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Hintergrund Rückgang der Discounter

Tobias Dünnebacke | 16. August 2013
Hintergrund: Rückgang der Discounter

Bildquelle: Fotolia

Lange schien es für den Discount kaum Wachstumsgrenzen zu geben. Doch jetzt könnte der Markt für Aldi und Co. gesättigt sein.

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Mit der Eröffnung eines Tante-Emma-Ladens in Essen im Jahr 1913 nahm der Siegeszug von „Albrecht-Diskont“ (später Aldi) seinen Lauf. Lange schien das zunächst vornehmlich deutsche Phänomen Lebensmittel-Discounter mit seinen zahlreichen Nachahmern unaufhaltsam. Das zeigte auch die jüngere Entwicklung: Laut EHI Retail Institut ist die Zahl der Discounter von 15.970 im Jahr 2008 bis auf 16.462 im Jahr 2011 gestiegen. Doch mittlerweile gibt es eine Sättigung des Marktes, denn das Institut hat ermittelt, dass es 2012 weniger Discount-Läden gab als im Jahr davor. Gewinner hingegen ist der klassische Lebensmittel-Einzelhandel: So hat sich zwar die Anzahl von SB-Warenhäusern und Großflächen nur leicht erhöht, Supermärkte hingegen konnten kräftig zulegen.

„Der Discountmarkt ist in eine Reifephase getreten, das stürmische Wachstum ist Vergangenheit.“
Marco Atzberger, Geschäftsleitung EHI

Konkret hat es 2012 69 Discount-Märkte weniger gegeben als noch im Jahr davor. Gleichzeitig ist die Zahl der Supermärkte absolut um 357 Geschäfte auf 10.505 gewachsen. Seit 2008 hat sich damit die Gesamtzahl von damals 9.660 kontinuierlich um 845 Märkte erhöht.

„Neben dem Preis setzt der Kunde zunehmend auf Präsentation, Erlebnis und Nachhaltigkeit, das schlägt sich nun auch in den Zahlen nieder“, erläutert Marco Atzberger, Geschäftsleitung EHI, die Handelsdaten. „Der in Deutschland überaus dominante Discountmarkt ist in eine Reifephase getreten, das stürmische Wachstum ist Vergangenheit.“

Ebenso interessant: Trotz des allgegenwärtigen Trends zu kleineren Märkten in urbanen Regionen setzten kleine Lebensmittelgeschäfte (mit einer Fläche bis zu 400 qm) insgesamt ihren Abwärtstrend fort. Von 13.900 im Jahr 2008 waren 2012 noch 10.065 übrig. Laut EHI kompensiert die Tendenz zur kleinen City-Lage zum jetzigen Zeitpunkt nicht den allgemeinen Rückgang der kleinen Flächen. Allerdings sei es nur eine Frage der Zeit, bis sich etwa die wachsende Stadtbevölkerung und der allgemeine Trend zu Convenience in den Handelsstrukturen zeigen werden.

Bild: Sicher kein Auslaufmodell: Aber das ungebremste Wachstum der Discounter scheint vorbei.