich an pflanzlichen Eiweißen, dafür arm an Kohlenhydraten und Fett, zum Teil frei von Laktose und Gluten, koscher, nachhaltig. Die Liste der Argumente, mit denen für vegetarische und vegane Produkte geworben wird, wird immer länger. Das Ergebnis wirkt jedoch auch mal wie ein halber Chemie-Baukasten, schaut man auf die Zutatenliste. Dass es auch anders geht, zeigten vor allem die Anbieter im Rahmen der Anuga Organic. Möglichst wenige Zutaten in Bio-Qualität aus regionaler Beschaffung war hier oft die Devise, z. B. bei Emils Bio-Manufaktur oder der jungen Vegan-Marke Veggy Friends. Auch „ Frei von “-Auslobungen kommen zunehmend zum Einsatz. Mit dem Verzicht auf Palmöl warb so beispielsweise die Marke Veggyness für seine bio-veganen Produkte. Weitere Anuga-Neuheiten finden Sie auf den folgenden Seiten.